Staatlich geprüfter Podologe/Staatlich geprüfte Podologin
Auch bekannt als: Medizinische/r Fußpfleger/in · Fußpfleger/in (Podologe/Podologin) · Podiatrist (m/f)
Über den Beruf
Podologen und Podologinnen behandeln krankhafte Veränderungen an Fuß und Zehen. Sie untersuchen Haut und Nägel, erheben eine Anamnese und entscheiden, welche Therapien nötig sind. Hornhaut, Hühneraugen oder Hauteinrisse entfernen sie mit Skalpell oder Fräser, eingewachsene Nägel entlasten sie durch Spangen und Verbände. Bei Diabetes-Patienten lindern sie Druckstellen, passen Zehenstützen, Silikon-Orthosen oder Prothesen an und überwachen die Wundheilung. Dafür arbeiten sie eng nach ärztlicher Verordnung und dokumentieren Befunde digital in der elektronischen Patientenakte. Nach jeder Behandlung reinigen, desinfizieren und sterilisieren sie alle Instrumente streng nach Hygienerichtlinien. Neben der Therapie beraten sie Klientinnen und Klienten zu Schuhwerk und Pflegeprodukten, verkaufen geeignete Hilfsmittel und erstellen Abrechnungen. Viele führen dafür eine eigene Praxis und organisieren Termine, Materialbestellungen und Buchführung selbst.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen5
- I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit mind. 2-jähriger Berufsausbildung
- Ärztliches Attest über gesundheitliche Eignung
- Ggf. Führungszeugnis
- Nachweis über Masernschutz für die praktische Ausbildung in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen
- Einrichtungen verlangen ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Podologe/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.615 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.099 € und 3.134 €. In eigener Praxis oder bei Zusatzqualifikationen können die Einnahmen weiter steigen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Podologe/in?
Die Vollzeitausbildung dauert zwei Jahre. Entscheidest du dich für eine Teilzeitform, kann sie bis zu vier Jahre in Anspruch nehmen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Podologe/Podologin?
Besonders hilfreich sind Biologie, Chemie und Deutsch. Mit guten Kenntnissen in diesen Fächern fällt dir das Verständnis von Krankheitsbildern, Wirkstofflehre und die Patientenkommunikation leichter.
Ist der Beruf als Podologe/in körperlich anstrengend?
Der Beruf erfordert funktionstüchtige Arme und Hände sowie einen feinen Tastsinn. Du solltest außerdem Desinfektionsmittel auf der Haut gut vertragen und längere Zeit in stehender oder gebeugter Haltung arbeiten können.
Wie sind die Berufsaussichten als Podologe/in?
Die Berufsaussichten als Podologe/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch weitere Stellen frei werden. Langfristig dürfte die Konkurrenz zunehmen, weil Arbeitgeber bis 2040 laut Prognose leichter Personal finden.
Welche digitalen Skills braucht man als Podologe/in?
Grundkenntnisse in Praxissoftware sind Pflicht. Du solltest die elektronische Patientenakte sicher führen und Leistungen per vernetzter Touren- und Abrechnungssoftware dokumentieren können.
Kann man sich als Podologe/in selbständig machen?
Ja, viele Podologinnen und Podologen eröffnen eine eigene Praxis für medizinische Fußpflege. Unterstützung bei der Existenzgründung bieten zum Beispiel der Verband Deutscher Podologen (VDP) und der Deutsche Verband für Podologie (ZFD).
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Podologe/in?
Du kannst dich in Wundmanagement, Verbandstechniken, Massagetechniken oder Praxismanagement fortbilden. Solche Kurse erweitern dein Leistungsangebot und erleichtern den Schritt in leitende Funktionen oder die eigene Praxis.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Podologe/in?
Mit Berufserfahrung ist ein Aufstieg über die Prüfung zum/zur Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen oder zum/zur Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen möglich. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Gesundheitsmanagement oder ‑ökonomie qualifiziert dich für Leitungsaufgaben in Kliniken, Krankenkassen oder Verbänden. Manche wechseln zudem in die Humanmedizin und absolvieren ein Medizinstudium, um anschließend ärztlich tätig zu sein.
