Schornsteinfegermeister/Schornsteinfegermeisterin/Bachelor Professional im Schornsteinfeger-Handwerk
Auch bekannt als: Kaminkehrermeister/in · Meister/in im Schornsteinfegerhandwerk · Meister/Meisterin des Schornsteinfegerhandwerks
Über den Beruf
Schornsteinfegermeister/innen planen und koordinieren alle Kehr-, Prüf- und Messarbeiten in ihrem Bezirk. Sie überprüfen Feuerungs-, Lüftungs- und Brennstoffversorgungsanlagen auf Brandsicherheit, Energieeffizienz und Emissionsgrenzwerte, dokumentieren Ergebnisse im Kehrbuch und melden Gefahrenstellen an Behörden. Mängel beheben sie selbst oder veranlassen Reparaturen. Bei Bedarf stellen sie Energieausweise aus und entwickeln Vorschläge, wie Eigentümer Heiztechnik und Dämmung verbessern können. Ihr Alltag umfasst auch Beratung zu baurechtlichen Vorgaben, Umweltschutz und wirtschaftlichem Heizen. Meister/innen führen Angebote und Abrechnungen, steuern den Einkauf, verhandeln mit Lieferanten und überwachen den Betriebserfolg. Sie leiten Gesellen und Auszubildende an, organisieren Schulungen und sorgen für ein funktionierendes Qualitätsmanagement. Als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger/innen bestimmen sie zudem die langfristige Geschäftsstrategie des eigenen Betriebs.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- I.d.R. Gesellenprüfung als Schornsteinfeger/in
- Oder Gesellen- oder Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf + mehrjährige Berufstätigkeit im Schornsteinfeger-Handwerk
- Alternativ Nachweis beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten durch Validierungsverfahren, wenn kein entsprechender Bildungsabschluss vorliegt
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Schornsteinfegermeister/in?
Das Gehalt liegt typischerweise 4.048 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.918 € und 4.172 €. Als selbständige/r Bezirksschornsteinfegermeister/in kann dein Verdienst außerdem von der Größe deines Kehrbezirks und der aktuellen Auftragslage abhängen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Schornsteinfegermeister/in?
Die Weiterbildung zum/zur Schornsteinfegermeister/in hat keine bundesweit festgelegte Dauer. Sie reicht von kompakten Vollzeitkursen bei Handwerkskammern bis zu berufsbegleitenden Teilzeitlehrgängen; die genaue Länge hängt also vom Bildungsanbieter und deinem gewählten Lernmodell ab.
Ist der Beruf als Schornsteinfegermeister/in körperlich anstrengend?
Ja – der Beruf verlangt eine gute körperliche Verfassung. Du kletterst regelmäßig über Dächer und Leitern, arbeitest in engen oder schlecht zugänglichen Schächten und musst Werkzeug sowie Messgeräte sicher handhaben, oft bei jeder Witterung. Dazu kommen Zwangshaltungen, die Rücken, Arme und Knie beanspruchen, und Schwindelfreiheit ist Pflicht.
Wie sind die Berufsaussichten als Schornsteinfegermeister/in?
Die Berufsaussichten als Schornsteinfegermeister/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Für Arbeitgeber wird es langfristig schwieriger, Fachkräfte zu finden – das verringert die Konkurrenz unter Bewerbern. Aktuell ist der Fachkräftemangel jedoch gering, offene Stellen werden meist rasch besetzt. Außerdem sind weniger Altersabgänge zu erwarten als in vielen anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Schornsteinfegermeister/in?
Digitale Kompetenz spielt eine immer größere Rolle im Schornsteinfeger-Handwerk. Du solltest mit Dokumentenmanagement-Systemen umgehen können, Touren und Leistungen per App planen, mobile Bezahlsysteme einsetzen und Sensorikdaten aus Feuerungsanlagen auswerten. Erfahrung mit Drohnentechnik oder Reinigungsrobotern verschafft dir zusätzliches Plus bei Inspektionen großer Anlagen.
Womit arbeitet man als Schornsteinfegermeister/in?
Schornsteinfegermeister/innen arbeiten mit einer breiten Palette an Werkzeugen und Geräten. Dazu gehören klassische Kehrbesen, Bürsten, Kratzgeräte und Kehrleinen ebenso wie Rauchgasthermometer, Druck- und Temperaturmessgeräte sowie Steighilfen und Leitern für den Dachbereich. Für Planung und Abrechnung nutzt du PC, Smartphone und das digitale Kehrbuch, in dem alle Anlagen- und Messdaten hinterlegt sind.
Kann man sich als Schornsteinfegermeister/in selbständig machen?
Eine Selbstständigkeit ist im Schornsteinfeger-Handwerk ausdrücklich vorgesehen. Nach der Eintragung in die Handwerksrolle kannst du einen eigenen Betrieb gründen; die Tätigkeit als bevollmächtigte/r Bezirksschornsteinfeger/in wird zusätzlich öffentlich ausgeschrieben und jeweils für sieben Jahre vergeben. Damit trägst du die volle Verantwortung für Personal, Finanzen und Kundenservice.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Schornsteinfegermeister/in?
Nach dem Meistertitel kannst du dein Fachwissen gezielt vertiefen. Typische Lehrgänge behandeln etwa Immissions- und Emissionsschutz, moderne Heiz- und Gastechnik, Energieberatung oder Brandmeldetechnik. Auch Kurse in elektrischer Mess-, Steuer- und Regelungstechnik erweitern dein Portfolio und halten dich technisch auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Schornsteinfegermeister/in?
Für den nächsten Karriereschritt kommen vor allem betriebswirtschaftliche und energietechnische Qualifikationen infrage. Beliebt sind etwa die Prüfung zum/zur Betriebswirt/in (HwO), der Titel Internationale/r Meister/in oder eine Weiterbildung zum/zur Gebäudeenergieberater/in.
