Religionswissenschaft (Master)
Auch bekannt als: Religionswissenschaftler/in · Religious studies scholar (m/f)
Über den Beruf
Religionswissenschaftler/innen untersuchen Religionen in Vergangenheit und Gegenwart aus weltanschaulich neutraler Perspektive, vergleichen Glaubensformen und ordnen sie in gesellschaftliche Zusammenhänge ein. Sie werten Quellentexte, statistische Daten oder digitale Archive aus, nutzen dabei auch Text-Mining-Software, um Muster und Strukturen sichtbar zu machen. Ihre Ergebnisse fassen sie in Aufsätzen, Büchern oder Open-Access-Publikationen zusammen und präsentieren sie auf Fachtagungen. An Hochschulen bereiten sie Vorlesungen vor, betreuen Studierende und entwickeln Blended-Learning-Kurse oder MOOCs. Im Verlagswesen lektorieren sie Manuskripte zu religions- und kulturwissenschaftlichen Themen, beraten Autoren und entwickeln neue Formate für Print, Audio oder Online. In der Erwachsenenbildung planen sie Seminarreihen zu interkultureller Verständigung, schulen Fachkräfte und moderieren öffentliche Diskussionsrunden. Museen oder Kulturprojekte ziehen sie hinzu, wenn Ausstellungen kuratiert oder Reisen zu religiösen Stätten fachlich begleitet werden sollen. Bei politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Fragen geben sie fundierte Einschätzungen zu religiösen Hintergründen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen6
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist in Religionswissenschaft
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten Hochschulabschluss
- Ggf. Englischkenntnisse
- Ggf. Kenntnisse in einer weiteren modernen Fremdsprache
- Ggf. Kenntnisse in einer relevanten Quellensprache
Passende Studiengänge28
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Religionswissenschaftler/in?
Beim Einkommen von Religionswissenschaftler/innen gibt es große Spannbreiten, weil derzeit keine amtlichen Durchschnittszahlen vorliegen. Entscheidend ist, ob du an einer Hochschule nach Tarifvertrag, in einem Medienunternehmen, in einem Museum oder freiberuflich arbeitest. Region, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen wie eine Promotion wirken sich ebenfalls stark auf das Gehalt aus.
Wie sind die Berufsaussichten als Religionswissenschaftler/in?
Die Berufsaussichten als Religionswissenschaftler/in sind eher schwierig. Zwar soll die Beschäftigung bis 2040 wachsen, doch der Fachkräftemangel ist gering – offene Stellen werden schnell besetzt, was zu hoher Konkurrenz führt. Bis 2040 steigt der Wettbewerb um Jobs weiter, weil Arbeitgeber Personal leichter finden. Zudem werden weniger Altersabgänge erwartet als in vielen anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Religionswissenschaftler/in?
Gute digitale Kompetenzen sind Pflicht. Du solltest Lehrmaterial für Blended-Learning-Formate erstellen, interaktive Tafeln einsetzen und Dokumentenmanagementsysteme für Manuskripte oder Forschungsdaten nutzen. Online-Kurse im MOOC-Format, Open-Access-Plattformen, OER-Materialien sowie Text-Mining-Tools zur automatischen Auswertung religiöser Quellen gehören ebenfalls zum Repertoire.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Religionswissenschaftler/in?
Die Arbeit spielt sich vor allem in Büros, Seminarräumen und Besprechungsräumen ab und erfordert viele Stunden vor dem Bildschirm. Dabei trägst du Verantwortung für Studierende oder Teilnehmende, dokumentierst Lernfortschritte und präsentierst Inhalte in Lehrsälen oder Online-Umgebungen. Der Alltag wechselt zwischen konzentrierter Schreibtischarbeit und öffentlichen Lehrveranstaltungen.
Womit arbeitet man als Religionswissenschaftler/in?
Religionswissenschaftler/innen nutzen Originalquellen, religionsgeschichtliche Fachliteratur, digitalisierte Karten sowie bibliografische Datenbanken und Online-Bibliotheken. Hinzu kommen Videokonferenz-Tools und Software zur Literaturverwaltung oder Datenanalyse. PC, Internetzugang und weitere Büroausstattung runden das Arbeitsumfeld ab.
Kann man sich als Religionswissenschaftler/in selbständig machen?
Ja, eine selbständige Tätigkeit ist möglich. Viele Religionswissenschaftler/innen verfassen freiberuflich Publikationen, leiten Kurse in der Erwachsenenbildung oder beraten Organisationen zu interreligiösen und kulturellen Fragen. Auftraggeber können Verlage, Bildungseinrichtungen oder NGOs sein.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Religionswissenschaftler/in?
Weiterbildungen in Geschichte, Kulturgeschichte, Journalistik oder Publizistik vertiefen dein Fachwissen. Ergänzend lohnen sich Kurse in Erwachsenenbildung, Public Relations, Ethik oder sozialer Beratung. Trainings zu Soft Skills wie Kommunikation und Lehrmethoden können dein Profil zusätzlich stärken.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Religionswissenschaftler/in?
Aufstiegschancen eröffnen sich vor allem über eine wissenschaftliche Laufbahn. Mit einer Promotion kannst du Forschungsprojekte leiten oder Führungsaufgaben in Stiftungen, Museen und Behörden übernehmen. Eine Habilitation qualifiziert dich für eine Professur und damit für höchste Verantwortung in Lehre und Forschung.
