Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie

Auch bekannt als: Metallurg/in und Umformtechniker/in

BerufsfeldTechnik & Elektro
Arbeitsortein Werkhallen · in Leitständen bzw. Leitwarten
Dauer3,5 Jahre
Ausbildungsplätze44

Über den Beruf

Verfahrenstechnologen und -technologinnen Metall der Fachrichtung Eisen- und Stahlmetallurgie erzeugen aus Eisenerz, Schrott und Koks zunächst flüssiges Roheisen und veredeln es anschließend zu Stahl. Sie stellen die Einsatzstoffe exakt zusammen, befüllen Hoch- oder Schmelzöfen und steuern von der Leitwarte aus Luftzufuhr, Temperatur und Energieversorgung. Laufend entnehmen sie Proben, prüfen Fließzähigkeit sowie Zusammensetzung und leiten Analysen an das Labor weiter. Beim Abstich trennen sie Schlacke ab, lenken das Roheisen zur Weiterverarbeitung und dosieren Legierungsmetalle sowie Reduktionsmittel. Die fertige Schmelze gießen sie per Strang- oder Blockguss in Formen und überwachen Erstarrung und Abkühlung. Moderne Echtzeitdatensysteme, Predictive-Maintenance-Tools und AR-gestützte Wartung helfen, Anlagen störungsfrei zu fahren. Bei Störungen lokalisieren sie Fehler, führen kleinere Reparaturen selbst aus und sichern so eine effiziente, zunehmend klimafreundliche Stahlproduktion.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3,5 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.423 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Tarifbindung und Region kannst du zwischen 3.967 € und 4.917 € verdienen.

Wie lange dauert die Ausbildung als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall?

Die duale Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre. Praxis im Betrieb und Unterricht in der Berufsschule wechseln sich dabei ab.

Welche Schulfächer sind wichtig für Verfahrenstechnologen/Verfahrenstechnologinnen Metall?

Mathematik, Chemie/Physik und Werken/Technik zählen zu den wichtigsten Schulfächern. Gute Mathekenntnisse brauchst du, um Legierungen und Brennstoffmengen exakt zu berechnen. Mit Chemie, Physik und technischem Werken verstehst du die thermischen Prozesse und den Umgang mit Maschinen leichter.

Ist der Beruf als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall körperlich anstrengend?

Der Beruf ist körperlich fordernd. Du arbeitest in schwerer Schutzkleidung bei großer Hitze, hebst teils schwere Ersatzteile und kletterst für Wartungen auf Leitern oder Gerüste. Eine belastbare Wirbelsäule, Kraft in Armen und Beinen, Ausdauer und Schwindelfreiheit sind daher wichtig.

Wie sind die Berufsaussichten als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall?

Die Berufsaussichten als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall sind gut. Der Fachkräftemangel ist hoch, offene Stellen lassen sich schwer besetzen — ein Plus für Bewerber. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern, weil Unternehmen länger nach Personal suchen müssen. Viele Altersabgänge kommen hinzu, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtbeschäftigung bis 2040, was das Jobangebot etwas einengt.

Welche digitalen Skills braucht man als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall?

Digitale Überwachung und Steuerung gehören zum Arbeitsalltag in modernen Stahlwerken. Du solltest Live-Datenauswertungssysteme, Maschinendatenerfassung, CAM-Software und Materialfluss-Programme sicher beherrschen. Vorausschauende Wartungstools, Datenbrillen mit Augmented-Reality-Anleitungen und die Zusammenarbeit mit Cobots runden dein digitales Skill-Set ab.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall?

Hohe Temperaturen, Lärm, Staub sowie Rauch- und Gasentwicklung erfordern hitzebeständige Schutzkleidung und konsequente Sicherheitsregeln. Auch Arbeit bei Vibrationen oder in größerer Höhe kann Teil des Jobs sein.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Verfahrenstechnologen/Verfahrenstechnologinnen Metall?

Nach der Ausbildung kannst du dich in verschiedenen Fachkursen spezialisieren, etwa in Hütten- und Gießereitechnik, Umformtechnik oder elektrischer Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Zusätzliche Lehrgänge in Hydraulik, Pneumatik oder hybrider Steuerungstechnik vertiefen dein Prozesswissen. Wer sich für spanende Metallverformung interessiert, kann durch entsprechende Kurse seinen Einsatzbereich erweitern.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Verfahrenstechnologe/Verfahrenstechnologin Metall?

Mit wachsender Berufserfahrung sind mehrere Karrierestufen möglich. Beliebte Aufstiegspfade führen über die Prüfung zum/zur Industriemeister/in Hüttentechnik oder Gießerei beziehungsweise über eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in für Werkstoff- oder Gießereitechnik (Bachelor Professional in Technik). Ein anschließendes Bachelorstudium in Metallurgie oder Hüttenwesen eröffnet dir zusätzlich Chancen in der Produktionsleitung oder im Prozessengineering.

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