Chemikant/Chemikantin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Chemikant/Chemikantin

Auch bekannt als: Chemiefacharbeiter/in · Chemie- und Pharmatechnologe/-technologin - Schwerpunkt ChemietechnologieChemieverfahrenstechniker/inChemical technician (m/f) ·

BerufsfeldNaturwissenschaft & Umwelt
Arbeitsortein Werk- und Produktionshallen · in Labors · in Reinräumen · in Lagerräumen
Dauer3,5 Jahre
Ausbildungsplätze256

Über den Beruf

Chemikant/innen steuern vernetzte Produktionsanlagen, um aus organischen und anorganischen Rohstoffen Farben, Kunststoffe oder Waschmittel herzustellen. Sie wiegen Chemikalien präzise ab, füllen sie in Reaktoren und starten Heiz-, Kühl- oder Destillationsprozesse vom Leitstand aus. Dabei verfolgen sie Druck, Temperatur, pH-Wert und Durchfluss auf Monitoren, greifen bei Abweichungen ein und beseitigen Störungen. Regelmäßig entnehmen sie Proben, analysieren diese mit fotometrischen oder chromatografischen Verfahren und protokollieren alle Werte digital. Auch der Umweltschutz gehört dazu: Sie bereiten Abwässer auf und veranlassen die fachgerechte Entsorgung von Reststoffen. Zwischen den Chargen reinigen, warten und rüsten sie Anlagen um oder tauschen defekte Ventile aus. Echtzeitdatensysteme, CAM-Software und Cobots unterstützen sie, die Produktion dauerhaft in gleichbleibender Qualität zu halten.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3,5 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Chemikant/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.848 € brutto im Monat. Mit Erfahrung und abhängig von Region oder Tarifvertrag kannst du zwischen 4.040 € und 5.813 € verdienen.

Wie viel verdient man in der Ausbildung als Chemikant/in?

Im ersten Ausbildungsjahr bekommst du rund 1.185 € brutto, im zweiten 1.274 €, im dritten 1.345 € und im vierten 1.447 €. Durchschnittlich entspricht das etwa 1.295 € pro Monat.

Wie lange dauert die Ausbildung als Chemikant/in?

Die duale Ausbildung zum/zur Chemikant/in dauert dreieinhalb Jahre.

Welche Schulfächer sind wichtig für Chemikant/innen?

Chemie, Physik, Mathematik und Technik gehören zu den Schlüssel­fächern. Gute Vorkenntnisse erleichtern dir z.B. das Verständnis von Reaktions­gleichungen, Messwerten und Anlagensteuerung.

Ist der Beruf als Chemikant/in körperlich anstrengend?

Der Beruf stellt gewisse körperliche Anforderungen. Funktionstüchtige Arme und Hände für Reparaturen, gesunde Atemwege und Haut wegen des Umgangs mit Chemikalien sowie ein gutes Farb- und Geruchs­vermögen sind wichtig.

Wie sind die Berufsaussichten als Chemikant/in?

Die Berufsaussichten als Chemikant/in sind ausgeglichen. Positiv ist, dass viele Altersabgänge erwartet werden – dadurch werden Stellen frei. Negativ wirkt, dass die Beschäftigung bis 2040 schrumpft. Aktuell herrscht zudem nur ein geringer Fachkräftemangel, sodass offene Stellen oft schnell besetzt sind.

Welche digitalen Skills braucht man als Chemikant/in?

Chemikant/innen arbeiten mit vernetzten Produktionsanlagen, erfassen Maschinendaten in Echtzeit und steuern Prozesse über MDE- oder Echtzeitdatensysteme. Kenntnisse im Umgang mit Industrierobotern, CAM-Software, Laborinformationssystemen und AR-Tools wie Datenbrillen sind daher gefragt.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Chemikant/in?

Du arbeitest in Werk- und Produktionshallen, Labors sowie Reinräumen der chemischen Industrie. Dabei hast du regelmäßig Kontakt zu giftigen, ätzenden oder explosiven Stoffen sowie Dämpfen, Staub und Lärm.

Womit arbeitet man als Chemikant/in?

Du bedienst großskalige Produktionsanlagen, Destillierapparate, Zentrifugen und Laborgeräte wie Präzisionswaagen oder Messsonden. Außerdem hantierst du mit Rohstoffen wie Erdöl, Pigmenten oder Lösungsmitteln und nutzt Unterlagen, Rezepturen sowie Sicherheitsvorschriften.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich als Chemikant/in?

Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich über die Fortbildung zum/zur Industriemeister/in – Chemie oder zum/zur Techniker/in – Chemietechnik, wodurch Leitungsaufgaben in Produktion und Instandhaltung erreichbar sind. Entscheidest du dich für ein Bachelorstudium in Chemie oder Chemieingenieurwesen, kannst du später als Prozessingenieur/in oder Produktionsleiter/in einsteigen. Mit einem Masterstudium in Chemieingenieurwesen öffnest du dir zusätzlich Türen zum technischen Management oder zur Verfahrensentwicklung.

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