Hippotherapeut/Hippotherapeutin
Auch bekannt als: Hippotherapist (m/f)
Über den Beruf
Hippotherapeuten und Hippotherapeutinnen nutzen den Bewegungsrhythmus eines schreitenden Pferdes, um bei Patientinnen und Patienten motorische Funktionen zu fördern und Gleichgewichtssinn sowie Körperwahrnehmung zu schulen. Auf Grundlage ärztlicher Verordnungen stimmen sie sich mit anderen Therapeutinnen und Therapeuten ab, legen Therapieziele fest und verankern die Reiteinheiten im physiotherapeutischen Gesamtkonzept. Sie wählen geeignete Pferde aus, trainieren sie für den therapeutischen Einsatz und überwachen deren Gesundheit. Während der Behandlung sichern sie die Patientinnen und Patienten auf dem Pferd, geben dem Pferdeführer präzise Kommandos und passen Tempo oder Bahnverlauf sofort an beobachtete Reaktionen an. Anschließend halten sie alle Schritte digital oder schriftlich fest, analysieren Fortschritte und passen den Plan an. Sie schulen Helferinnen und Helfer im sicheren Umgang mit Pferd und Mensch und beraten Angehörige zu unterstützenden Übungen. Jede Einheit soll ein verbessertes Bewegungsgefühl auf dem Pferderücken ermöglichen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen5
- I.d.R. Abschluss als Physiotherapeut/in
- Mind. 1 Jahr Berufspraxis
- Langjähriger und sicherer Umgang mit Pferden oder reiterliche Kenntnisse, z.B. Reitabzeichen 5 (Dressur) und Longierabzeichen 5, Westernreitabzeichen 4 und LA 5 oder IPZV-Reitabzeichen Bronze und IPZV-LZ 2
- I.d.R. Führungszeugnis
- Erste-Hilfe-Kenntnisse
Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Hippotherapeut/in?
Als Hippotherapeut/in liegt das Gehalt typischerweise bei 3.475 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Arbeitgeber und Region sind zwischen 2.906 € und 4.085 € möglich. Zusätzliche Qualifikationen oder Leitungsaufgaben können das Einkommen weiter erhöhen.
Wie lange dauert die Weiterbildung als Hippotherapeut/in?
Die Weiterbildung dauert meist 6 bis 12 Monate und wird in Teilzeit angeboten. Viele Anbieter organisieren den Unterricht blockweise oder an Wochenenden, sodass du parallel weiterhin als Physiotherapeut/in arbeiten kannst.
Ist der Beruf als Hippotherapeut/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist körperlich fordernd. Du hebst oder stützt Patient/innen auf dem Pferd, führst die Tiere, arbeitest draußen auf Koppeln und brauchst eine belastbare Wirbelsäule sowie kräftige Arme und Beine. Beweglichkeit und gutes Sehvermögen sind ebenso wichtig, um Haltungskorrekturen sicher zu erkennen.
Wie sind die Berufsaussichten als Hippotherapeut/in?
Die Berufsaussichten als Hippotherapeut/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen und bieten Bewerber/innen Vorteile. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber jedoch leichter, Personal zu finden; die Konkurrenz unter Bewerbern steigt langfristig.
Welche digitalen Skills braucht man als Hippotherapeut/in?
Für Hippotherapeuten/innen sind solide digitale Dokumentations- und Verwaltungskenntnisse wichtig. Du arbeitest mit Dokumentenmanagementsystemen, pflegst elektronische Patientenakten und nutzt vernetzte Tourenplanungs- oder Abrechnungssoftware.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Hippotherapeut/in?
Die Arbeitsbedingungen wechseln zwischen Stall, Reitplatz und Büro. Du arbeitest bei Kälte, Hitze oder Zugluft, trägst hohe Verantwortung für Menschen mit Behinderung und musst emotional belastende Situationen bewältigen. Handarbeit am Pferd wechselt sich mit Computerarbeit zur Dokumentation ab.
Kann man sich als Hippotherapeut/in selbständig machen?
Ja, viele Hippotherapeuten/innen arbeiten freiberuflich oder gründen eine eigene Praxis auf einem Reiterhof. Neben der therapeutischen Qualifikation brauchst du dafür unternehmerisches Know-how, geeignete Pferde und passende Räumlichkeiten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Hippotherapeut/in?
Fachlich weiter kommst du z.B. mit Kursen in Heilpädagogischem Reiten, Tiertherapien oder Psychomotorik. Auch Sensomotorik, Motopädie und Tierpflege erweitern dein therapeutisches Repertoire und eröffnen neue Einsatzfelder.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Hippotherapeut/in?
Aufstiegschancen bieten vor allem akademische Abschlüsse. Mit einem Bachelor- oder Masterstudium in Physiotherapie oder Ergotherapie kannst du Leitungsfunktionen in Rehabilitationszentren übernehmen oder in Forschung und Lehre wechseln.
