Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Farb- und Lacktechnik Schwerpunkt industrielle Beschichtungstechnik/Bachelor Professional in Technik
Auch bekannt als: Beschichtungstechniker/in · Farb- und Lacktechniker/in (industrielle Beschichtungstechnik)
Über den Beruf
Techniker/innen der Fachrichtung Farb- und Lacktechnik mit Schwerpunkt industrielle Beschichtungstechnik entwickeln neue Lackrezepturen, stimmen Pigmente, Bindemittel und Additive aufeinander ab und prüfen im Labor Haftung, Glanz und Wetterbeständigkeit. In Pilotversuchen justieren sie Spritz-, Gieß- oder Pulverbeschichtungsanlagen, erfassen Messdaten mit Color Readern oder digitalen Zwillingen und werten die Ergebnisse statistisch aus. In der Serienproduktion planen sie Verfahrensabläufe, stellen CAM-gesteuerte Anlagen ein, überwachen Temperatur, Viskosität und Förderdruck und greifen bei Abweichungen sofort ein. Sie kontrollieren Rohstoffe, Zwischen- und Endprodukte, dokumentieren Qualität online und optimieren Prozesse, um Lösemittelverbrauch und Emissionen zu senken. Bei der Inbetriebnahme neuer Linien arbeiten sie an Layout, Kalkulation und Zeitplänen, schulen Mitarbeitende und beraten Kunden zu nachhaltigen oder selbstheilenden Beschichtungen. Auch Arbeitsschutz, Umweltrichtlinien und Kosten behalten sie im Blick. Am Ende verlässt jedes Bauteil die Anlage mit exakt definierter Schichtdicke und Farbe.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen2
- I.d.R. Abschluss in einem einschlägigen anerkannten Ausbildungsberuf
- Zusätzlich Berufspraxis
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.779 € brutto im Monat. Mit Berufserfahrung und je nach Unternehmensgröße kannst du zwischen 3.774 € und 6.096 € verdienen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Die Fachschul-Weiterbildung dauert in Vollzeit etwa 2 Jahre, in berufsbegleitender Form bis zu 4 Jahre. Die genaue Dauer hängt davon ab, ob du Blockunterricht, Wochenend- oder Abendkurse wählst.
Ist der Beruf als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik körperlich anstrengend?
Die Arbeit erfordert ein gutes Farbsehvermögen sowie funktionsfähige Arme und Hände, wenn Anlagen eingestellt oder Proben entnommen werden. Du solltest zudem widerstandsfähige Haut und gesunde Atemwege mitbringen, weil du mit Lösungsmitteldämpfen und Beschichtungsstoffen in Kontakt kommst.
Wie sind die Berufsaussichten als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Die Berufsaussichten als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch, offene Stellen werden oft nur langsam besetzt – für Bewerber/innen ein Pluspunkt. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern weiter, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen müssen. Gegenläufig wirkt, dass die Beschäftigung insgesamt voraussichtlich schrumpft. Außerdem fallen weniger Fachkräfte altersbedingt aus als in vielen anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Digitale Prozesssteuerung gehört zum Alltag. Du solltest CAM-Systeme programmieren können, Echtzeitdaten aus vernetzten Anlagen auswerten und virtuelle Anlagenmodelle (digitale Zwillinge) zur Optimierung nutzen. Auch der sichere Umgang mit sensorgestützten Farb- oder Glanzmessgeräten und Dokumentenmanagementsystemen ist gefragt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Die Tätigkeit wechselt häufig zwischen Labor, Produktionshalle und Büro, sodass du regelmäßig den Arbeitsplatz wechselst. Schutzkleidung wie Atemmasken, Handschuhe oder Schutzbrille ist dabei Pflicht, und ein Teil der Arbeit findet am Bildschirm statt, wenn Messdaten ausgewertet oder Anlagen parametriert werden. Gleichzeitig trägst du Verantwortung für Mitarbeitende, Sachwerte und den direkten Kundenkontakt.
Kann man sich als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik selbständig machen?
Ja, nach Eintragung in die Handwerksrolle kannst du einen eigenen Maler- und Lackiererbetrieb führen. Ebenso ist die Gründung oder Übernahme eines Fertigungs-, Dienstleistungs- oder Handelsunternehmens im Bereich Beschichtungstechnik möglich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Fachspezifische Kurse in Korrosionsschutz, physikalischer Messtechnik oder Produktions- und Fertigungstechnik vertiefen dein Know-how. Du kannst dich auch in Themen wie Beschichtung von Spezialwerkstoffen oder Prozessoptimierung der Lackiererei fortbilden, um in der Entwicklung oder Produktionsleitung mehr Verantwortung zu übernehmen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Techniker/in für Farb- und Lacktechnik?
Eine häufige Stufe ist die Weiterbildung zur/zum Technischen Betriebswirt/in, mit der du kaufmännische Führungsaufgaben übernehmen kannst. Außerdem kannst du B. in Chemieingenieurwesen oder Verfahrenstechnik, anschließen und damit den Weg in Projekt- oder Entwicklungsleitung einschlagen, selbst wenn du keine schulische Hochschulzugangsberechtigung hast.
