Orthoptist/Orthoptistin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Orthoptist/Orthoptistin

Auch bekannt als: Orthoptist (m/f)

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Untersuchungs- und Behandlungsräumen · in Patientenzimmern · in Büroräumen oder Stationszimmern
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze14

Über den Beruf

Orthoptist/innen untersuchen Schielen, Augenzittern und andere Störungen des ein- oder beidäugigen Sehens. Sie führen Anamnesegespräche, prüfen Sehschärfe, Farbsinn und Kontrastsehen und vermessen Schielwinkel mit Prismenleisten oder 3-D-Scanner. Auf Basis der Befunde schlagen sie dem Augenarzt therapeutische Schritte vor, etwa Okklusionspflaster, Prismengläser oder Sehtraining, und überwachen deren Wirkung. Bei Lähmungen der Augenmuskeln nach Unfällen oder neurologischen Erkrankungen testen sie die Beweglichkeit der Augen und leiten Reha-Programme ein. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern erkennen sie frühzeitig Sehschwächen, dokumentieren jede Veränderung elektronisch und passen die Behandlung laufend an. Vor Operationen klären sie Patienten auf, nach dem Eingriff kontrollieren sie den Heilungsverlauf und assistieren bei Bedarf im OP.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAusbildungsberuf
AusbildungsartAusbildung an Berufsfachschulen (bundesweit einheitlich geregelt)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen6
  • I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss mit mind. 2-jähriger Berufsausbildung
  • Ärztliches Attest über gesundheitliche Eignung
  • Ggf. Führungszeugnis
  • Ggf. Mindestalter z.B. 16 Jahre
  • Nachweis über Masernschutz für die praktische Ausbildung in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen
  • Ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Orthoptist/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.606 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung und Region kannst du zwischen 2.796 € und 4.240 € verdienen.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Orthoptist/in?

Die reguläre Ausbildungszeit beträgt 3 Jahre. Danach erhältst du die staatliche Anerkennung als Orthoptist/in.

Welche Schulfächer sind für Orthoptist/innen wichtig?

Physik, Biologie und Deutsch zählen zu den Schlüsselfächern. Sie erleichtern dir das Verständnis für optische Vorgänge, Krankheitslehre und die Beratung von Patientinnen und Patienten.

Ist der Beruf als Orthoptist/in körperlich anstrengend?

Orthoptist/innen sind kaum schwer körperlich belastet, da sie überwiegend sitzend und mit Feinarbeit beschäftigt sind. Wichtig sind jedoch funktionstüchtige Arme und Hände sowie ein sicheres Farbsehvermögen, um Tests korrekt durchzuführen und Sehhilfen genau anzupassen.

Wie sind die Berufsaussichten als Orthoptist/in?

Die Berufsaussichten als Orthoptist/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Außerdem sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen bis 2040, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen. Lediglich die Zahl der Altersabgänge ist geringer als in anderen Berufen, daher werden etwas weniger Stellen frei.

Welche digitalen Skills braucht man als Orthoptist/in?

Digitale Technologien begleiten deinen Berufsalltag. Du solltest 3-D-Laserscanning beherrschen, elektronische Patientenakten und Dokumentenmanagementsysteme sicher nutzen und bei computerassistierten Eingriffen mit Navigationstechnik umgehen können. Auch Predictive-Analytics-Tools kommen zum Einsatz, um Veränderungen an Netzhaut oder Sehnerv frühzeitig einzuschätzen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Orthoptist/in?

Orthoptist/innen arbeiten meist in Untersuchungs- und Behandlungsräumen von Kliniken oder Praxen. Der Alltag verbindet Präzisionsarbeit an ophthalmologischen Geräten mit Bildschirmtätigkeiten für Dokumentation und Abrechnung. In Kliniken können Schicht-, Nacht- oder Rufdienste anfallen, und der direkte Kontakt mit Patientinnen und Patienten verlangt ein hohes Maß an Verantwortung.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Orthoptist/in?

Nach der Ausbildung kannst du dich fachlich breiter aufstellen, z. B. mit Kursen in Augenoptik oder medizinischer Assistenz. Lehrgänge zur Hygiene im Gesundheitsbereich vertiefen dein Know-how und eröffnen dir verantwortungsvollere Aufgaben.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Orthoptist/in?

Über die Aufstiegsprüfung zum/zur Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen oder eine Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen kannst du Leitungsaufgaben übernehmen. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Augenoptik, Optometrie oder Humanmedizin schafft zusätzliche Karrierewege, etwa in Forschung oder eigener Praxis.

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