Vollziehungsbeamter/Vollziehungsbeamtin – Arbeitsumfeld
Tätigkeit

Vollziehungsbeamter/Vollziehungsbeamtin

Auch bekannt als: Vollstreckungsbeamt(er/in) · Vollstreckungsbedienstete/r

BerufsfeldSchutz & Sicherheit
Arbeitsortein Büroräumen · im Außendienst, z.B. bei den Verschuldeten · im Homeoffice bzw. mobil
Offene Stellen1

Über den Beruf

Vollziehungsbeamte und Vollziehungsbeamtinnen treiben im Auftrag von Finanz- oder Justizbehörden offene Steuern, Gebühren und andere öffentlich-rechtliche Forderungen ein. Liegt eine Vollstreckungsanordnung vor, stellen sie den Auftrag persönlich zu, prüfen vor Ort die finanziellen Verhältnisse und erläutern die rechtlichen Folgen. Sie ermitteln Kontostände, bewerten pfändbare Gegenstände wie Fahrzeuge oder Unterhaltungselektronik und entscheiden, ob eine Pfändung wirtschaftlich sinnvoll ist. Häufig vereinbaren sie Raten- oder Tilgungspläne und überwachen deren Einhaltung. Kommt es zur Zwangsvollstreckung, organisieren sie den Abtransport und die Verwertung der Gegenstände. Jede Maßnahme dokumentieren sie detailliert in Akten, Protokollen und Berichten für die Behörde, damit Forderungen rechtssicher beglichen werden.

Ausbildung & Zugang

Zugang zum Beruf

Für den Zugang wird oft eine Befähigung zum mittleren Dienst oder eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung vorausgesetzt. Zusätzlich ist eine Bestellung durch die zuständige Stelle erforderlich.

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Vollziehungsbeamter/in?

Die Bruttobesoldung liegt zwischen 34.308 € und 51.528 € pro Jahr. Die genaue Höhe hängt von deiner Besoldungsgruppe im mittleren Dienst sowie von Berufserfahrung und Dienstjahren ab.

Wie sind die Berufsaussichten als Vollziehungsbeamter/in?

Die Berufsaussichten als Vollziehungsbeamter/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Der Fachkräftemangel ist gering — offene Stellen werden schnell besetzt, was für mehr Konkurrenz unter Bewerbern sorgt. Zudem werden weniger Altersabgänge erwartet als in anderen Berufen, sodass seltener Stellen frei werden.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Vollziehungsbeamter/in?

Typisch sind wechselnde Arbeitsorte zwischen Büro, Außendienst und gelegentlichem Homeoffice. Unregelmäßige Einsatzzeiten frühmorgens, abends oder am Wochenende gehören dazu, weil Schuldner oft außerhalb der Bürozeiten anzutreffen sind. Du arbeitest viel am Bildschirm, musst zahlreiche Gesetze und Vorschriften beachten und brauchst ein sicheres Auftreten in emotional belasteten Situationen.

Womit arbeitet man als Vollziehungsbeamter/in?

Im Büro nutzt du PC, Internet und Telefon, um Akten zu bearbeiten und Bescheide zu erstellen. Bei Außendiensten führst du Pfändungs- und Vollstreckungsbescheide, Gesetzestexte sowie Protokollformulare mit und kannst pfändbare Gegenstände oder Bargeld sicherstellen. Auch Fahrzeuge oder Immobilien zählen als Kapitalobjekte zu deinem Arbeitsumfeld.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Vollziehungsbeamter/in?

Du kannst dich fachlich in Bereichen wie Insolvenz- und Zwangsvollstreckungsrecht, Steuerrecht oder öffentlicher Verwaltung spezialisieren. Ergänzend lohnen sich Kurse in Konfliktmanagement, Mediation, Verhandlungsführung oder Büroorganisation, um deine Kommunikations- und Organisationskompetenz auszubauen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Vollziehungsbeamter/in?

Ein gängiger Weg führt über den Laufbahnaufstieg in den gehobenen Dienst, oft nach einem speziellen Aufstiegslehrgang oder einem Bachelorstudium in Verwaltungsmanagement oder Public Management. Dort kannst du Sachgebiete oder Teams leiten. Fachliche Spezialisierungen, etwa im Insolvenz- oder Steuerrecht, eröffnen zudem beratende oder prüfende Funktionen innerhalb der Behörde.

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