Archivwissenschaft (Master)
Auch bekannt als: Archivar/in · Diplom-Archivar/Diplom Archivarin-(Uni) ·
Über den Beruf
Archivare und Archivarinnen bewerten Schriftgut, Fotos, Filme und digitale Daten, übernehmen archivwürdige Unterlagen und verzeichnen sie in Datenbanken. Sie ordnen Bestände, vergeben Signaturen und dokumentieren Herkunft, Inhalt und Datierung. Nicht relevante Materialien kassieren sie, also sortieren sie fachgerecht aus und leiten deren Vernichtung ein. Um die Originale zu schützen, veranlassen sie konservatorische Maßnahmen, übertragen Dateien auf neue Speichermedien oder überwachen die klimatische Lagerung. Sie recherchieren Quellen für Regional- oder Unternehmensgeschichte, führen Zeitzeugeninterviews und erstellen Presse- und Dokumentationsdossiers. Für Nutzer/innen beantworten sie Anfragen, unterstützen bei Recherchen und veröffentlichen Ausstellungen oder Fachbeiträge. Digitale Langzeitarchivierung, Text- und Audio-Mining sowie Sammlungsmanagement-Systeme gehören dabei zum Alltag. In größeren Einrichtungen leiten sie Teams oder spezialisieren sich, etwa auf Bestandspflege oder Öffentlichkeitsarbeit.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen6
- Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss
- Meist grundständiges Studium in Archivwissenschaft
- I.d.R. mind. 1 Jahr einschlägige Berufspraxis in einer Archiveinrichtung
- Ggf. mit Studienbeginn studienbegleitende Berufstätigkeit im Archivwesen nachweisen
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Je nach Hochschule Auswahl nach Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
Passende Studiengänge1
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Archivar/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.648 € brutto im Monat. Mit Erfahrung kannst du zwischen 3.821 € und 5.655 € verdienen.
Wie sind die Berufsaussichten als Archivar/in?
Die Berufsaussichten als Archivar/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Zudem wird es für Arbeitgeber schwieriger, Fachkräfte zu finden – die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt langfristig. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch Stellen frei werden. Aktuell ist der Fachkräftemangel noch gering und offene Stellen werden in der Regel schnell besetzt.
Welche digitalen Skills braucht man als Archivar/in?
Gefordert ist der souveräne Umgang mit Audio-Mining-, Text-Mining- und Bilderkennungssystemen sowie mit Bibliotheks- und Dokumentenmanagementsystemen. Du solltest Archivbestände digital verwalten können, KI-gestütztes Wissensmanagement pflegen und Strategien zur digitalen Kulturvermittlung, etwa mit VR-Apps, entwickeln.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Archivar/in?
Du trägst Verantwortung für wertvolles Archivgut und für Mitarbeitende, musst zahlreiche gesetzliche Vorgaben einhalten und hast regelmäßig Kontakt zu Nutzer/innen, Forschenden und Behörden.
Womit arbeitet man als Archivar/in?
Zum Alltag gehören analoge und digitale Sammlungsobjekte wie Akten, Urkunden, Filme, Fotografien oder Tonträger. Hinzu kommen Archiv- und Datenbanksoftware, Büroausstattung mit PC und Internetzugang sowie Spezialgeräte wie Mikrofiche- oder Filmlesegeräte, Klimakontrollsysteme und säurefreie Archivkartons.
Kann man sich als Archivar/in selbständig machen?
Ja, möglich ist zum Beispiel ein eigenes Büro für Informations- und Dokumentationsdienstleistungen. Damit kannst du Archive, Unternehmen oder Behörden bei der Erschließung und Bewahrung ihrer Unterlagen beraten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Archivar/in?
Fortbilden kannst du dich unter anderem in Archivwesen, Informations- und Dokumentationswesen, Informations- und Wissensmanagement, Restaurierung oder historischer Materialkunde und Handwerkstechniken. Damit erweiterst du dein Fachwissen und qualifizierst dich für spezialisierte Aufgaben.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Archivar/in?
Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich vor allem über eine Promotion in Archivwissenschaft oder Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Damit kannst du Leitungsfunktionen wie Archivleitung, Fachbereichs- oder Behördenleitung übernehmen oder in der öffentlichen Verwaltung in den höheren Dienst aufsteigen. Nach einer anschließenden Habilitation ist auch der Weg zur Professur für Archivwissenschaft offen.
