Destillateur/Destillateurin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Destillateur/Destillateurin

Auch bekannt als: Distiller (m/f)

BerufsfeldGastronomie & Lebensmittel
Arbeitsortein Produktionshallen von Spirituosen herstellenden Betrieben und Brennereien · in Lagerhallen · in der Abfüllung · in Labors · in Büroräumen · im Freien
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze7

Über den Beruf

Destillateure und Destillateurinnen verwandeln Früchte, Kräuter oder Getreide in Rum, Likör und andere Spirituosen. Sie prüfen angelieferte Rohstoffe auf Farbe, Geruch und Geschmack, setzen Maischen an und gewinnen Alkohol durch Destillation. Im Betrieb steuern sie automatisierte Gär-, Filter- und Abfüllanlagen, kontrollieren über Sensoren Temperatur, Alkohol- und Zuckergehalt und passen Rezepturen präzise an. Im Labor mischen sie Essenzen, Sirupe oder ätherische Öle, klären und filtrieren Halbfabrikate und testen jede Charge auf Säure, Extrakt und Dichte. Für konstante Qualität dokumentieren sie Messdaten digital, überwachen Lagerbestände und justieren Anlagen vorausschauend, bevor Störungen auftreten. Nach dem Reinigen und Desinfizieren der Leitungen füllen sie die fertigen Spirituosen in Fässer oder Flaschen und bereiten sie für den Verkauf vor.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Destillateur/in?

Destillateur/innen verdienen typischerweise 3.491 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.917 € und 4.263 €. Wer zusätzliche Verantwortung übernimmt oder in größeren Betrieben arbeitet, kann über die obere Spanne hinauskommen.

Wie lange dauert die Ausbildung als Destillateur/in?

Die duale Ausbildung zum/zur Destillateur/in dauert 3 Jahre. Damit liegt sie im üblichen Rahmen für gewerblich-technische Lebensmittelberufe.

Welche Schulfächer sind wichtig für Destillateur/innen?

Mathematik, Physik und Chemie sind besonders relevant. Gute Kenntnisse erleichtern dir Mengenberechnungen und das Verständnis der physikalisch-chemischen Prozesse beim Brennen und Filtrieren.

Ist der Beruf als Destillateur/in körperlich anstrengend?

Der Beruf kann körperlich fordernd sein. Du arbeitest teils bei Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit, musst Tanks und Leitungen reinigen und bist Maschinenlärm sowie Dämpfen ausgesetzt. Ein intakter Geruchs- und Geschmackssinn, robuste Haut und funktionstüchtige Arme und Hände sind wichtig.

Wie sind die Berufsaussichten als Destillateur/in?

Die Berufsaussichten als Destillateur/in sind ausgeglichen. Aktuell ist der Fachkräftemangel gering, offene Stellen werden zügig besetzt. Bis 2040 schrumpft zwar die Beschäftigung, doch viele Altersabgänge sorgen dafür, dass Stellen frei werden. Langfristig sinkt dadurch die Konkurrenz unter Bewerbern und Arbeitgeber finden Fachkräfte schwerer.

Welche digitalen Skills braucht man als Destillateur/in?

Moderne Brennereien arbeiten mit vernetzten Produktionssystemen, Sensorik und Materialfluss-Software, sodass Destillateur/innen Prozessdaten in Echtzeit überwachen. Kenntnisse in Maschinendatenerfassung, Predictive Maintenance und der Zusammenarbeit mit Cobots sind gefragt. Auch mobile Geräte für die automatisierte Bestandskontrolle gehören zum Arbeitsalltag.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Destillateur/in?

Der Arbeitsalltag spielt sich hauptsächlich in Produktionshallen, Kellern und Laboren ab. Schutzkleidung gegen Lärm, Feuchtigkeit oder Chemikalien ist Pflicht, und es gelten strenge Hygiene- sowie zoll- und steuerrechtliche Vorschriften. Temperaturschwankungen und der Umgang mit Dämpfen erfordern Sorgfalt und Aufmerksamkeit.

Womit arbeitet man als Destillateur/in?

Zum Equipment gehören Gär-, Destillations- und Abfüllanlagen, Mikrofilter sowie Sensoren zur Prozessüberwachung. Verarbeitet werden Alkohol, Früchte, Kräuter, Sirupe, Essenzen und Zucker, die in Flaschen, Fässer oder Tanks gelangen. Für Dokumentation und Rezeptverwaltung nutzt du PC, Internetzugang und branchenspezifische Software.

Kann man sich als Destillateur/in selbständig machen?

Ja, möglich ist z.B. eine eigene Alkoholbrennerei oder ein Betrieb zur Herstellung von Spirituosen, Essigen oder anderen Destillaten. Manche wählen dafür auch ein Franchise-Konzept; Anlaufstellen für Informationen sind etwa der Bundesverband der deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (BSI).

Welche Aufstiegsmöglichkeiten haben Destillateur/innen?

Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen sich vor allem über die Prüfung zur Destillateurmeister/in oder eine Weiterbildung zur Techniker/in der Fachrichtung Lebensmitteltechnik mit dem Schwerpunkt Verarbeitungstechnik. Damit qualifizierst du dich für Leitungsaufgaben in Brennhäusern oder für die Steuerung ganzer Produktionslinien. Ein Bachelorstudium in Lebensmitteltechnologie oder Brauerei-, Getränketechnologie kann deinen Weg bis ins Qualitätsmanagement oder die Produktentwicklung internationaler Spirituosenmarken führen.

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