Psychologischer Psychotherapeut/Psychologische Psychotherapeutin – Arbeitsumfeld
Studium

Psychologischer Psychotherapeut/Psychologische Psychotherapeutin

Auch bekannt als: Psychotherapist (m/f)

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Therapieräumen · in Sprech- und Patientenzimmern · in Büroräumen · in Hörsälen oder Unterrichtsräumen (bei Lehrtätigkeit)
Dauer3-5 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)

Über den Beruf

Psychologische Psychotherapeuten und -therapeutinnen diagnostizieren psychische und psychosomatische Störungen mithilfe von Anamnese, Testverfahren und ärztlichen Befunden. Sie wählen ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren – etwa Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte oder psychoanalytische Behandlung – und klären Patient/innen über Ziele, Risiken und Dauer auf. Anschließend leiten sie Einzel- oder Gruppensitzungen, setzen Rollenspiele, digitale Gesundheitsanwendungen oder Videosprechstunden ein und begleiten Betroffene in akuten Krisen. Sie vermitteln Bewältigungsstrategien, machen verborgene Konflikte bewusst und beraten Angehörige, Lehrkräfte oder Pflegepersonal. Fachkräfte unterstützen sie zudem durch Supervision. Während der gesamten Therapie dokumentieren sie Verlauf und Ergebnisse in elektronischen Akten, werten Daten aus und passen den Behandlungsplan an. Nach Abschluss beurteilen sie den Erfolg, erstellen Gutachten für Gerichte oder Kassen und veröffentlichen Fachbeiträge.

Ausbildung & Zugang

BerufstypStudienberuf (Studium und postgraduale Ausbildung)
Ausbildungsartpostgraduale Ausbildung nach bundesweit einheitlicher Regelung
Dauer3-5 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)
Zugangsvoraussetzungen2
  • Abgeschlossenes Masterstudium Psychologie mit Prüfungsfach Klinische Psychologie
  • Zusätzlich muss das Studium i.d.R. vor dem 01.09.2020 begonnen worden sein

Häufige Fragen

Was verdient man als Psychotherapeut/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.594 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.201 € und 5.972 €. Mit Zusatzqualifikationen oder einer eigenen Praxis kannst du dein Einkommen weiter steigern.

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Psychotherapeut/in?

Die postgraduale Ausbildung nach dem Master dauert in Vollzeit meist 3 bis 5 Jahre. Während dieser Zeit sammelst du Theorie­stunden und praktische Behandlungsfälle, bevor du zur Approbationsprüfung zugelassen wirst.

Wie sind die Berufsaussichten als Psychotherapeut/in?

Die Berufsaussichten als Psychotherapeut/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040 – neue Stellen kommen also hinzu. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch, offene Stellen sind daher schwer zu besetzen, was Bewerbern zugutekommt. Gleichzeitig werden viele Altersabgänge erwartet, sodass weitere Jobs frei werden; langfristig dürfte die Konkurrenz jedoch zunehmen, weil Arbeitgeber bis 2040 wieder leichter Personal finden.

Welche digitalen Skills braucht man als Psychotherapeut/in?

Im Praxisalltag spielt der sichere Umgang mit Praxisverwaltungssoftware, elektronischer Patientenakte und Dokumentenmanagementsystemen eine zentrale Rolle. Du solltest Video-Sprechstunden organisieren können, Anamnese- und Testbögen digital verwalten und telemedizinische Anwendungen einsetzen. Kenntnisse in Predictive-Analytics-Tools helfen dir außerdem, Daten auszuwerten und Therapiepläne zu verfeinern.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Psychotherapeut/in?

Psychotherapeut/innen tragen hohe Verantwortung für das seelische Wohl ihrer Patient/innen und begegnen oft belastenden Lebensgeschichten. Du arbeitest im Team, hältst Sprechstunden in Praxis- oder Klinikräumen, dokumentierst viel am Bildschirm und kannst in Bereitschafts- oder Rufdiensten eingesetzt sein.

Womit arbeitet man als Psychotherapeut/in?

Zum Arbeitsalltag gehören Interview- und Testbögen, Patientenakten, Behandlungspläne sowie Fachliteratur und Rechtsvorschriften. Außerdem nutzt du PC, Telefon und Internetzugang, um Gespräche zu organisieren, Gutachten zu schreiben und Sitzungen zu dokumentieren.

Kann man sich als Psychotherapeut/in selbständig machen?

Ja, Psychotherapeut/innen können sich mit einer eigenen Praxis selbständig machen. Dafür brauchst du in der Regel eine Kassenzulassung und betriebswirtschaftliches Know-how, um Räume, Abrechnung und Marketing zu organisieren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Psychotherapeut/in?

Nach der Approbation kannst du dich in Tiefenpsychologie, verhaltensorientierten oder systemischen Verfahren weiterbilden. Auch Spezialisierungen in Forschung, Entwicklung oder psychosozialer Beratung stehen dir offen. Regelmäßige Fortbildungen sind zudem verpflichtend, um die fachliche Qualität deiner Arbeit zu sichern.