Geowissenschaftler/Geowissenschaftlerin
Auch bekannt als: Geoscientist (m/f)
Über den Beruf
Geowissenschaftler/innen untersuchen den Aufbau der Erde, analysieren Gestein, Boden und Wasser und erklären geodynamische Prozesse wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Sie planen Bohrungen, entnehmen Proben und werten Messreihen aus Seismometern, Satelliten oder 3-D-Scans mit GIS-Software aus. Die gewonnenen Daten nutzen sie, um Lagerstätten von Rohstoffen zu lokalisieren, Baugrund zu beurteilen oder geeignete Standorte für Trinkwasserbrunnen, Geothermieanlagen und Deponien zu empfehlen. In Gutachten und Stellungnahmen bewerten sie Umweltgefahren, Schadstoffbelastungen oder Bauschäden und entwickeln Sanierungs- oder Sicherungskonzepte. In der Forschung entwerfen sie Experimente, werben Drittmittel ein und veröffentlichen Ergebnisse, an Hochschulen gestalten sie zudem Vorlesungen und Geländeexkursionen. Durch Big-Data-Analysen und digitale Zwillinge simulieren sie mögliche Entwicklungen und unterstützen Behörden, Unternehmen und die Öffentlichkeit bei Entscheidungen zum nachhaltigen Umgang mit der Erdoberfläche und ihren Ressourcen.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Einstieg wird i.d.R. ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Geowissenschaften verlangt. Für Leitungsfunktionen oder besonders spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion, je nach Fachrichtung z.B. Dr. phil., vorausgesetzt; für eine Professur an einer Hochschule kann außerdem eine Habilitation notwendig sein.
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Geowissenschaftler/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.274 € brutto im Monat. Mit wachsender Erfahrung kannst du zwischen 4.153 € und 6.668 € verdienen. Faktoren wie Branche, Tarifbindung und Projektverantwortung können die Summe zusätzlich nach oben oder unten treiben.
Ist der Beruf als Geowissenschaftler/in körperlich anstrengend?
Auf Forschungsreisen und bei Geländeeinsätzen arbeitest du oft bei Wind und Wetter, kletterst über unebenes Terrain und nimmst Proben. Dafür brauchst du robuste Gesundheit, kräftige Arme und Hände sowie gutes Farb- und Raumsehen. Im Büro und Labor ist die körperliche Belastung dagegen eher moderat.
Wie sind die Berufsaussichten als Geowissenschaftler/in?
Die Berufsaussichten als Geowissenschaftler/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Es gibt einen hohen Fachkräftemangel – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen bis 2040, weil Arbeitgeber länger nach geeignetem Personal suchen.
Welche digitalen Skills braucht man als Geowissenschaftler/in?
Digitale Messtechnik gehört zum Alltag: Du solltest 3-D-Laserscanning beherrschen, Geoinformationssysteme bedienen können und mithilfe von BIM-Software digitale Untergrundmodelle erstellen. Auch 3-D-Simulationen, der Einsatz von Bergbaurobotern und der Umgang mit interaktiven Karten oder digitalen Lehrplattformen sind gefragt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Geowissenschaftler/in?
Der Job wechselt ständig zwischen Bildschirmarbeit, Laboranalysen und Außeneinsätzen. Du trägst Verantwortung für Studierende oder Kund/innen und für teures Messequipment. Häufige Dienstreisen und präzises Arbeiten unter Zeitdruck können Teil des Arbeitsalltags sein.
Womit arbeitet man als Geowissenschaftler/in?
Zum Equipment zählen GPS-gestützte Vermessungsgeräte, Nivellierstab und ‑gerät, Mikroskope, Spektrometer sowie Software für Geodatenanalyse. Du hantierst mit Boden- und Gesteinsproben, setzt Chemikalien ein und nutzt bei Bedarf kleine Sprengladungen, um Bohrkerne freizulegen.
Kann man sich als Geowissenschaftler/in selbständig machen?
Ja. Viele Fachkräfte gründen ein eigenes Büro und bieten als Gutachter/innen, Projektleiter/innen oder Berater/innen ihre Expertise an. Auftraggeber sind dann häufig Unternehmen, Behörden oder Verbände.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Geowissenschaftler/in?
Fortbildungen reichen von Geoinformationssystemen über Altlasten- und Bodenschutz bis hin zu physikalischer Messtechnik oder Rohstoffgewinnung. Solche Kurse vertiefen Spezialwissen und können dir den Weg zu verantwortungsvolleren Aufgaben oder neuen Tätigkeitsfeldern öffnen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Geowissenschaftler/in?
Ein Master in Geotechnologie, Geophysik oder Geoinformatik kann dir den Weg in leitende Positionen ebnen. Wer wissenschaftlich Karriere machen will, schließt meist eine Promotion und gegebenenfalls eine Habilitation an. In Industrie und Verwaltung verbessert eine Promotion ebenfalls die Chance, Projekte oder ganze Abteilungen zu führen.
