Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger/Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger/Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin

Auch bekannt als: Heilerzieher/in · Remedial therapist (m/f)

BerufsfeldSoziales & Pädagogik
Arbeitsortein Aufenthalts-, Wohn- und Schlafräumen · in Werkstätten · in Sporträumen, z.B. Turn- und Schwimmhallen · im Freien · in Büro- und Besprechungsräumen
Dauer2-6 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
Offene Stellen6.303

Über den Beruf

Heilerziehungspfleger/innen unterstützen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderungen bei einem möglichst selbstbestimmten Alltag. Sie helfen beim Aufstehen, Anziehen, Essen und Einkaufen, üben mit den Betreuten Musizieren, Malen oder Schwimmen und organisieren Ausflüge. Um Fortschritte sichtbar zu machen, erstellen sie individuelle Förderpläne und dokumentieren jede Maßnahme digital. Nach ärztlicher Verordnung geben sie Medikamente aus, lagern bettlägerige Personen richtig und koordinieren Physiotherapie oder Psychotherapie. Treten Verhaltenskrisen auf, setzen sie pädagogische Methoden und Deeskalationstechniken ein. Zudem beraten sie Angehörige, unterstützen beim Einstieg ins Berufsleben und übernehmen Abrechnungen oder Bestellungen. Auf diese Weise stärken sie Selbstständigkeit und gleichberechtigte Teilhabe der betreuten Menschen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAus- bzw. Weiterbildung
AusbildungsartSchulische Aus- bzw.
Dauer2-6 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
Zugangsvoraussetzungen4
  • I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss
  • Zusätzlich abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige einschlägige Berufstätigkeit
  • Nachweis über Masernschutz für die praktische Ausbildung in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen
  • Ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Heilerziehungspfleger/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.263 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.807 € und 4.808 €. Zulagen für Schicht-, Nacht- oder Wochenendarbeit können es zusätzlich erhöhen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Heilerziehungspfleger/in?

Die Weiterbildung dauert in Vollzeit meist zwei bis drei Jahre; berufsbegleitend oder in Teilzeit kann sie bis zu sechs Jahre in Anspruch nehmen. Deine persönliche Dauer hängt vom Modell des Bildungsträgers und dem Anteil praktischer Einsätze ab.

Welche Schulfächer sind wichtig für Heilerziehungspfleger/innen?

Hilfreiche Fächer sind Deutsch, Kunst/Musik/Werken, Ethik, Pädagogik/Psychologie und Hauswirtschaftslehre. Starke Leistungen darin erleichtern dir später das Formulieren von Förderplänen, das Anleiten kreativer Angebote und das fachgerechte Organisieren von Mahlzeiten.

Ist der Beruf als Heilerziehungspfleger/in körperlich anstrengend?

Ja, die Tätigkeit ist körperlich fordernd, weil du Menschen stützt, umlagerst oder in den Rollstuhl hebst. Eine belastbare Wirbelsäule, kräftige Arme und Hände sowie eine robuste Gesundheit sind daher wichtig, besonders bei Infektionsrisiken oder längeren Einsätzen im Stehen.

Wie sind die Berufsaussichten als Heilerziehungspfleger/in?

Die Berufsaussichten sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040 und schafft neue Jobs. Gleichzeitig ist der Fachkräftemangel gering, offene Stellen werden deshalb schnell besetzt – die Konkurrenz unter Bewerber/innen ist also etwas höher. Zudem stehen weniger Altersabgänge an als in vielen anderen Berufen, sodass etwas weniger Positionen nachrücken.

Welche digitalen Skills braucht man als Heilerziehungspfleger/in?

Elektronische Pflegedokumentation und Formularmanagement-Systeme gehören zum Alltag. Du solltest außerdem Assistenzsysteme wie Ambient Assisted Living, Telecare oder Therapie- und Pflegeroboter bedienen können. Game-Based-Learning-Programme, mit denen du kognitive Fähigkeiten förderst, runden das digitale Profil ab.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Heilerziehungspfleger/in?

Du arbeitest handlungsorientiert, bereitest Mahlzeiten zu und trägst bei Pflegetätigkeiten oft Einweghandschuhe oder Mundschutz. Schicht-, Wochenend- und Abenddienste sind üblich, und der enge Kontakt mit betreuten Personen kann körperlich wie emotional belastend sein, etwa bei herausfordernden Verhaltensweisen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Heilerziehungspfleger/innen?

Du kannst dich fachlich spezialisieren, zum Beispiel in Frühförderung, sonderpädagogischer Diagnostik oder Eltern- und Erziehungsberatung. Kurse in Psychomotorik, Sensomotorik oder der Arbeit mit Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen erweitern dein Kompetenzprofil und eröffnen verantwortungsvollere Aufgabenfelder.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Heilerziehungspfleger/in?

Mit Erfahrung bietet sich eine Qualifikation zum/zur Fachwirt/in im Erziehungswesen oder Gesundheits- und Sozialwesen an, um Leitungsfunktionen zu übernehmen. Auch ein Bachelor- oder Masterstudium etwa in Heil- oder Sonderpädagogik, Rehabilitations- oder Sozialer Arbeit kann den Weg in konzeptionelle Aufgaben oder leitende Positionen ebnen. Zusätzlich ist eine Spezialisierung als Fachpflegekraft für Psychiatrie oder als Motopäde/Motopädin möglich.

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