Archivwissenschaft (Bachelor)
Auch bekannt als: Archivar/in · Diplom-Archivar/Diplom Archivarin-(Uni) ·
Über den Beruf
Archivare und Archivarinnen bewerten Schriftgut, Fotos, Filme und digitale Daten, übernehmen archivwürdige Unterlagen und verzeichnen sie in Datenbanken. Sie ordnen Bestände, vergeben Signaturen und dokumentieren Herkunft, Inhalt und Datierung. Nicht relevante Materialien kassieren sie, also sortieren sie fachgerecht aus und leiten deren Vernichtung ein. Um die Originale zu schützen, veranlassen sie konservatorische Maßnahmen, übertragen Dateien auf neue Speichermedien oder überwachen die klimatische Lagerung. Sie recherchieren Quellen für Regional- oder Unternehmensgeschichte, führen Zeitzeugeninterviews und erstellen Presse- und Dokumentationsdossiers. Für Nutzer/innen beantworten sie Anfragen, unterstützen bei Recherchen und veröffentlichen Ausstellungen oder Fachbeiträge. Digitale Langzeitarchivierung, Text- und Audio-Mining sowie Sammlungsmanagement-Systeme gehören dabei zum Alltag. In größeren Einrichtungen leiten sie Teams oder spezialisieren sich, etwa auf Bestandspflege oder Öffentlichkeitsarbeit.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- Fachhochschulreife oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Bei dualen Studiengängen i.d.R. Praktikumsvertrag mit geeignetem Unternehmen (Praxispartner)
Passende Studiengänge1
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Archivar/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 52.404 € und 78.960 € pro Jahr. Mit wachsender Berufserfahrung, höherer Tarifgruppe oder Leitungsfunktion kannst du in die obere Spanne aufrücken.
Wie lange dauert das Studium Archivwissenschaft?
Das Studium dauert je nach Hochschule 3 bis 4 Jahre. In Vollzeit erreichst du damit den Bachelorabschluss; bei praxisintegrierten Varianten kommen zusätzliche Praxisphasen hinzu.
Welche Schulfächer sind wichtig für Archivar/innen?
Gute Kenntnisse in Informatik, Geschichte und Englisch erleichtern den Einstieg ins Studium. Vor allem das Recherchieren in Datenbanken, der Umgang mit historischen Quellen und das Lesen englischsprachiger Fachliteratur begegnen dir schon im ersten Semester.
Wie sind die Berufsaussichten als Archivar/in?
Die Berufsaussichten als Archivar/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber schwieriger, Fachkräfte zu finden — die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Aktuell ist der Fachkräftemangel allerdings gering, daher werden offene Stellen meist rasch besetzt.
Welche digitalen Skills braucht man als Archivar/in?
Archivare/innen brauchen sichere Kenntnisse im Umgang mit Dokumentenmanagement- und Bibliotheksmanagementsystemen. Du arbeitest zudem mit Algorithmen zur automatischen Verschlagwortung von Ton- oder Textquellen, mit Bilderkennung zur Identifizierung von Objekten sowie mit KI-basierten Wissensplattformen. Auch die Planung digitaler Vermittlungsformate, etwa mithilfe von VR-Apps, gehört zunehmend dazu.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Archivar/in?
Die Tätigkeit spielt sich überwiegend in Archiv-, Magazin- und Büroräumen sowie in Lesesälen ab und umfasst einen hohen Anteil an Bildschirmarbeit. Du trägst Verantwortung für wertvolle Bestände, musst zahlreiche archivrechtliche Vorgaben einhalten und stehst im stetigen Austausch mit Nutzer/innen und Behörden. In leitenden Positionen kommt zusätzlich Personalverantwortung hinzu.
Womit arbeitet man als Archivar/in?
Zum Arbeitsalltag gehören Akten, Urkunden, Manuskripte, Pläne, Tonträger oder CDs ebenso wie spezialisierte Archiv- und Datenbanksoftware. Du nutzt Mikrofiche- und Filmlesegeräte, säurefreie Kartons und Seidenpapiere zur schonenden Lagerung und greifst für Präsentationen auf PC, Internetzugang oder Beamer zurück. Fachzeitschriften, Archivfindbücher und Rechtsvorschriften dienen dir dabei als ständige Nachschlagequellen.
Kann man sich als Archivar/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich, etwa mit einem eigenen Büro für Informations- und Dokumentationsdienstleistungen. Als Freiberufler/in berätst du Behörden oder Unternehmen bei der Schriftgutverwaltung oder übernimmst Projektaufträge zur Archivierung.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Archivar/in?
Aufstiegsmöglichkeiten bieten insbesondere ein Masterstudium in Archivwissenschaft oder Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Mit einer anschließenden Promotion qualifizierst du dich für wissenschaftliche Leitungsaufgaben in Archiven, Forschungsinstituten oder der öffentlichen Verwaltung und kannst Referats- oder Abteilungsleitungen bis hin zur Archivdirektion übernehmen.
