Orthopädieschuhmacher/Orthopädieschuhmacherin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Orthopädieschuhmacher/Orthopädieschuhmacherin

Auch bekannt als: Orthopädieschuhtechniker/in · Maker (m/f) of orthopaedic footwear

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsortein Werkstätten oder in Werkhallen · in Verkaufs- oder Mess- und Anprobierräumen · in Praxis- und Behandlungsräumen, z.B. bei interdisziplinärer Zusammenarbeit im Bereich Diabetes
Dauer3,5 Jahre
Ausbildungsplätze190

Über den Beruf

Orthopädieschuhmacher/innen fertigen orthopädische Maßschuhe, Einlagen, Orthesen und Prothesen nach ärztlicher Verordnung. Sie vermessen Füße und Beine, erstellen Abdrücke oder 3-D-Scans und führen Ganganalysen durch, um Fehlstellungen exakt zu bestimmen. Aus den Daten entwickeln sie Leisten, schneiden Leder oder moderne Verbundwerkstoffe zu, nähen Schäfte, fräsen Sohlen und setzen alles passgenau zusammen. Häufig modifizieren sie auch Konfektionsschuhe, etwa Diabetikerschutzschuhe, indem sie Sohlenrollen aufbringen oder Druckstellen abpolstern. Neben dem Handwerk beraten sie Patienten zu Pflege, Trageweise und vorbeugenden Maßnahmen und dokumentieren die Versorgung in elektronischen Patientenakten. Bei Reparaturen ersetzen sie abgelaufene Absätze oder erneuern Nähte. Jede Versorgung endet mit einer letzten Anprobe, bei der das Schuhwerk exakt sitzt und Schmerzen deutlich verringert.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung im Handwerk (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3,5 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Orthopädieschuhmacher/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.817 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.500 € und 3.166 €. Mit wachsender Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen oder Verantwortung für ein Team kann dein Einkommen darüber hinaus steigen.

Wie viel verdient man in der Ausbildung als Orthopädieschuhmacher/in?

Während deiner Ausbildung bekommst du im ersten Jahr rund 893 € brutto im Monat, im zweiten 1.011 € und im dritten 1.128 €. Im vierten halben Ausbildungsjahr steigt die Vergütung auf etwa 1.214 €, womit der Durchschnitt bei ungefähr 1.056 € liegt.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Orthopädieschuhmacher/in?

Die duale Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre. Bei sehr guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung kannst du sie in Absprache mit Betrieb und Kammer verkürzen.

Welche Schulfächer sind wichtig für Orthopädieschuhmacher/innen?

Nützlich sind besonders Werken/Technik, Mathematik, Biologie und Deutsch. Sie helfen dir, Materialien fachgerecht zu bearbeiten, Maße exakt zu berechnen, Fußanatomie zu verstehen und Kundengespräche souverän zu führen.

Ist der Beruf als Orthopädieschuhmacher/in körperlich anstrengend?

Der Beruf erfordert eine gute Feinmotorik sowie belastbare Hände und Arme, da viel Handarbeit an Werkstücken anfällt. Du solltest außerdem Gerüche von Klebstoffen vertragen und gesunde Atemwege haben, denn beim Schleifen und Kleben können Dämpfe entstehen.

Wie sind die Berufsaussichten als Orthopädieschuhmacher/in?

Die Berufsaussichten sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Jobs frei werden. Allerdings schrumpft die Beschäftigung bis 2040, und Arbeitgeber werden langfristig leichter Personal finden, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern steigen kann.

Welche digitalen Skills braucht man als Orthopädieschuhmacher/in?

Gefragt ist der souveräne Umgang mit 3-D-Technologien wie Laserscans und Druckern, um Leisten oder Einlagen digital zu vermessen und herzustellen. Du arbeitest außerdem mit elektronischen Patientenakten und kannst smarte Sensorik oder Wearables in Schuhen konfigurieren.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Orthopädieschuhmacher/in?

Du wechselst zwischen Werkstatt, Messraum und Verkaufsfläche und arbeitest sowohl mit Maschinen als auch in reiner Handarbeit. Klebstoffdämpfe, Lederstaub und enger Kundenkontakt gehören zum Alltag, genauso wie präzise Feinarbeit unter Zeitdruck.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Orthopädieschuhmacher/in?

Mit der Prüfung zum/zur Orthopädieschuhmachermeister/in oder Schuhmachermeister/in kannst du eigene Mitarbeiter führen und einen Betrieb leiten. Eine weitere Option ist der Abschluss als staatlich geprüfte/r Techniker/in für Schuhtechnik. Wer sich noch stärker spezialisieren will, kann ein Bachelor- oder Masterstudium in Orthopädie- bzw. Rehatechnik anschließen.

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