Tierwirtschaftsmeister/Tierwirtschaftsmeisterin Fachrichtung Schäferei
Auch bekannt als: Schäfermeister/Schäfermeisterin
Über den Beruf
Tierwirtschaftsmeister/innen der Fachrichtung Schäferei führen Schafherden, planen Zuchtprogramme und steuern den gesamten Betrieb. Sie definieren Nutzungsziele, wählen passende Rassen und richten tiergerechte Ställe und Weiden ein. Mit digital gestützten Fütterungs- und Geburtsüberwachungssystemen kontrollieren sie Wachstum, Fruchtbarkeit und Gesundheit der Tiere, veranlassen Behandlungen und sichern Hygiene. Bei der Lammzeit überwachen sie Belegung, Trächtigkeit und Geburten und ziehen Jungtiere fachgerecht auf. Sie organisieren Schur, Klauenpflege und die Ausbildung von Hütehunden, kalkulieren Kosten und halten den Maschinenpark einsatzbereit. Als Betriebsleiter/innen verhandeln sie mit Lieferanten, entwickeln Vermarktungsstrategien für Wolle, Fleisch oder Milch und erstellen Angebote. Sie führen Mitarbeitende, bilden Nachwuchskräfte aus und achten auf Arbeitssicherheit. Durch kontinuierliche Analyse von Kennzahlen treffen sie Investitionsentscheidungen und halten den Betrieb wirtschaftlich auf Kurs.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- Berufsausbildung in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf, z.B. als Tierwirt/in
- Zusätzlich entsprechende Berufspraxis in der landwirtschaftlichen Tierhaltung
- Alternativ mind. 5 Jahre Berufspraxis in der landwirtschaftlichen Tierhaltung
Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Tierwirtschaftsmeister/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt bei 38.856 € pro Jahr. In nicht tarifgebundenen Betrieben oder wenn du selbst einen Hof führst, kann dein Einkommen je nach Region, Herdengröße und Vermarktungserlösen deutlich variieren.
Wie lange dauert die Meisterweiterbildung zur Tierwirtschaftsmeister/in?
Die Weiterbildung dauert in Teilzeit meist zwei bis drei Jahre. Entscheidest du dich für einen Vollzeitkurs, verkürzt sich die Laufzeit entsprechend.
Ist der Beruf als Tierwirtschaftsmeister/in körperlich anstrengend?
Ja, die Arbeit ist körperlich fordernd. Beim Scheren, Klauenpflegen oder Tragen schwerer Futtersäcke brauchst du Kraft, beim Einfangen der Tiere Beweglichkeit und auf langen Hüterunden Ausdauer. Zudem arbeitest du häufig im Freien bei Hitze, Kälte oder Regen, weshalb eine robuste Gesundheit wichtig ist.
Wie sind die Berufsaussichten als Tierwirtschaftsmeister/in?
Die Berufsaussichten als Tierwirtschaftsmeister/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen auf einen Job erhöht. Gleichzeitig werden viele Altersabgänge erwartet, sodass zusätzliche Betriebe eine Nachfolge suchen. Allerdings schrumpft die Beschäftigung bis 2040, wodurch der Markt insgesamt kleiner wird. Wer mobil ist und sich spezialisiert, bleibt dennoch gefragt.
Welche digitalen Skills braucht man als Tierwirtschaftsmeister/in?
Digitale Stalltechnik gehört heute zum Alltag. Du steuerst automatische Fütterungs- und Melksysteme, pflegst Gesundheits- und Zuchtdaten in einem Dokumentenmanagementsystem und wertest Sensor- sowie Narrow-Band-IoT-Daten aus, um Klima oder Bewegungen der Herde zu überwachen. Wer solche vernetzten Systeme sicher bedient, spart Kosten und erkennt Probleme früh.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Tierwirtschaftsmeister/in?
Die Arbeit wechselt zwischen Weide, Stall, Maschinenhalle und Büro. Häufig trägst du Schutzkleidung, arbeitest bei jeder Witterung draußen und bedienst gleichzeitig technische Geräte sowie Maschinen. Neben der Verantwortung für Tiere und Mitarbeitende hast du Kundenkontakt und erledigst Kalkulationen oder Dokumentation am Bildschirm.
Kann man sich als Tierwirtschaftsmeister/in selbständig machen?
Ja, mit dem Meistertitel kannst du einen eigenen Schafhaltungsbetrieb gründen oder übernehmen. Alternativ bieten viele Meister/innen als Lohnunternehmer/in Dienstleistungen wie Landschaftspflege, Hütedienste oder Herdenmanagement für andere Betriebe an.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Tierwirtschaftsmeister/in?
Regelmäßige Fachkurse halten dich fachlich auf dem neuesten Stand. Beliebte Themen sind Tierzucht, Tierhaltung oder allgemeine Landwirtschaft, manche Anbieter haben zusätzlich Module rund um Weinbau im Programm.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Tierwirtschaftsmeister/in?
Mit Berufserfahrung kannst du die Prüfung zum/zur Internationalen Meister/in ablegen und so dein Profil für Auslandsmärkte schärfen.
