Staatlich geprüfte Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Staatlich geprüfte Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation

Auch bekannt als: Orientierungs- und Mobilitätsausbilder/in · Rehabilitationslehrer/in - Blinde und Sehbehinderte · Rehabilitationslehrer/in in Orientierung und Mobilität

BerufsfeldSoziales & Pädagogik
Arbeitsortein Unterrichts- und Schulungsräumen · in Behandlungsräumen · in Büroräumen · in Privatwohnungen von Klienten und Klientinnen · im Freien (beim Mobilitätstraining im öffentlichen Raum)
Dauer1-1,5 Jahre (Vollzeit) - je nach gewähltem Rehabilitationsschwerpunkt
Offene Stellen1.367

Über den Beruf

Fachkräfte für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation entwickeln individuelle Trainingspläne, mit denen blinde und sehbehinderte Menschen Orientierung, Mobilität und lebenspraktische Fertigkeiten zurückgewinnen. Sie üben Gehör- und Tastschulung, zeigen Stocktechniken und erklären den Einsatz elektronischer Orientierungshilfen. In der Wohnung trainieren sie das selbstständige Kochen, Putzen oder Sortieren von Kleidung. Draußen begleiten sie die Klient/innen zu Haltestellen, üben das Einsteigen in Bus und Bahn und vermitteln das sichere Überqueren von Straßen. Darüber hinaus lehren sie Braille, die eigenhändige Unterschrift oder den Umgang mit Smartphone-Sprachausgabe, beraten zu Hilfsmitteln und unterstützen bei psychosozialen Fragen. Jede Maßnahme wird dokumentiert und fortlaufend angepasst. Erst wenn Ziele wie der selbstständige Weg zur Arbeit oder das Kochen einer Mahlzeit erreicht sind, endet die Zusammenarbeit.

Ausbildung & Zugang

BerufstypWeiterbildungsberuf
AusbildungsartWeiterbildung an Fachschulen (landesrechtlich geregelt) bzw.
Dauer1-1,5 Jahre (Vollzeit) - je nach gewähltem Rehabilitationsschwerpunkt
Zugangsvoraussetzungen4
  • I.d.R. mind. 3-jährige Berufsausbildung in einem (sozial-)pädagogischen, psychologischen, medizinisch-therapeutischen oder pflegerischen Ausbildungsberuf
  • Zusätzlich einschlägige Berufspraxis
  • I.d.R. mittlerer Bildungsabschluss
  • Körperliche und psychische Belastbarkeit

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Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.263 € brutto im Monat. Mit wachsender Erfahrung und je nach Region kannst du zwischen 3.807 € und 4.808 € verdienen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Die Weiterbildung dauert in Vollzeit meist 12 bis 18 Monate. Je nach gewähltem Rehabilitationsschwerpunkt kann sich die Dauer leicht nach oben oder unten verschieben.

Ist der Beruf als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation körperlich anstrengend?

Ein gewisses Maß an körperlicher Eignung ist erforderlich. Du solltest funktionstüchtige Arme und Hände sowie einen ausgeprägten Tastsinn und ein gutes Temperaturempfinden mitbringen, damit du alle Alltagstechniken realitätsnah vorführen kannst.

Wie sind die Berufsaussichten als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Die Berufsaussichten als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering, offene Stellen werden daher oft schnell besetzt – du triffst auf mehr Konkurrenz. Zudem werden in diesem Berufsfeld weniger Altersabgänge als in anderen Berufen erwartet, sodass sich nicht ganz so viele Stellen durch Verrentungen ergeben.

Welche digitalen Skills braucht man als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Digitale Kompetenz ist gefragt. Du solltest Dokumentenmanagementsysteme für die Fall- und Maßnahmen­dokumentation sicher bedienen und dich mit Wearable-Technik wie elektronisch aufgerüsteten Blindenstöcken auskennen, um Klientinnen und Klienten kompetent beraten zu können.

Womit arbeitet man als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Zum Equipment gehören taktile Karten und Orientierungspläne, spezielle PCs mit Vergrößerungssoftware, Vorlese- oder Farberkennungsgeräte sowie Blindenhandys und elektronische Hindernismelder. Zusätzlich setzt du klassische Hilfsmittel wie Langstock, Schreibhilfen, markierte Münzen oder Küchenutensilien ein, um Alltagssituationen realitätsnah zu trainieren.

Kann man sich als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation selbständig machen?

Ja, das ist möglich. Viele eröffnen ein eigenes Rehabilitations­institut oder arbeiten freiberuflich mit Hausbesuchen; Beratungsstellen wie das Institut für Freie Berufe (IFB) unterstützen bei Planung, Finanzierung und Formalitäten.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Du kannst dein Profil mit Fachkursen in Blindenschrift, Gebärdensprache, sonderpädagogischer Diagnostik, Psychomotorik oder Sensomotorik schärfen. Solche Zusatzqualifikationen erweitern dein Methoden­repertoire und machen dich für spezialisierte Einsatzfelder attraktiv.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fachkraft für Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation?

Aufstiegschancen eröffnen vor allem ein Bachelor- oder Masterstudium in Rehabilitations-, Sonder- oder Heilpädagogik. Mit einem solchen Abschluss kannst du Leitungsaufgaben in Reha-Einrichtungen übernehmen, an Konzepten mitarbeiten oder in die überregionale Fachberatung wechseln.

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