Sattler/Sattlerin Fachrichtung Feintäschnerei – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Sattler/Sattlerin Fachrichtung Feintäschnerei

Auch bekannt als: Fachmann/-frau Leder und Textil - Feinlederwaren · Saddler (m/f) - specialising in luxury bags

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsortein Werkstätten · in Verkaufsräumen
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze5

Über den Beruf

Sattler/innen der Fachrichtung Feintäschnerei entwerfen und fertigen Handtaschen, Geldbörsen und Koffer aus Leder, Textilien oder Kunststoffen. Aus Skizzen entwickeln sie Schnittmuster und Zuschnittschablonen, berechnen den Materialbedarf und wählen das passende Leder – robust für Aktentaschen, weich für feine Etuis. Mit Messern, Scheren oder Stanzmaschinen schneiden sie die Einzelteile zu, dünnen Kanten mit Schärfmessern oder Spaltmaschinen und kleben Futter sowie Einlagestoffe ein. Danach nähen sie die Teile per Hand oder Spezialnähmaschine zusammen, arbeiten Reißverschlüsse ein und setzen Schnallen, Schlösser oder Metallbügel ein. Abschließend färben sie Schnittkanten nach, prägen Logos, polieren Oberflächen und prüfen die Qualität. Beschädigte Stücke reparieren sie sorgfältig. In vielen Werkstätten beraten sie zusätzlich Kundinnen und Kunden, nehmen Maßaufträge an und präsentieren die fertigen Waren. Digitale Werkzeuge wie CAD-Programme zur Schnittentwicklung unterstützen dabei die präzise Handarbeit.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in Industrie und Handwerk (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Sattler/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.806 € brutto im Monat. Mit Erfahrung kannst du zwischen 2.369 € und 3.475 € verdienen.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Sattler/in?

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Danach sammelst du praktische Erfahrung oder steigst direkt in Weiterbildungen ein.

Welche Schulfächer sind wichtig für Sattler/innen?

Besonders hilfreich sind Werken bzw. Technik und Mathematik. Damit fällt es dir leichter, Leder fachgerecht zu bearbeiten und den Materialbedarf korrekt zu berechnen.

Ist der Beruf als Sattler/in körperlich anstrengend?

Eine gute Funktionstüchtigkeit von Armen und Händen sowie Farbsehvermögen sind Pflicht, weil du Leder präzise zuschneiden und farblich abstimmen musst. Du kommst außerdem mit Klebstoffdämpfen in Berührung, daher sind gesunde Haut und belastbare Atemwege wichtig.

Wie sind die Berufsaussichten als Sattler/in?

Die Berufsaussichten als Sattler/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Viele Altersabgänge werden erwartet, sodass zusätzliche Jobs frei werden. Langfristig schrumpft die Beschäftigung bis 2040 und Arbeitgeber finden leichter Personal, wodurch der Wettbewerb unter Bewerbenden steigen dürfte.

Welche digitalen Skills braucht man als Sattler/in?

Grundkenntnisse im 3-D-Druck helfen dir, Schriftzüge oder Funktionsteile herzustellen. Auch 3-D-Laserscanning solltest du beherrschen, um Entwürfe einzuscannen und in CAD-Programmen weiterzuverarbeiten.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Sattler/in?

Du wechselst zwischen Handarbeit und dem Bedienen von Stanz-, Zuschneide- und Spezialnähmaschinen. Schutzkleidung gegen Lärm, Staub oder Klebstoffdämpfe gehört zum Alltag, und in Industriebetrieben kann Schichtarbeit anfallen.

Kann man sich als Sattler/in selbständig machen?

Ja, das Sattler- und Feintäschnerhandwerk ist zulassungsfrei, sodass du ohne Meistertitel ein eigenes Lederwaren­fachgeschäft oder eine Werkstatt gründen kannst. Berufserfahrung oder der Meisterabschluss erleichtern jedoch Bankenfinanzierung und Kundengewinnung.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Sattler/in?

Mit Berufspraxis kannst du die Meisterprüfung zum/zur Sattler- und Feintäschnermeister/in ablegen und einen Betrieb führen. Eine betriebswirtschaftliche Alternative ist die Weiterbildung zum/zur Technischen Fachwirt/in.

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