Restaurierung (Master)
Auch bekannt als: Restaurator/in (Hochschule) · Restorer (m/f)
Über den Beruf
Restauratoren und Restauratorinnen untersuchen Gemälde, Skulpturen, Möbel oder Filme, erfassen jeden Schaden und halten den Befund digital fest. Auf Basis dieser Analyse legen sie Ziel und Umfang der Eingriffe fest, erstellen einen Maßnahmenkatalog und wählen passende Materialien und Techniken. Sie reinigen Oberflächen, stabilisieren brüchige Substanz, ergänzen Fehlstellen und rekonstruieren verloren gegangene Partien, ohne die originale Substanz unnötig anzutasten. Gleichzeitig entwickeln sie Konservierungskonzepte, etwa Klimakontrollen oder UV-Schutz, damit die Objekte langfristig erhalten bleiben. Moderne Hilfsmittel wie 3-D-Scanner, Laser oder Digital-Asset-Management-Systeme erleichtern das Arbeiten und Dokumentieren. Nach Abschluss fertigen sie detaillierte Berichte, Fotos und Zeichnungen an und beraten Auftraggeber zur künftigen Pflege. In Museen oder Hochschulen leiten sie Forschungsprojekte, testen neue Verfahren und betreuen Studierende bei Praktika und Prüfungen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist im Studienfach Restaurierung
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
Passende Studiengänge156
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Restaurator/in?
Als Restaurator/in mit Masterabschluss liegt das Gehalt typischerweise bei 5.793 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 4.219 € und 7.148 €. Tarifverträge des öffentlichen Dienstes sorgen in Museen, Archiven oder Hochschulen oft für ein transparentes Lohngefüge. In privaten Werkstätten oder bei freiberuflicher Arbeit kann die Bezahlung stärker schwanken.
Ist der Beruf als Restaurator/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist körperlich durchaus fordernd: Beim Restaurieren arbeitest du häufig im Knien, gebückt oder über Kopf, etwa an Deckenmalereien. Leitern, Gerüste und Arbeiten in größerer Höhe erfordern Schwindelfreiheit und eine gute Koordination. Zudem brauchst du kräftige Hände und eine belastbare Wirbelsäule, wenn du schwere Objekte bewegst oder längere Zeit in unbequemen Positionen verharrst.
Wie sind die Berufsaussichten als Restaurator/in?
Die Berufsaussichten als Restaurator/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung in diesem Feld wächst bis 2040, was neue Stellen schafft. Gleichzeitig werden viele Altersabgänge erwartet, sodass zusätzliche Posten frei werden. Allerdings ist der Fachkräftemangel gering – offene Stellen werden oft schnell besetzt, weshalb du mit spürbarer Konkurrenz rechnen musst.
Welche digitalen Skills braucht man als Restaurator/in?
Digitale Werkzeuge spielen in der Restaurierung eine immer größere Rolle. Du solltest mit 3-D-Laserscanning, Drohnentechnik und 3-D-Simulationen umgehen können, um Schäden präzise aufzunehmen und Rekonstruktionen zu planen. Ebenso wichtig sind Dokumenten- und Digital-Asset-Management-Systeme zum Archivieren von Untersuchungsdaten sowie Color Reader oder 3-D-Drucker für Farbanalysen und Modellnachbildungen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Restaurator/in?
Die Arbeitsbedingungen wechseln zwischen Werkstatt, Labor, Büro und Einsatzorten vor Ort. Präzisions- und Feinarbeit an wertvollen Originalen verlangt höchste Konzentration, oft unter Schutzkleidung und bei Umgang mit Lösungsmitteln, Lasern oder Mikroskopen. Gleichzeitig gibt es Phasen intensiver Bildschirmarbeit für Schadenskataloge und Recherche sowie Kundenkontakt mit Museen, Denkmalämtern oder privaten Sammlern.
Womit arbeitet man als Restaurator/in?
Restaurator/innen benutzen ein breites Arsenal an Werkzeugen und Geräten. Das Spektrum reicht von Skalpell, Bürste und Schleifmaschine über Röntgen- und Messgeräte bis hin zu Laser, 3-D-Scanner und CAD-gestützten 3-D-Druckern. Farben, Lacke und Lösungsmittel gehören ebenso dazu wie PC, Digitalkamera und ausführliche Zustandsdokumentationen, um jedes Objekt fachgerecht zu bearbeiten und nachzuverfolgen.
Kann man sich als Restaurator/in selbständig machen?
Ja, eine Selbständigkeit ist möglich. Viele Restaurator/innen eröffnen eine eigene Restaurierungswerkstatt und arbeiten projektbezogen für Museen, Galerien oder private Auftraggeber. Entscheidest du dich für diesen Weg, brauchst du neben fachlicher Exzellenz auch unternehmerisches Know-how, zum Beispiel in Kalkulation und Kundenakquise.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Restaurator/in?
Auch nach dem Master kannst du dein Profil mit Fachkursen weiter schärfen. Beliebt sind Seminare zu historischer Materialkunde, Dokumentationssystemen, Denkmalschutz, Holzbearbeitung oder Metallrestaurierung. Solche Weiterbildungen helfen dir, neue Techniken kennenzulernen und dich als Expert/in für bestimmte Werkstoffe oder Epochen zu positionieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Restaurator/in?
Aufstiegschancen ergeben sich vor allem über eine wissenschaftliche Laufbahn. Mit einer Promotion in Restaurierung, Konservierung oder Kunstgeschichte kannst du Leitungsfunktionen in Forschung, Museen oder Denkmalbehörden übernehmen. Wer danach habilitiert, qualifiziert sich für eine Professur und damit für die Leitung von Studiengängen oder Instituten.
