Mediävist/Mediävistin
Über den Beruf
Mediävisten und Mediävistinnen erforschen das europäische Mittelalter: Sie analysieren Chroniken, Urkunden und archäologische Funde, vergleichen Sprachen wie Mittelhochdeutsch oder Mittellatein und ordnen gesellschaftliche, religiöse und wirtschaftliche Strukturen ein. Forschungsergebnisse publizieren sie in Fachaufsätzen, Büchern oder Online-Datenbanken und beantragen hierfür Projektgelder. In Museen konzipieren sie Ausstellungen, organisieren den Ankauf von Originalobjekten und entwickeln museumspädagogische Führungen. Bibliotheken und Archive unterstützen sie beim Aufbau sowie der digitalen Erschließung mittelalterlicher Sammlungen, nutzen dabei etwa 3-D-Scans oder Dokumentenmanagementsysteme. Im Verlagswesen prüfen und lektorieren sie Manuskripte zu historischen Themen, beraten Autor/innen und koordinieren die Produktion. An Hochschulen halten sie Seminare, betreuen Studierende und bewerten Prüfungsleistungen. Mit Vorträgen, Kursen und Online-Formaten bringen sie mittelalterliche Geschichte auch in die Erwachsenenbildung.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium der Mediävistik verlangt. Für Leitungsfunktionen oder besondere Spezialisierungen ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion vorausgesetzt, je nach Fachrichtung z.B. als Dr. phil.; für eine Professur kann außerdem eine Habilitation nötig sein.
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Mediävist/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.691 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 4.371 € und 6.694 €. Mit wachsender Verantwortung nähert sich das Einkommen eher der oberen Spanne an.
Wie sind die Berufsaussichten als Mediävist/in?
Die Berufsaussichten als Mediävist/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung wächst bis 2040, das schafft zwar neue Stellen. Gleichzeitig ist der Fachkräftemangel gering – offene Positionen werden oft schnell besetzt, wodurch die Konkurrenz hoch ist. Diese Konkurrenz unter Bewerbern steigt laut Prognose bis 2040 weiter an, weil Arbeitgeber leichter passende Fachkräfte finden. Zudem gibt es weniger Altersabgänge als in vielen anderen Berufen, sodass seltener Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Mediävist/in?
Gefragt ist der souveräne Umgang mit digitalen Sammlungsmanagement-Systemen, um Objekte und Quellen online zugänglich zu machen. Für die Lehre solltest du Blended-Learning-Formate sowie interaktive Tafeln oder MOOCs einsetzen können. In der Forschung sind Dokumentenmanagement-Systeme und Verfahren der maschinellen Übersetzung nützlich, um mehrsprachige Texte effizient zu bearbeiten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Mediävist/in?
Die Tätigkeit ist stark bildschirmorientiert und findet überwiegend in Büro- sowie Unterrichtsräumen statt. Du leitest Seminare oder Führungen und trägst dabei Verantwortung für Studierende oder Besucher/innen.
Womit arbeitet man als Mediävist/in?
Zum Arbeitsalltag gehören Fachbücher, Zeitschriften, Findbücher und Kataloge ebenso wie mittelalterliche Handschriften, Keramik oder Mauerreste. Für Recherche und Präsentation nutzt du PC, Datenbankmanagementsysteme, Beamer und Internetzugang.
Kann man sich als Mediävist/in selbständig machen?
Ja, eine freiberufliche Tätigkeit ist möglich. Häufige Felder sind Kulturjournalismus, wissenschaftliches Lektorat oder Erwachsenenbildung, in denen du Vorträge, Kurse oder Textaufträge auf Honorarbasis übernimmst.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Mediävist/in?
Du kannst dich durch Seminare in Museologie, Kultur- oder Medienmanagement spezialisieren und dein Profil für Museums- oder Kulturprojekte schärfen. Fortbildungen in Journalistik, Verlagswesen oder Informations- und Dokumentationswesen öffnen Wege in redaktionelle oder archivarische Tätigkeiten.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Mediävist/in?
Für leitende Funktionen brauchst du meist einen höheren akademischen Abschluss. Ein Master in Mediävistik, Geschichte oder Museologie qualifiziert dich für Projekt- oder Abteilungsleitungen. Wer in der Hochschulforschung aufsteigen will, promoviert und kann mit einer Habilitation den Weg zur Professur einschlagen.
