Kampfmittelbeseitiger/Kampfmittelbeseitigerin – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Kampfmittelbeseitiger/Kampfmittelbeseitigerin

Auch bekannt als: Fachtechnisches Aufsichtspersonal in der Kampfmittelbeseitigung · Kampfmittelräumer/in

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsorteim Freien, auf Bau- bzw. Räumstellen · in Büroräumen
Dauer8-9 Wochen (Vollzeit)
Offene Stellen61

Über den Beruf

Kampfmittelbeseitiger/innen orten Blindgänger, Munitionsreste und Sprengstoffe im Erdreich. Sie analysieren historische Luftbilder, digitale Karten und Messdaten von Bodenradar, Drohnen oder Bohrlochsonden, um Verdachtspunkte zu bestimmen. Vor Ort wählen sie das passende Detektionsverfahren, leiten Sondierungs- und Aushubarbeiten und sichern die Fundstelle. Nach dem Freilegen identifizieren sie den Munitionstyp, prüfen Zündsysteme und beurteilen, ob das Objekt transportiert oder vor Ort entschärft werden muss. Für Sprengungen berechnen sie Schutzradien, koordinieren Absperrungen mit Polizei und Feuerwehr und setzen ferngesteuerte Roboter oder konventionelle Sprengtechnik ein. Sie planen den Einsatz von Bohrgeräten, Erdbaumaschinen und Spezialwerkzeugen, dokumentieren jeden Schritt und achten strikt auf Arbeitsschutz. Als verantwortliche Fachkräfte führen sie Sondierer/innen und Räumhelfer/innen und überwachen jede Phase der Räumung, bis das Gelände gefahrlos weitergenutzt werden kann.

Ausbildung & Zugang

BerufstypWeiterbildungsberuf
AusbildungsartStaatlicher oder staatlich anerkannter Lehrgang
Dauer8-9 Wochen (Vollzeit)
Zugangsvoraussetzungen6
  • I.d.R. Unbedenklichkeitsbescheinigung nach § 34 Abs. 2 der 1. SprengV
  • Zusätzlich gültiger Befähigungsschein nach § 20 SprengG
  • Technische Berufsausbildung + mind. 2 Jahre praktische Tätigkeit in der Kampfmittelbeseitigung
  • Oder mind. 4 Jahre praktische Tätigkeit in den jeweiligen Aufgabenfeldern der Kampfmittelbeseitigung unter Aufsicht verantwortlicher Personen
  • Oder technische (Fach-)Hochschulausbildung + mind. 1 Jahr praktische Tätigkeit
  • Oder Ausbildung bei der Bundeswehr als "Fachkundige/r Munition" + mind. 6 Monate praktische Tätigkeit in der Kampfmittelbeseitigung

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Kampfmittelbeseitiger/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.519 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Arbeitgeber und Region kannst du zwischen 2.856 € und 4.480 € verdienen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Kampfmittelbeseitiger/in?

Die Vollzeit-Weiterbildung dauert 8 bis 9 Wochen. Damit ist sie deutlich kürzer als eine reguläre Berufsausbildung, verlangt aber eine einschlägige Vorqualifikation.

Ist der Beruf als Kampfmittelbeseitiger/in körperlich anstrengend?

Ja, körperliche Belastung gehört dazu: Du arbeitest häufig im Gehen oder Hocken, musst Fundmunition in beengten Gruben freilegen und dabei Arme, Hände und Rücken stark beanspruchen. Robustheit gegenüber Kälte, Hitze und Nässe sowie ein gutes Sehvermögen und koordinierte Bewegungen sind unverzichtbar.

Wie sind die Berufsaussichten als Kampfmittelbeseitiger/in?

Die Berufsaussichten als Kampfmittelbeseitiger/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch, offene Stellen sind schwer zu besetzen – das spricht für Jobsuchende. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Posten frei werden. Allerdings schrumpft die Beschäftigung bis 2040 und Arbeitgeber werden langfristig schneller geeignetes Personal finden, weshalb die Konkurrenz unter Bewerbern auf Dauer zunimmt.

Welche digitalen Skills braucht man als Kampfmittelbeseitiger/in?

Im Umgang mit modernem Equipment sind solide digitale Fähigkeiten gefragt. Du solltest 3-D-Laserscanner und Digitale Topografische Karten auswerten können, Drohnen für Luftaufnahmen bedienen und bei Bedarf Augmented-Reality-Brillen einsetzen. Auch der Einsatz von Robotern für Entschärfungen gehört immer öfter zum Arbeitsalltag.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Kampfmittelbeseitiger/in?

Der Job wechselt ständig zwischen Einsatz im Freien und Büroarbeit. Draußen trägst du Schutzhelm und Spezialanzug, arbeitest im Stehen, Bücken oder Knien und musst auch bei schlechtem Wetter konzentriert bleiben. Im Büro planst du Einsätze, wertest Messdaten am Bildschirm aus und trägst Verantwortung für die Sicherheit von Menschen und Sachwerten.

Kann man sich als Kampfmittelbeseitiger/in selbständig machen?

Ja, eine Selbständigkeit ist möglich. Kampfmittelbeseitiger/innen gründen zum Beispiel ein eigenes Räumungsunternehmen oder bieten ihre Expertise als freie/r Gutachter/in und Berater/in an.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Kampfmittelbeseitiger/in?

Nach dem Lehrgang kannst du dich fachlich weiter spezialisieren, etwa in Arbeitssicherheit und Unfallverhütung oder in Vermessungstechnik zur präzisen Geländeerfassung. Kurse zu Sondermüll, Altlasten und Bodenschutz oder zu Geoinformationssystemen vertiefen dein Know-how. Auch Schulungen im Umgang mit Baumaschinen erweitern dein Einsatzspektrum.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Kampfmittelbeseitiger/in?

Für leitende Funktionen bietet sich ein Bachelor- oder Masterstudium in Sicherheitstechnik, Vermessungstechnik oder Geotechnologie an. Damit kannst du Projektleitungen übernehmen, größere Räumprogramme planen und in Behörden oder Ingenieurbüros strategische Aufgaben übernehmen.

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