Psychotherapie (Master) – Arbeitsumfeld
Studium

Psychotherapie (Master)

Auch bekannt als: Psychotherapeut/in · Psychotherapist (m/f)

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Untersuchungs- und Behandlungsräumen · in Sprech- und Patientenzimmern · in Büroräumen · in Hörsälen oder Unterrichtsräumen (bei Lehrtätigkeit)
Studiengänge84

Über den Beruf

Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen erkunden in Erstgesprächen und Anamnesen, welche seelischen oder psychosomatischen Störungen vorliegen. Mithilfe standardisierter Tests beurteilen sie Schwere, Ursachen und Begleitfaktoren und entwickeln einen passgenauen Behandlungsplan. Gemeinsam mit Patientinnen, Patienten oder Sorgeberechtigten legen sie Therapieziele fest, erläutern Chancen und Risiken und wählen wissenschaftlich anerkannte Verfahren wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Gespräche oder psychoanalytische Settings aus. Die Behandlung erfolgt als Einzel-, Gruppen-, Familien- oder Online-Sitzung; dabei kommen Techniken wie Rollenspiele, Krisenintervention oder digitale Gesundheitsanwendungen zum Einsatz. Bei Lebenskrisen, Ess- oder Angststörungen sowie Traumatisierungen bieten sie präventive Beratung und begleiten Betroffene durch schwierige Phasen. Jede Sitzung wird dokumentiert, der Therapieverlauf regelmäßig ausgewertet und bei Bedarf angepasst. Zusätzlich verfassen sie Gutachten, beteiligen sich an Forschung und Qualitätsmanagement und nutzen Praxis- sowie Dokumentenmanagementsysteme, um Diagnosen, Therapiepläne und Abrechnungen sicher zu verwalten.

Ausbildung & Zugang

Zugangsvoraussetzungen6
  • Erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss, i.d.R. in Psychotherapie
  • Oder Studienabschluss in Psychologie, wenn er den Anforderungen der Approbationsordnung entspricht
  • Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
  • Je nach Hochschule zählen z.B. Leistungen im ersten berufsqualifizierenden Studium
  • Masernschutz für Praxisphasen in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen
  • Ggf. weitere Schutzimpfungen oder Immunitätsnachweise, z.B. gegen Hepatitis A und B

Passende Studiengänge84

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Psychotherapeut/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.594 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.201 € und 5.972 €. Klinikgröße, Tarifbindung und ob du in eigener Praxis oder angestellt arbeitest können die Höhe zusätzlich beeinflussen.

Wie sind die Berufsaussichten als Psychotherapeut/in?

Die Berufsaussichten als Psychotherapeut/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was Bewerber/innen entgegenkommt. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, sodass weitere Positionen frei werden. Langfristig finden Arbeitgeber jedoch schneller Personal, wodurch die Konkurrenz unter Bewerbenden zulegen dürfte.

Welche digitalen Skills braucht man als Psychotherapeut/in?

Psychotherapeuten/innen brauchen heute solide digitale Kompetenzen. Du solltest Dokumenten- und Formularmanagementsysteme beherrschen, Diagnosen in der elektronischen Patientenakte pflegen und Praxisverwaltungssysteme für Termin- sowie Abrechnungsprozesse nutzen können. Auch Telemedizin-Tools für Video-Sprechstunden und Predictive-Analytics-Anwendungen, die Krankheitsverläufe prognostizieren, gewinnen an Bedeutung.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Psychotherapeut/in?

Die Tätigkeit verlangt hohe Verantwortung für das seelische Wohl von Patientinnen und Patienten und den routinierten Umgang mit teils belastenden Lebensgeschichten. Gruppen- und Teamarbeit, Bereitschafts- oder Rufdienste in Kliniken sowie längere Phasen konzentrierter Bildschirmarbeit für Dokumentation gehören häufig dazu.

Womit arbeitet man als Psychotherapeut/in?

Zum Alltag gehören Patientenakten, Arztbriefe, Gutachten und standardisierte Test- sowie Fragebögen, die sorgfältig ausgefüllt und ausgewertet werden. PC, Praxissoftware, Telefon und Internetzugang sind ebenso wichtig wie Fachliteratur und rechtliche Leitlinien, etwa zum Datenschutz.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Psychotherapeut/in?

Nach der Approbation kannst du dich in speziellen Therapieformen, in angewandter Psychologie oder etwa im Gesundheits- und Case-Management fortbilden. Seminare zu Konfliktmanagement, Mediation, Supervision oder Gruppenarbeit erweitern dein methodisches Repertoire und eröffnen neue Arbeitsfelder.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Psychotherapeut/in?

Mit einer Weiterbildung zur/zum Fachpsychotherapeut/in für Kinder und Jugendliche, Erwachsene oder Neuropsychologie kannst du dich fachlich spezialisieren und dein Honorar steigern. Eine Promotion eröffnet dir den Weg in Forschung und Leitungsaufgaben, während eine Habilitation die Voraussetzung für eine Professur an Hochschulen schafft.

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