Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Seevermessungstechnik
Über den Beruf
Staatlich geprüfte Techniker/innen der Fachrichtung Seevermessungstechnik planen Kontrollfahrten, wählen Messgeräte aus und leiten ihr Vermessungsteam an. Vorab werten sie Seekarten, GPS-Daten und Havarieberichte aus, um Vermessungsrouten in Flachwassergebieten oder vor Hafeneinfahrten festzulegen. An Bord setzen sie Echolote, 3-D-Laserscanner, Drohnen oder satellitengestützte Systeme ein, um Wassertiefen, Küstenlinien und Unterwasserhindernisse millimetergenau zu bestimmen. Gleichzeitig erheben sie ozeanografische Messreihen zu Salzgehalt, Strömung oder Verschmutzung. Die Rohdaten übertragen sie in Geoinformationssysteme, führen vermessungstechnische Berechnungen durch und aktualisieren elektronische Seekarten (ECDIS). Für Hafen- und Küstenbauprojekte liefern sie präzise Planungsgrundlagen, kalkulieren den Geräte- und Materialeinsatz und sichern die Wirtschaftlichkeit der Arbeiten. Sie überprüfen die Datenqualität, dokumentieren Ergebnisse und stellen sie als digitale Karten, Modelle oder Druckvorlagen bereit. Damit tragen sie direkt zur Sicherheit des Seeverkehrs und zum Umweltschutz im Küstenbereich bei.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- Berufsausbildung als Schiffsmechaniker/in, Binnenschiffer/in oder Fischwirt/in Fachrichtung Küstenfischerei und Kleine Hochseefischerei
- Oder mind. 3 Jahre Fahrtzeit in See- und Binnenschifffahrt, bei der Bundesmarine, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie oder in der Hochsee- und Küstenfischerei + gleichwertige Kenntnisse nachweisen
- Zusätzlich mind. 1 Jahr Fahrtzeit auf Seevermessungsfahrzeugen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes oder des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, davon 6 Monate mit einschlägigen Tätigkeiten in der Seevermessung
- Hauptschulabschluss oder mittlerer Bildungsabschluss
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Seevermessungstechniker/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.423 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.596 € und 5.473 €. Einsätze auf See, Schichtzulagen oder Tarifverträge im öffentlichen Dienst können das Einkommen zusätzlich beeinflussen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Seevermessungstechniker/in?
Die berufsbegleitende Techniker-Weiterbildung dauert insgesamt etwa sechs Monate. Sie ist in zwei Unterrichtsblöcke von je rund drei Monaten gegliedert, die in zwei aufeinanderfolgenden Winterhalbjahren stattfinden – ideal, wenn du außerhalb der Saison Zeit für Schule hast.
Ist der Beruf als Seevermessungstechniker/in körperlich anstrengend?
Der Job erfordert eine robuste Gesundheit, weil Messfahrten bei Wind und Wetter stattfinden. Du brauchst funktionstüchtige Arme und Hände zum Umgang mit Nivelliergeräten oder Tiefenmessern sowie gutes Fern- und räumliches Sehvermögen, um Küstenlinien und Schifffahrtswege exakt einzumessen.
Wie sind die Berufsaussichten als Seevermessungstechniker/in?
Die Berufsaussichten als Seevermessungstechniker/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt bis 2040 – Arbeitgeber suchen länger nach passendem Personal, was deine Chancen steigert. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Seevermessungstechniker/in?
Moderne Seevermessungstechnik ist stark digital geprägt. Du solltest 3-D-Laserscanning beherrschen, Mess- und Positionsdaten in Geoinformationssystemen (GIS) auswerten und Drohnentechnik zur Land- oder Küstenvermessung einsetzen können. Außerdem gehört der souveräne Umgang mit Dokumentenmanagementsystemen oder Open-Data-Portalen dazu, wenn du Messprotokolle online bereitstellst.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Seevermessungstechniker/in?
Die Tätigkeit verbindet Einsätze an Bord von Messschiffen, Arbeit im Freien und längere Phasen am Bildschirm. Du arbeitest im Team, übernimmst Verantwortung für Auszubildende und für teures Messequipment und bist wegen wechselnder Einsatzorte häufig von zu Hause weg. Die Mischung aus technischem Gerät, Handarbeit und Datenauswertung sorgt für viel Abwechslung, verlangt aber auch Sorgfalt – falsche Messergebnisse können hohe Sachschäden verursachen.
Womit arbeitet man als Seevermessungstechniker/in?
Seevermessungstechniker/innen arbeiten mit einer Kombination aus Präzisionsmessgeräten und spezieller Software. Du nutzt Nivelliergeräte, Tachymeter, GPS-Systeme und Nivellierlatten, wertest Luft- und Satellitenbilder sowie ozeanografische Daten aus und bereitest alles am PC mit Kartografie- und Vermessungsprogrammen nach.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Seevermessungstechniker/in?
Weiterbildungen gibt es vor allem in Technik- und Geo-Fächern. Du kannst dich z.B. in Vermessungstechnik, Meerestechnik, Schiff- und Bootsbau, Geoinformationssystemen oder Geowissenschaften spezialisieren und so dein Profil für besondere Einsatzgebiete schärfen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Seevermessungstechniker/in?
Aufstiegschancen eröffnen sich vor allem durch kaufmännische oder akademische Zusatzqualifikationen. Mit der Aufstiegsweiterbildung zum/zur Technischen Betriebswirt/in kannst du Projektbudgets verantworten und ein Team leiten.
