Geprüfter Steuerfachwirt/Geprüfte Steuerfachwirtin
Über den Beruf
Steuerfachwirte und Steuerfachwirtinnen betreuen Betriebe aller Rechtsformen sowie Privatpersonen bei steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Anliegen. Sie erstellen Umsatzsteuervoranmeldungen, Einkommen- und Gewerbesteuererklärungen, fertigen Jahresabschlüsse und prüfen Steuerbescheide. Finanz- und Lohnbuchhaltung liegen ebenso in ihrer Hand wie die digitale Belegverarbeitung mit Kanzleisoftware, Dokumentenmanagement- und KI-gestützten Analysewerkzeugen. Mithilfe von Predictive Analytics prognostizieren sie Unternehmenswerte und unterstützen strategische Entscheidungen. Mandanten beraten sie zur Steueroptimierung, Altersvorsorge oder zu Fragen des Erb- und Schenkungssteuerrechts, unterstützen bei Investitions- und Finanzierungsvorhaben und nehmen an Bank- oder Finanzierungsgesprächen teil. Für Steuerberaterinnen und Steuerberater bereiten sie Beratungstermine vor, begleiten Betriebsprüfungen und kommunizieren mit Finanzämtern sowie Sozialversicherungsträgern. Innerhalb der Kanzlei organisieren sie Abläufe, überwachen Fristen, führen Mitarbeitende und können die Kanzleileitung vertreten.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- I.d.R. Abschlussprüfung als Steuerfachangestellte/r
- Oder Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf, z.B. als Rechtsanwaltsfachangestellte/r, Bankkaufmann/-frau oder Industriekaufmann/-frau
- Zusätzlich entsprechende einschlägige Berufspraxis
- Alternativ z.B. mind. 8 Jahre einschlägige Berufspraxis
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Steuerfachwirt/in?
Steuerfachwirte/innen verdienen typischerweise 4.459 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Kanzleigröße und Bundesland sind zwischen 3.686 € und 5.523 € möglich.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Steuerfachwirt/in?
Die Weiterbildung dauert je nach Lehrgangsform zwischen 2 und 18 Monaten. Vollzeitkurse führen in wenigen Wochen zum Abschluss, berufsbegleitende Abend- oder Wochenendlehrgänge ziehen sich entsprechend länger.
Wie sind die Berufsaussichten als Steuerfachwirt/in?
Die Berufsaussichten als Steuerfachwirt/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch, offene Stellen sind daher schwer zu besetzen – ein Pluspunkt für Bewerber/innen. Außerdem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Jobs frei werden. Allerdings schrumpft die Beschäftigung bis 2040. Bis 2040 finden Arbeitgeber voraussichtlich schneller Personal, sodass die Konkurrenz unter Bewerber/innen langfristig zunimmt.
Welche digitalen Skills braucht man als Steuerfachwirt/in?
Digitale Prozesse bestimmen einen großen Teil der Arbeit. Du solltest mit Dokumenten- und Compliance-Management-Systemen umgehen können, E-Rechnungen über ERP- oder BPM-Software abwickeln und KI-Agenten für Termin- oder Datenpflege einsetzen. Wer zusätzlich Predictive-Analytics-Tools beherrscht, kann Mandanten bei strategischen Entscheidungen unterstützen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Steuerfachwirt/in?
Die Tätigkeit spielt sich überwiegend am Schreibtisch ab und erfordert kontinuierliche Bildschirmarbeit. Gleichzeitig musst du zahlreiche Gesetze und Fristen im Blick behalten und regelmäßig mit Mandanten, Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern kommunizieren. Wer strukturiert arbeitet und Kundengespräche schätzt, findet hier passende Rahmenbedingungen.
Womit arbeitet man als Steuerfachwirt/in?
Zum Alltag gehören Steuererklärungen, Jahresabschlüsse und andere Unterlagen, die du sowohl digital als auch auf Papier bearbeitest. Du nutzt Kanzleisoftware, Datenbanken, Videokonferenz-Tools sowie klassische Büroausstattung wie PC, Telefon und Internetzugang. Ohne einen sicheren Umgang mit diesen Programmen und Dokumenten geht nichts.
Kann man sich als Steuerfachwirt/in selbständig machen?
Ja, viele Steuerfachwirte/innen machen sich als Finanz- oder Lohnbuchhalter/in selbständig. Häufig geschieht das im Rahmen eines Franchise-Konzepts, mitunter auch als eigenes kleines Büro. Rechtliche Vorgaben wie die Registrierung beim Finanzamt musst du dabei selbst organisieren.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Steuerfachwirt/in?
Nach der Prüfung kannst du dein Wissen mit Seminaren zu Steuern, Wirtschaftsprüfung, Bilanzierung oder Rechnungslegung vertiefen. Kurse in Buchführung, Revision oder allgemeinem Rechnungswesen erweitern dein Profil und halten dich fachlich auf dem neuesten Stand. Viele Anbieter kombinieren Präsenzmodule mit E-Learning, sodass du flexibel lernen kannst.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Steuerfachwirt/in?
Wer weiter aufsteigen will, legt oft die Steuerberaterprüfung ab und übernimmt danach eigene Mandate mit voller Unterschriftsbefugnis. Alternativ kannst du die Fortbildung zum/zur Betriebswirt/in (BBiG) beziehungsweise Master Professional in Business Management absolvieren, um mehr betriebswirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ein Bachelor- oder Masterstudium in Steuern oder Prüfungswesen eröffnet zusätzlich Führungspositionen – der Fachwirtabschluss verschafft dir dafür sogar ohne Abitur den Hochschulzugang.
