Archivar/Archivarin – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Archivar/Archivarin

Auch bekannt als: Diplom-Archivar/Diplom Archivarin-(Uni) · Archivist (m/f) · Records manager (m/f)

BerufsfeldRecht & Verwaltung
Arbeitsortein den Räumen von Archiven, Magazinen und Depots · in Büro- und Besprechungsräumen · in Lesesälen · an wechselnden Orten, z.B. zu Recherchezwecken bei Privatpersonen zu Hause oder in den Räumen von Firmen, Institutionen oder Behörden · im Homeoffice bzw. mobil
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Über den Beruf

Archivare und Archivarinnen bewerten Schriftgut, Fotos, Filme und digitale Daten, übernehmen archivwürdige Unterlagen und verzeichnen sie in Datenbanken. Sie ordnen Bestände, vergeben Signaturen und dokumentieren Herkunft, Inhalt und Datierung. Nicht relevante Materialien kassieren sie, also sortieren sie fachgerecht aus und leiten deren Vernichtung ein. Um die Originale zu schützen, veranlassen sie konservatorische Maßnahmen, übertragen Dateien auf neue Speichermedien oder überwachen die klimatische Lagerung. Sie recherchieren Quellen für Regional- oder Unternehmensgeschichte, führen Zeitzeugeninterviews und erstellen Presse- und Dokumentationsdossiers. Für Nutzer/innen beantworten sie Anfragen, unterstützen bei Recherchen und veröffentlichen Ausstellungen oder Fachbeiträge. Digitale Langzeitarchivierung, Text- und Audio-Mining sowie Sammlungsmanagement-Systeme gehören dabei zum Alltag. In größeren Einrichtungen leiten sie Teams oder spezialisieren sich, etwa auf Bestandspflege oder Öffentlichkeitsarbeit.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für den Einstieg wird ein abgeschlossenes grundständiges Studium der Archivwissenschaft erwartet; mitunter kommen auch Absolventen und Absolventinnen der Bibliotheks-, Informationswissenschaft infrage. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig ein Doktorgrad, z.B. Dr. phil., verlangt, teils auch eine Habilitation.

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Archivar/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.648 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.821 € und 5.655 €.

Wie sind die Berufsaussichten als Archivar/in?

Die Berufsaussichten als Archivar/in sind gut. Die Beschäftigung in dem Berufsfeld wächst bis 2040. Bis dahin wird es für Arbeitgeber schwieriger, Fachkräfte zu finden – die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt langfristig, und viele Altersabgänge sorgen für freie Stellen. Aktuell ist der Fachkräftemangel allerdings gering, sodass offene Stellen meist schnell besetzt sind.

Welche digitalen Skills braucht man als Archivar/in?

Im Alltag setzen Archivare/innen spezialisierte Anwendungen wie Bibliotheks- und Dokumentenmanagementsysteme ein, um Bestände digital zu erfassen und zu verwalten. Dazu kommen Tools für Bilderkennung oder automatisierte Audio- und Text-Analysen, die beim Verschlagworten großer Datenmengen helfen. Für die Vermittlung von Inhalten solltest du außerdem mit digitalen Kulturplattformen, VR-Apps und KI-gestütztem Wissensmanagement umgehen können.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Archivar/in?

Archivare/innen arbeiten überwiegend in Büro-, Magazin- und Lesesälen und verbringen einen großen Teil der Zeit am Bildschirm. Du trägst Verantwortung für wertvolle Originale, musst zahlreiche rechtliche Vorgaben beachten und hast regelmäßig Kontakt zu Nutzer/innen oder Studierenden. Wer eine Leitungsfunktion übernimmt, trägt zudem Personalverantwortung.

Womit arbeitet man als Archivar/in?

Zum Arbeitsalltag gehören klassische Bestände wie Akten, Urkunden, Fotografien, Filme sowie digitale Datenträger. Du nutzt Archiv- und Datenbanksoftware am PC, Mikrofiche- und Filmlesegeräte, Klimageräte für die Lagerung und säurefreie Verpackungsmaterialien zum Schutz des Archivguts. Beamer, Telefonanlagen sowie Fachzeitschriften und Rechtsvorschriften ergänzen deine Ausstattung.

Kann man sich als Archivar/in selbständig machen?

Ja, Archivare/innen können sich beispielsweise mit einem eigenen Büro für Informations- und Dokumentationsdienstleistungen selbständig machen. In diesem Rahmen berätst du Firmen oder Behörden, organisierst Archive und übernimmst Recherchen auf Honorarbasis.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Archivar/in?

Weiterbildungen reichen von Kursen im Archivwesen über Informations- und Dokumentationswesen bis hin zu Informations- und Wissensmanagement. Du kannst dich außerdem in Restaurierung oder in historischer Materialkunde und Handwerkstechniken spezialisieren, um beschädigtes Archivgut besser beurteilen zu können.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Archivar/in?

Für den beruflichen Aufstieg kommen vor allem Studiengänge in Archivwissenschaft oder Bibliotheks- und Informationswissenschaft infrage. Ein entsprechender Master eröffnet dir den Zugang zu Leitungsfunktionen oder einer wissenschaftlichen Karriere.

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