Musikinstrumentenbau (Master)
Über den Beruf
Musikinstrumentenbauer/innen entwerfen, bauen und stimmen Streich-, Zupf- und Blasinstrumente. Sie wählen Resonanzhölzer, Carbon oder Kunstharz nach klanglichen Vorgaben aus, trocknen das Material und bearbeiten es von Hand, mit CNC-Fräsen oder Laser. Schnitzen, hobeln, beizen und lackieren beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch die Klangfarbe. Für historische Instrumente analysieren sie den Zustand per 3-D-Laserscan, schließen Risse, fertigen fehlende Teile traditionell oder mit 3-D-Druck nach und achten auf CITES-Artenschutzbestimmungen. Mithilfe akustischer Messungen justieren sie Steg, Saitenlage und Wirbel, bis Schwingungsverhalten und Intonation stimmen. Sie beraten Musiker/innen, kalkulieren Aufträge und erstellen Gutachten zu Alter, Qualität oder Versicherungswert. Erst wenn Spielbarkeit und Klang die eigenen Referenzmessungen erfüllen, geben sie das Instrument zurück.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist im Studienfach Musikinstrumentenbau
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten Hochschulstudium
Passende Studiengänge2
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Musikinstrumentenbauer/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 52.404 € und 67.080 € pro Jahr. Mit wachsender Berufserfahrung sowie je nach Werkstattgröße und Region kann dein Einkommen innerhalb dieser Spanne variieren.
Ist der Beruf als Musikinstrumentenbauer/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist körperlich anspruchsvoll, weil viele Arbeitsschritte millimetergenau per Hand ausgeführt werden. Du brauchst kräftige, ausdauernde Arme sowie eine gesunde Haut, die den Kontakt mit Lacken, Leimen und Lösungsmitteln aushält. Zusätzlich solltest du feinen Holzstaub problemlos vertragen und räumlich genau sehen können, um winzige Bauteile sauber zusammenzusetzen.
Welche digitalen Skills braucht man als Musikinstrumentenbauer/in?
Digitale Fertigungs- und Analyseverfahren gewinnen im Instrumentenbau an Bedeutung. Du solltest deshalb mit 3-D-Druckern und 3-D-Laserscannern umgehen können und wissen, wie man Konstruktionsdaten in einem Dokumentenmanagementsystem strukturiert ablegt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Musikinstrumentenbauer/in?
Die Arbeit findet überwiegend in Werkstätten und Werkhallen statt, oft umgeben von Sägestaub, Lackdämpfen und dem Geräusch von Maschinen. Du wechselst zwischen Feinarbeit am Werktisch, Kundenberatung im Verkaufsraum und Recherche am Computer – dabei helfen dir Lupen, Laser-Messgeräte und Schutzausrüstung, um Haut und Atemwege zu schonen.
Womit arbeitet man als Musikinstrumentenbauer/in?
Zu deinen typischen Arbeitsmitteln gehören Resonanzhölzer, Metalle oder karbonverstärkte Kunststoffe sowie Hilfsstoffe wie Rosshaar, Polituren und Spezialkleber. Für die Bearbeitung nutzt du Sägen, Schnitzmesser, feine Feilen und manchmal ein Binokular, während Skizzen, Schablonen und Artenschutzunterlagen als Vorlage dienen.
Kann man sich als Musikinstrumentenbauer/in selbständig machen?
Ja, viele Musikinstrumentenbauer/innen machen sich mit einer eigenen Werkstatt oder einem Handel für neue und historische Instrumente selbständig. Du kannst einen bestehenden Betrieb übernehmen oder einen eigenen gründen und damit Bau, Restaurierung und Verkauf aus einer Hand anbieten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Musikinstrumentenbauer/in?
Nach dem Master stehen dir fachspezifische Lehrgänge in Restaurierung, historischer Materialkunde oder CAD offen. Seminare zur Holz- und Metallverarbeitung verfeinern dein handwerkliches Können. Solche Weiterbildungen helfen dir, anspruchsvollere Projekte zu übernehmen oder ein eigenes Leistungsprofil zu schärfen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Musikinstrumentenbauer/in?
Für eine wissenschaftliche Karriere kannst du an den Master ein Promotionsstudium im Musikinstrumentenbau, in Restaurierung oder Konservierung anschließen. Eine anschließende Habilitation eröffnet dir den Weg zur Professur an Hochschulen oder Fachhochschulen, wo du Forschung leiten und Studierende ausbilden kannst.
