Geprüfter Taucher/Geprüfte Taucherin
Auch bekannt als: Berufstaucher/in · Diver (m/f)
Über den Beruf
Geprüfte Taucher und Taucherinnen bauen, inspizieren und reparieren Bauwerke unter der Wasseroberfläche. Bis in 50 Meter Tiefe versenken sie Beton, sägen Pfähle, schneiden Stahl und setzen Unterwasserschweißnähte, etwa an Brückenfundamenten, Talsperren oder Offshore-Windparks. Für Tunnelröhren oder Pipelines bereiten sie Baugruben vor, bohren Sprenglöcher im Fels und begleiten die Sprengung. Sie reinigen Schiffsrümpfe, dichten Lecks ab und halten Schifffahrtsrinnen frei, indem sie Hindernisse orten und bergen. Bei Wrack- oder Munitionsbergungen befestigen sie Hebetrossen und steuern Hebesäcke. In Kläranlagen demontieren und montieren sie Belüfter, saugen Schlamm ab und prüfen Behälterwände. Moderne Technik unterstützt die Einsätze: Unterwasserkameras, AR-Visiere und ferngesteuerte Tauchroboter liefern Daten, die sie direkt unter Wasser auswerten. Jede Aufgabe verlangt präzise Planung, enge Teamarbeit und konsequente Sicherheitsabläufe.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen7
- I.d.R. Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf
- Dann mind. 2 Jahre betriebliche Praxis in einem Tauchunternehmen mit mind. 200 Tauchstunden
- Dann regelmäßige Teilnahme an einer Weiterbildung mit i.d.R. 320 Unterrichtsstunden
- Alternativ z.B. mind. 4 Jahre Berufspraxis + mind. 2 Jahre betriebliche Praxis in einem Tauchunternehmen
- Dann regelmäßige Teilnahme an einem Weiterbildungslehrgang
- Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Bronze der DLRG oder vergleichbare Leistungen
- Gesundheitszeugnis über die Befähigung zur Durchführung von Taucherarbeiten
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als geprüfte/r Taucher/in?
Für geprüfte Taucher/innen liegen keine amtlichen Gehaltsstatistiken vor. Das Einkommen hängt stark davon ab, ob du in einem Bauunternehmen, bei Offshore-Dienstleistern oder im öffentlichen Sektor arbeitest. Außerdem beeinflussen Gefahrenzulagen, Auslandseinsätze, Tarifbindung und deine Erfahrung mit Spezialverfahren wie Unterwasserschweißen dein Gehalt.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur geprüften Taucher/in?
Die Weiterbildung zum/zur geprüften Taucher/in dauert in Vollzeit in der Regel 2 Jahre. Währenddessen sammelst du mindestens 200 Tauchstunden in der Praxis und besuchst rund 320 Unterrichtsstunden, bevor du zur Abschlussprüfung antreten kannst.
Ist der Beruf als geprüfte/r Taucher/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist sehr körperlich fordernd. Schweres Tauchequipment, Arbeiten in gebückter Haltung oder in engen Wracks sowie mehrstündige Einsätze verlangen Kraft, Ausdauer und eine robuste Gesundheit. Eine belastbare Wirbelsäule, gute Koordination und sicheres Sehvermögen sind zwingend nötig.
Wie sind die Berufsaussichten als geprüfte/r Taucher/in?
Die Berufsaussichten als geprüfte/r Taucher/in sind gut. Ein hoher Fachkräftemangel macht es Arbeitgebern schwer, offene Stellen zu besetzen – ein Vorteil für Bewerber. Viele Altersabgänge stehen bevor, wodurch zusätzliche Jobs freiwerden, und die Konkurrenz unter Bewerbern sinkt bis 2040. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtbeschäftigung im Beruf bis 2040 leicht.
Welche digitalen Skills braucht man als geprüfte/r Taucher/in?
Digitale Technik gehört heute fest zum Job. Du solltest Augmented-Reality-Visiere nutzen können, Tauchroboter oder Cobots für Inspektionen steuern und digitale Topografiekarten auswerten. Kommunikation läuft teils über Li-Fi-Netzwerke oder Wearables, anspruchsvolle Einsätze trainierst du in virtuellen Simulatoren.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als geprüfte/r Taucher/in?
Die Arbeit findet meist im Freien und stets am oder im Wasser statt, oft in wechselnden Einsatzorten im In- und Ausland. Teamarbeit, schweres Heben, der Umgang mit Maschinen wie Druckluftanlagen und das Tragen von Schutzanzug, Helm und Bleigurten gehören zum Alltag. Unfallgefahren sind allgegenwärtig, weshalb strenge Sicherheitsabläufe eingehalten werden.
Kann man sich als geprüfte/r Taucher/in selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich. Viele Taucher/innen gründen oder übernehmen ein eigenes Tauchunternehmen und bieten damit Unterwasserarbeiten, Wartungen oder Bergungen als Dienstleistung an. Gute Branchenkontakte und Investitionen in Ausrüstung sind dafür entscheidend.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für geprüfte Taucher/innen?
Nach der Prüfung kannst du dich fachlich weiter spezialisieren, zum Beispiel in Tiefbau-Sparten wie Wasser-, Fels- oder Rohrleitungsbau. Kurse in Schweiß-, Füge- und Trenntechnik oder Sprengtechnik vertiefen spezielle Einsatzfelder. Auch Seminare zum Kanalbau oder zur Offshore-Windkraft halten dich technisch auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als geprüfte/r Taucher/in?
Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich vor allem über ein Hochschulstudium. Ein Bachelor- o Mit akademischem Know-how kannst du später auch leitende Positionen in Tauchunternehmen oder Werften übernehmen.
