Kinderdorfmutter/Kinderdorfvater
Auch bekannt als: Kinderdorf-Pädagogin/Pädagoge · Children's village mother/father · SOS parent (m/f)
Über den Beruf
Kinderdorfmütter und Kinderdorfväter nehmen bis zu sechs Kinder und Jugendliche in ihre Kinderdorffamilie auf, die vorübergehend nicht bei ihren Herkunftseltern leben können. Sie gestalten mit den jungen Menschen einen sicheren Alltag, unterstützen sie beim Aufstehen, Kochen, Hausaufgabenmachen und Einschlafen. Dabei planen sie Erziehungsziele gemeinsam mit Jugendämtern, dokumentieren Fortschritte und halten den Kontakt zu den leiblichen Familien. Freizeitaktivitäten, Sport und kreative Angebote fördern soziale Kompetenzen und Talente. Neben der pädagogischen Arbeit führen sie einen großen Haushalt: einkaufen, Mahlzeiten zubereiten, Wäsche pflegen und häufig auch den Garten versorgen. Im Team arbeiten sie eng mit Erzieher/innen, Hauswirtschaftskräften und Fachdiensten zusammen, koordinieren Therapien oder schulische Förderangebote und übernehmen die Rolle einer verlässlichen Bezugsperson. So wachsen die Kinder in einer stabilen Umgebung auf und entwickeln Schritt für Schritt Selbstvertrauen und Eigenständigkeit.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen7
- I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss
- Je nach Bildungsanbieter ggf. Führungszeugnis
- Je nach Bildungsanbieter Vereinbarkeit mit der privaten Situation (Kind oder Partner/in)
- Je nach Bildungsanbieter Mindestalter eigener Kinder: 4 Jahre
- Beim Umgang mit Lebensmitteln Belehrung und Bescheinigung des Gesundheitsamts
- Für die praktische Ausbildung in Gemeinschafts- und medizinischen Einrichtungen Nachweis über Masernschutz
- Einrichtungen verlangen ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Kinderdorfmutter/-vater?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.091 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.614 € und 4.604 €. Träger der Einrichtung, Berufserfahrung und zusätzliche Qualifikationen wie eine Weiterbildung zur Fachwirtin bzw. zum Fachwirt für Erziehungswesen können dein Einkommen weiter erhöhen.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Kinderdorfmutter/zum Kinderdorfvater?
Die Ausbildung dauert in Vollzeit je nach Vorbildung zwischen 1 und 3 Jahren. Hast du bereits einen sozialpädagogischen Abschluss oder einschlägige Berufserfahrung, kann sich die Dauer verkürzen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Kinderdorfmütter/-väter?
Mathematik, Kunst/Musik, Deutsch, Englisch, Pädagogik/Psychologie und Hauswirtschaftslehre. Gute Leistungen darin helfen dir später beim Haushaltsbudget, bei Dokumentationen und bei kreativen Freizeitangeboten für die Kinder.
Ist der Beruf als Kinderdorfmutter/-vater körperlich anstrengend?
Der Beruf ist stellenweise körperlich fordernd. Du brauchst vor allem funktionstüchtige Arme und Hände, um tägliche Hausarbeiten wie Kochen, Waschen oder Bügeln sicher zu erledigen.
Wie sind die Berufsaussichten als Kinderdorfmutter/-vater?
Die Berufsaussichten als Kinderdorfmutter/-vater sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040, was zusätzliche Stellen schafft. Allerdings besteht nur ein geringer Fachkräftemangel – offene Stellen werden meist schnell besetzt, sodass die Konkurrenz größer ist. Zudem sind weniger Altersabgänge zu erwarten als in anderen Berufen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Kinderdorfmutter/-vater?
Der Arbeitsplatz liegt direkt im Kinderdorfhaus, sodass Arbeit und Privatleben ineinandergreifen. Eine 6-Tage-Woche, Nacht- und Wochenenddienste, Lärm spielender Kinder sowie emotional belastende Situationen gehören dazu. Zusätzlich wechselst du häufig zwischen organisatorischen, pädagogischen und hauswirtschaftlichen Aufgaben.
Womit arbeitet man als Kinderdorfmutter/-vater?
Zum Alltag gehören Haushaltsgeräte wie Herd, Waschmaschine und Bügeleisen, aber auch Sportgeräte, Musikinstrumente, Werk- und Bastelmaterialien. Du nutzt zudem PC und Unterlagen wie Haushaltsbücher, Speisepläne oder Hygienevorschriften.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Kinderdorfmutter/-vater?
Du kannst dich durch Fachkurse in Pädagogischer Diagnostik, Konfliktmanagement, Lernberatung, Jugendarbeit oder Familienhilfe spezialisieren. Auch Fortbildungen zu Ernährung, Diätwesen oder Elementarpädagogik stehen offen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Kinderdorfmutter/-vater?
Mit Berufspraxis kannst du über die Prüfung zur Fachwirtin bzw. zum Fachwirt für Erziehungswesen in Leitungsfunktionen aufsteigen. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Kindheitspädagogik oder Erziehungs- und Bildungswissenschaft eröffnet zusätzlich den Weg zu verantwortlichen Positionen in der Kinder- und Jugendhilfe.
