Raumausstatter/Raumausstatterin
Auch bekannt als: Tapezierer/in und Dekorateur/in · Interior decorator (m/f)
Über den Beruf
Raumausstatter/innen gestalten Wohn- und Geschäftsräume nach Maß. Sie beraten Kundinnen und Kunden bei Farben, Stoffen und Bodenbelägen, erstellen Skizzen und messen Wände, Fenster sowie Möbel digital per 3-D-Laserscanner aus. Anschließend kalkulieren sie den Materialbedarf, bestellen Teppiche, Parkett oder Vorhangstoffe und planen den Arbeitsablauf. Sie bereiten die Untergründe vor, verlegen textile oder elastische Bodenbeläge, tapezieren Wände, montieren Sicht- und Sonnenschutzanlagen und fertigen passgenaue Fensterdekorationen. Bei Böden versiegeln sie PVC, ölen Kork und entwerfen Intarsien für individuelle Muster. Polstermöbel werden von ihnen neu bezogen oder repariert, dabei konstruieren sie Sitzunterfederungen und bringen Ziernähte an. Augmented-Reality-Apps helfen, dem Kunden Entwürfe schon vorab im Raum zu zeigen. Nach Abschluss prüfen sie Maßhaltigkeit und Verarbeitung, damit Gardinen faltenfrei fallen und der Boden exakt abschließt.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Raumausstatter/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.943 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.488 € und 3.495 €. In tarifgebundenen Betrieben oder nach einer Meisterqualifikation kann die Bezahlung höher ausfallen.
Wie viel verdient man in der Ausbildung als Raumausstatter/in?
Im ersten Ausbildungsjahr verdienst du 823 € brutto im Monat, im zweiten 915 € und im dritten 1.006 €. Über die gesamte Lehrzeit liegt dein Durchschnitt damit bei rund 922 € monatlich. Tarifgebundene Betriebe zahlen häufig etwas mehr.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Raumausstatter/in?
Die duale Ausbildung dauert regulär 3 Jahre. Bei sehr guten Leistungen kannst du auf Antrag und mit Zustimmung von Betrieb und Berufsschule verkürzen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Raumausstatter/innen?
Wichtig sind vor allem Mathematik, Kunst, Werken/Technik und Deutsch. Mathe brauchst du zum Berechnen von Flächen und Materialmengen, die kreativen Fächer schulen dein Gestaltungsgespür, und Deutsch erleichtert Beratungsgespräche sowie Angebotsschreiben.
Ist der Beruf als Raumausstatter/in körperlich anstrengend?
Ja, die Arbeit fordert körperliche Belastbarkeit. Häufiges Knien, Hocken oder Über-Kopf-Arbeiten strapaziert Rücken, Arme und Beine, und schwere Stoff- oder Bodenrollen müssen gehoben werden. Ein gutes Farb- und räumliches Sehvermögen ist ebenfalls nötig.
Wie sind die Berufsaussichten als Raumausstatter/in?
Die Berufsaussichten als Raumausstatter/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch, offene Stellen sind daher schwer zu besetzen – gut für Bewerber/innen. Zusätzlich werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch weitere Jobs frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtbeschäftigung bis 2040, was den Markt langfristig etwas einengt.
Welche digitalen Skills braucht man als Raumausstatter/in?
Digitale Vermessungs- und Visualisierungstools gehören heute zum Alltag. Du solltest 3-D-Laserscanner und mobile Aufmaß-Apps bedienen, Augmented-Reality-Programme zur Präsentation von Entwürfen einsetzen und mit Color-Readern sowie Dokumentenmanagementsystemen umgehen können. Manche Betriebe nutzen sogar Datenbrillen, um Verlegepläne direkt im Sichtfeld anzuzeigen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Raumausstatter/in?
Der Arbeitsplatz wechselt zwischen Werkstatt, Verkaufsraum, Baustelle und Kundenwohnung. Handarbeit und Maschinenbedienung finden oft auf Leitern oder Gerüsten statt, wo Absturz- und Verletzungsgefahr besteht. Klebstoffdämpfe, Staub sowie Zwangshaltungen wie Knien oder Über-Kopf-Arbeiten belasten zusätzlich. Dafür bietet der Beruf viel Kundenkontakt und kreative Abwechslung.
Womit arbeitet man als Raumausstatter/in?
Zum Einsatz kommen Bohrmaschinen, Näh- und Bügelmaschinen, Stanzen, Pressen, Wasserwaagen, Stoff- und Lederscheren oder Tacker. Verarbeitet werden Bodenbeläge, Gardinen-, Polster- sowie Wandverkleidungsstoffe zusammen mit Hilfsstoffen wie Leim, Reinigungsmitteln oder Öl. Ergänzend nutzt du Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen, Schnitt- und Farbmusterkataloge sowie einen PC für Kalkulation und Dokumentation.
