Segelmacher/Segelmacherin
Auch bekannt als: Sailmaker (m/f)
Über den Beruf
Segelmacher/innen konstruieren und fertigen Segel für Freizeitjollen bis hin zu Rennyachten. Sie nehmen an Bord Maß, beraten Kunden zum optimalen Schnitt und wählen passende Gewebe – vom klassischen Canvas bis zu ultraleichten Laminaten. Am Computer erstellen sie mit CAD-Programmen präzise Segelrisse, berücksichtigen dabei Mastbiegung und Windlasten und ermitteln den Materialbedarf. In der Werkstatt spannen sie die Stoffbahnen auf den Schnürboden, übertragen die Schnittlinien digital oder per Aufschnüren und schneiden die Teile per Hand oder CNC-Cutter aus. Anschließend vernähen, kleben oder schweißen sie die Bahnen, falzen Säume, nähen Liektaue ein und setzen Ringe, Ösen und Beschläge. Abschließend montieren sie das Segel auf dem Schiff und prüfen Passform sowie Profil. Sie reparieren beschädigte Tücher, spleißen Tauwerk und fertigen auch Planen, Zelte oder Markisen aus technischen Textilien.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Aktuelle Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Segelmacher/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.809 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.385 € und 3.514 €.
Wie lange dauert die Ausbildung als Segelmacher/in?
Die Ausbildung dauert drei Jahre. In dieser Zeit lernst du alle Arbeitsschritte von der Materialauswahl bis zur Segelmontage kennen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Segelmacher/innen?
Besonders hilfreich sind Mathematik, Physik und Werken/Technik. Damit kannst du Flächen berechnen, Windkräfte einschätzen und technische Zeichnungen sauber umsetzen.
Ist der Beruf als Segelmacher/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist durchaus körperlich fordernd. Du musst schwere Stoffbahnen bewegen, in gebückter Haltung oder im Knien arbeiten, schwindelfrei sein und auch im Freien sowie auf Booten Montagearbeiten ausführen können.
Wie sind die Berufsaussichten als Segelmacher/in?
Die Berufsaussichten als Segelmacher/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind daher schwer zu besetzen, was deine Chancen erhöht. Außerdem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch weitere Jobs frei werden. Langfristig schrumpft die Beschäftigung allerdings und Arbeitgeber finden bis 2040 voraussichtlich leichter Personal, sodass die Konkurrenz später zunehmen kann.
Welche digitalen Skills braucht man als Segelmacher/in?
Segelmacher/innen benötigen zunehmend digitale Kompetenzen. Du solltest CAM-Systeme bzw. CNC-Programme bedienen können, um Zuschnitte automatisch steuern zu können, und mit Cobots zusammenarbeiten, die repetitive Arbeitsschritte übernehmen.
Kann man sich als Segelmacher/in selbständig machen?
Eine Selbstständigkeit ist gut möglich, weil das Segelmacherhandwerk zulassungsfrei ist. Du kannst also auch ohne Meisterbrief eine eigene Werkstatt eröffnen; dennoch hilft Berufserfahrung oder der Meistertitel, Kunden zu gewinnen und größere Aufträge zu meistern.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Segelmacher/in?
Nach der Ausbildung kannst du dich über Fachkurse in CAD, Kunststoffschweißen oder Klebe- und Fügetechniken spezialisieren. Kurse in Bekleidungsherstellung, Schneiderei oder allgemeiner Kunststoffkunde vertiefen dein Know-how für Sonderanfertigungen und Reparaturen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Segelmacher/in?
Für den Aufstieg bietet sich die Prüfung zur/zum Segelmachermeister/in (Bachelor Professional im Segelmacher-Handwerk) an, mit der du Werkstätten führen oder ausbilden kannst. Ein anschließender Bachelor in Textil- und Bekleidungstechnik oder Kunststofftechnik eröffnet dir darüber hinaus Karrierewege in Produktentwicklung, Fertigungsleitung oder technischen Serviceabteilungen.
