Schnellzeichner/Schnellzeichnerin / Porträtzeichner/Porträtzeichnerin
Über den Beruf
Porträt- und Schnellzeichner/innen bannen Gesichter und Szenen in wenigen Minuten auf Papier oder Grafiktablet. Mit Bleistift, Kohle, Marker oder Aquarellfarben fangen sie charakteristische Züge ein und kolorieren direkt. Sie treten in Fernsehshows oder auf Kleinkunstbühnen auf und schaffen Live-Karikaturen, die das Publikum beim Entstehen mitverfolgt. Passant/innen erhalten gegen Honorar individuelle Porträts, manchmal mit witzigen Sprechblasen oder Comic-Elementen. Bei Gerichtsverhandlungen zeichnen sie die Beteiligten, wenn Kameras verboten sind, und liefern Bildmaterial für Medien. Ermittlungsbehörden beauftragen sie zudem mit digitalen Phantombildern, die sie mithilfe von Grafiksoftware aus Zeugenaussagen entwickeln. Zum Alltag gehört auch, Kundenwünsche abzustimmen, Honorare zu verhandeln und die fertige Zeichnung sofort zu übergeben.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Zugang ist kein festgelegter Bildungsweg vorgeschrieben. Hilfreich sein können jedoch eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Grafik bzw. Kunst.
Zugangswege
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Schnellzeichner/in?
Für Schnellzeichner/innen liegen bislang keine offiziellen Gehaltsstatistiken vor. Das Einkommen hängt stark von deiner Arbeitsform ab: Festanstellung, freiberufliche Aufträge oder Einnahmen aus Live-Events bringen sehr unterschiedliche Honorare. Entscheidende Faktoren sind außerdem dein Bekanntheitsgrad, die Zahl der Aufträge pro Saison und die Region, in der du arbeitest.
Wie sind die Berufsaussichten als Schnellzeichner/in?
Die Berufsaussichten als Schnellzeichner/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040, was zusätzlichen Bedarf schafft. Viele Altersabgänge stehen an, sodass freiwerdende Stellen entstehen. Allerdings ist der Fachkräftemangel gering, offene Jobs werden also schnell besetzt und die Konkurrenz unter Bewerber/innen bleibt spürbar.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Schnellzeichner/in?
Schnellzeichner/innen pendeln zwischen Atelier, Fußgängerzone, Event-Location und Gerichtssaal. Du arbeitest überwiegend manuell an Staffelei oder Zeichenbrett und meist live vor Publikum, was Konzentration unter Beobachtung erfordert. Auftragsspitzen kommen häufig abends oder am Wochenende, deshalb sind die Arbeitszeiten unregelmäßig.
Womit arbeitet man als Schnellzeichner/in?
Zum Grundwerkzeug gehören Blei- und Farbstifte, Kohle, Pinsel, Aquarellfarben, Papier oder Leinwand sowie Staffelei und Malbretter. Für digitale Arbeiten setzt du Zeichen- und Bildbearbeitungssoftware ein, unterstützt von Grafiktablet, PC, Scanner und stabilem Internetzugang. Damit entstehen klassische Porträts, Karikaturen oder Phantombilder sowohl analog als auch digital.
Kann man sich als Schnellzeichner/in selbständig machen?
Ja, viele Schnellzeichner/innen arbeiten freiberuflich. Du kannst deine Porträts und Karikaturen auf Stadtfesten, Messen oder Firmenfeiern anbieten oder eine eigene Eventvermittlungsagentur aufbauen, die Zeichner/innen an Veranstalter vermittelt.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Schnellzeichner/in?
Kurse in Mal- und Zeichentechniken, Kunstmalerei oder allgemeiner Grafik helfen dir, neue Stile zu erlernen. Auch Angebote zu Farblehre und Bild- sowie Schriftgestaltung erweitern dein kreatives Repertoire und erhöhen deine Chancen auf besser bezahlte Aufträge.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Schnellzeichner/in?
Mit Berufserfahrung kannst du dich zum/zur Gestalter/in – Werbe- und Mediengestaltung (Bachelor Professional) weiterqualifizieren und so komplexere Kundenprojekte übernehmen. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Bildender Kunst oder Mediendesign eröffnet dir den Weg in Galerien, Agenturen oder die Lehre. Später sind sogar eine Promotion und leitende Positionen in kreativen Teams möglich.
