Ergotherapie (Bachelor)
Auch bekannt als: Ergotherapeut/in · Arbeitstherapeut/in ·
Über den Beruf
Ergotherapeut/innen beraten, behandeln und fördern Menschen, die durch Krankheit, Behinderung oder Entwicklungsverzögerung in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind. Sie analysieren motorische, kognitive und psychosoziale Fähigkeiten, legen gemeinsam mit den Patient/innen konkrete Therapieziele fest und erstellen darauf abgestimmte Behandlungspläne. In Einzel- oder Gruppensitzungen trainieren sie Greifen, Gehen, Schreiben oder den Umgang mit intelligenten Prothesen und Exoskeletten. Kreative und handwerkliche Tätigkeiten wie Malen, Sägen oder Tonarbeiten unterstützen dabei Wahrnehmung und Feinmotorik. Ergotherapeut/innen passen Hilfsmittel an, gestalten Arbeits- und Wohnumgebungen ergonomisch und leiten Angehörige in den Übungsablauf ein. Fortschritte dokumentieren sie in elektronischen Patientenakten, koordinieren sich mit Ärzt/innen sowie Physiotherapeut/innen und übernehmen Abrechnung und Case-Management. Ziel ist, dass Patient/innen Alltag, Schule oder Beruf wieder möglichst eigenständig meistern.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen7
- Fachhochschulreife oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Bei dualem Studium i.d.R. Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit einem geeigneten Unternehmen
- Ggf. Vorpraktikum
- Ggf. ärztliches Attest über gesundheitliche Eignung
- Für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen Nachweis über Masernschutz
- Einrichtungen verlangen ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B
Passende Studiengänge25
Studienangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Ergotherapeut/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.475 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.906 € und 4.085 €. Mit Zusatzqualifikationen oder Leitungsaufgaben kannst du in die obere Spanne kommen.
Wie lange dauert das Ergotherapie-Studium?
Das Bachelorstudium Ergotherapie dauert in der Regel 3 bis 4 Jahre. Je nach Hochschule kann es sechs bis acht Semester Vollzeit sein oder als ausbildungsintegrierendes Modell mit längeren Praxisblöcken laufen.
Welche Schulfächer sollte man für Ergotherapie mögen?
Für das Studium sind vor allem Biologie, Politik/Sozialkunde und Englisch wichtig. Gute Kenntnisse erleichtern dir den Einstieg in Anatomie, Soziologie und das Verständnis englischsprachiger Fachartikel.
Ist der Beruf als Ergotherapeut/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist durchaus körperlich anspruchsvoll, weil du Patient/innen stützt, Bewegungen vormachst und viel auf den Beinen bist. Du brauchst Ausdauer, eine gute Koordination der Arme und Hände sowie einen feinen Tastsinn, um Fehlstellungen sicher zu erkennen.
Wie sind die Berufsaussichten für Ergotherapeut/innen?
Die Berufsaussichten als Ergotherapeut/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040, sodass zusätzliche Stellen entstehen. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Jobs lassen sich schwer besetzen, was deine Chancen verbessert. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch weitere Positionen frei werden. Langfristig finden Arbeitgeber jedoch schneller Bewerber/innen, wodurch die Konkurrenz bis 2040 etwas steigt.
Welche digitalen Skills brauchen Ergotherapeut/innen?
Ergotherapeuten/innen arbeiten zunehmend digital, etwa mit elektronischen Patientenakten und Praxisverwaltungssystemen. Du solltest dich außerdem in Ambient-Assisted-Living-Systemen, sensorgestützten Exoskeletten, smarten Prothesen sowie Software für Tourenplanung und Leistungsdokumentation zurechtfinden.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Ergotherapeut/in?
Ergotherapeut/innen arbeiten meist in Kliniken, Reha-Zentren oder eigenen Praxen und stehen dabei im engen Kontakt mit ihren Patient/innen. Handwerkliche Übungsräume, Turnhallen oder auch Hausbesuche sorgen für häufig wechselnde Umgebungen; der Umgang mit kranken, alten oder behinderten Menschen kann dabei emotional belastend sein.
Womit arbeitet man als Ergotherapeut/in?
Zum Arbeitsalltag gehören Therapiegeräte wie Behandlungsliegen, Hängematten, Trampoline oder Klettergerüste ebenso wie handwerkliche Werkzeuge etwa Hobel und Hämmer. Zusätzlich nutzt du Gymnastikbälle, Bastel- und Spielmaterialien sowie digitale Hilfen wie PC, Internetzugang und Praxissoftware zur Dokumentation.
Kann man sich als Ergotherapeut/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich, etwa durch die Gründung oder Übernahme einer eigenen Ergotherapie-Praxis. Dafür brauchst du nicht nur fachliche Erfahrung, sondern auch betriebswirtschaftliches Know-how, eine Kassenzulassung und geeignete Therapieräume.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich als Ergotherapeut/in?
Ergotherapeut/innen können sich nach einigen Berufsjahren etwa zur/zum Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen weiterbilden und so Praxis- oder Abteilungsleitungen übernehmen. Ein anschließendes Masterstudium in Ergotherapie oder Therapiewissenschaft ebnet dir den Weg in Forschung, Lehre und ins Qualitätsmanagement von Kliniken. Interessiert dich die Betriebswirtschaft, bringt dich die Fachschule zur/zum Betriebswirt/in – Management im Gesundheitswesen in Positionen des Controllings oder der Geschäftsführung.
