Fachwirt/Fachwirtin für Holzindustrie und Holzhandel
Auch bekannt als: Holzkaufmann/-frau · Technische/r Holzkaufmann/-frau · Technische/r Kaufmann/-frau - Fachrichtung Holzwirtschaft. (Weiterbildungsberuf von 2001 bis 2016)
Über den Beruf
Fachwirte und Fachwirtinnen für Holzindustrie und Holzhandel kaufen Schnittholz, Holzwerkstoffe und Halbfertigprodukte ein, vergleichen Preise und Güte und verhandeln mit Waldbesitzern oder Sägewerken. Sie kalkulieren Fracht-, Zoll- und Versicherungskosten, organisieren Transport und überwachen Liefertermine. Im Betrieb planen sie Produktionsmengen, koordinieren etwa die Herstellung von Leimholz und prüfen kontinuierlich Lagerbestände sowie Qualität. Digitale ERP- und Warenwirtschaftssysteme helfen dabei, Einkaufsprozesse, Dokumente und Kennzahlen zu steuern. Gegenüber Kunden beraten sie zu Einsatzmöglichkeiten, Veredelung oder Holzschutz und erstellen passgenaue Angebote. Marktanalysen, die Entwicklung von Werbekonzepten und die Erschließung neuer Bezugsquellen gehören ebenfalls dazu. Mit ihrem kaufmännischen und holztechnischen Know-how stellen sie sicher, dass Materialfluss und Vertrieb wirtschaftlich laufen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- I.d.R. abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten 3-jährigen kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf
- Oder Abschlussprüfung in einem sonstigen mind. 3-jährigen Ausbildungsberuf
- Zusätzlich entsprechende einschlägige Berufspraxis
- Alternativ mind. 4 Jahre einschlägige Tätigkeit in der Holzwirtschaft
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.011 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.435 € und 4.806 €. Faktoren wie Tarifbindung, Unternehmensgröße oder zusätzliche Qualifikationen können dein Einkommen weiter beeinflussen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel?
Die Vollzeit-Weiterbildung ist auf etwa 6 Monate angelegt. Entscheidest du dich für ein berufsbegleitendes Modell, verlängert sich die Dauer entsprechend deiner Kursform und Wochenstunden.
Wie sind die Berufsaussichten als Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel?
Die Berufsaussichten sind gut. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtbeschäftigung bis 2040, sodass langfristig weniger Jobs auf dem Markt sein können.
Welche digitalen Skills braucht man als Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel?
Digitale Prozess- und Warenwirtschaftssysteme gehören zum Arbeitsalltag. Du arbeitest unter anderem mit ERP-, WWS- und Supply-Chain-Management-Systemen, nutzt DMS für Angebote und Rechnungen und setzt BPM-Tools ein, um Abläufe zu optimieren. Auch E-Invoicing gewinnt an Bedeutung, etwa beim Versand digitaler Rechnungen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel?
Der Beruf verbindet Büro- und Lagerarbeit mit intensivem Kundenkontakt. Bildschirmarbeit beim Kalkulieren und Planen wechselt sich mit Rundgängen im Lager ab, wo Lieferungen geprüft oder Kommissionierungen überwacht werden. Beratungs- und Verhandlungsgespräche mit Lieferanten oder Kunden prägen zusätzlich den Tagesablauf.
Womit arbeitet man als Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel?
Zum Equipment gehören PC, Telefon und digitale Unterlagen für Kalkulationen oder Kostenrechnungen. Im Lager hast du direkten Umgang mit Hölzern, Holzwerkstoffen, Möbelteilen sowie Holzschutz- oder Veredelungsmitteln. Kostenermittlungen, Verträge und andere kaufmännische Dokumente begleiten dich ebenfalls täglich.
Kann man sich als Fachwirt/in für Holzindustrie und Holzhandel selbständig machen?
Eine Selbstständigkeit ist möglich. Du kannst einen eigenen Handels-, Dienstleistungs- oder Fertigungsbetrieb in der Holzwirtschaft gründen oder als freie/r Handelsvertreter/in für mehrere Lieferanten arbeiten. Erfahrung in Einkauf, Logistik und Kundenbetreuung hilft dir dabei, am Markt Fuß zu fassen.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Fachwirte/innen für Holzindustrie und Holzhandel?
Fachspezifische Kurse in Holzkunde, Holzwerkstoffen oder Holzschutz halten dein technisches Wissen aktuell. Seminare in Finanz- und Rechnungswesen, Einkauf, Lager- sowie Materialwirtschaft vertiefen die betriebswirtschaftliche Seite. Marketing- und Vertriebsfortbildungen schärfen zusätzlich dein Profil im Kundenkontakt.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Fachwirte/innen für Holzindustrie und Holzhandel?
Für den nächsten Karriereschritt bietet sich vor allem die Prüfung zum/zur Betriebswirt/in (BBiG) beziehungsweise Master Professional in Business Management an. Mit dem Fachwirtabschluss hast du außerdem Zugang zu einem Bachelorstudium, etwa in Handelsbetriebswirtschaft oder Forstwirtschaft, das dich für Führungs- oder Managementpositionen qualifizieren kann.
