Bionik (Master)
Auch bekannt als: Bioniker/in
Über den Beruf
Bioniker/innen untersuchen biologische Strukturen und Prozesse und übertragen ihre Prinzipien auf Technik. Sie analysieren etwa den Lotuseffekt von Pflanzenblättern, vermessen Spinnenseide oder beobachten den Flug von Insekten. Im Labor nutzen sie chemische, physikalische und gentechnische Methoden, erstellen 3-D-Modelle mit CAD und werten Messdaten per Simulation aus. Mit Ingenieur/innen und Designer/innen entwickeln sie daraus leichte Bauteile, reißfeste Fasern oder strömungsgünstige Oberflächen für Fahrzeuge, Medizintechnik oder Sportausrüstung. Sie dokumentieren Ergebnisse, veröffentlichen Fachartikel und präsentieren Erkenntnisse auf Tagungen. In Hochschulen halten sie Vorlesungen, betreuen Projekte und nehmen Prüfungen ab. Unternehmen beraten sie bei der bionischen Optimierung von Produkten und Prozessen. So gelangen natürliche Erfolgsrezepte systematisch in neue Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Informationssysteme.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen4
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, meist im Studienfach Bionik
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
- Ggf. Englischkenntnisse
Passende Studiengänge4
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Bioniker/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 65.088 € und 77.268 € pro Jahr. Wie hoch du konkret einsteigst, hängt zum Beispiel von Branche, Tarifbindung und deiner Berufserfahrung ab.
Ist der Beruf als Bioniker/in körperlich anstrengend?
Der Beruf erfordert vor allem Feinmotorik und gutes Farb- sowie räumliches Sehvermögen, etwa beim Justieren von Laborgeräten. Beim Umgang mit Chemikalien trägst du Schutzkleidung und brauchst gesunde Haut und belastbare Atemwege, damit dich Dämpfe oder Allergene nicht beeinträchtigen.
Wie sind die Berufsaussichten als Bioniker/in?
Die Berufsaussichten als Bioniker/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Aktuell besteht ein hoher Fachkräftemangel – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was Jobsuchenden zugutekommt. Die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt bis 2040, sodass Arbeitgeber länger nach passendem Personal suchen. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Bioniker/in?
Für das Fach brauchst du sichere digitale Kompetenzen. Dazu zählen der Umgang mit 3-D-Simulationen, numerischen Simulationstools und Laborinformationssystemen sowie der Einsatz von 3-D-Druckern für Prototypen. Auch digitale Lehrformate wie MOOCs und Blended-Learning-Konzepte gehören zum Alltag.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Bioniker/in?
Die Arbeit reicht von Präzisions- und Feinarbeit im Labor bis zu Kundenkontakten in Beratungsgesprächen. Du bedienst komplexe Messgeräte, arbeitest viel am Bildschirm, trägst Schutzkleidung und musst Hygiene- sowie Sicherheitsvorschriften strikt einhalten.
Womit arbeitet man als Bioniker/in?
Im Labor nutzt du Mikroskope, Zentrifugen und weitere Analysegeräte, um Proben zu untersuchen. Chemikalien wie Nährböden, Säuren oder Laugen sowie CAD-Software, PC und Telefon sind tägliche Werkzeuge. Versuchsprotokolle, Gutachten und Schulungsunterlagen begleiten deine Projekte.
Kann man sich als Bioniker/in selbständig machen?
Ja, das ist möglich. Viele Bioniker/innen gründen ein Ingenieurbüro für Beratungs-, Planungs- oder Analytikdienstleistungen oder arbeiten freiberuflich als Gutachter/innen und Sachverständige.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Bioniker/in?
Nach dem Master kannst du dich in Bereichen wie Biotechnologie, Chemie, Physik oder Werkstofftechnik weiterqualifizieren. Aufbaukurse in physikalischer Messtechnik, naturwissenschaftlicher Labortechnik, Konstruktion oder CAD halten dein Know-how aktuell und eröffnen neue Spezialisierungen.
