Polsterer/Polsterin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Polsterer/Polsterin

Auch bekannt als: Industriepolsterer/-polsterin · Upholsterer (m/f)

BerufsfeldHandwerk & Fertigung
Arbeitsortein Produktionshallen · in Werkstätten · in Lagerhallen
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze45

Über den Beruf

Polsterer und Polsterinnen fertigen Polstermöbel und Matratzen nach technischen Zeichnungen. Sie wählen geeignete Hölzer, Schaumstoffe, Federsysteme und Bezugsstoffe, erstellen Schablonen, schneiden Stoffe oder Leder mit Zuschneidemaschinen zu und nähen die Bezüge an Nähautomaten. Anschließend bauen sie den Polstergrund auf, bringen Unterfederungen an, fügen Fasson und Pikierung ein und beziehen das Gestell. Elektrische Antriebe für verstellbare Rückenlehnen oder Massagesysteme montieren sie gleich mit. In der Serienfertigung richten sie CNC-gesteuerte Schneid-, Näh- und Matratzenbeziehmaschinen ein, überwachen Produktionsdaten per Software, arbeiten mit Cobots und fertigen bei Bedarf dekorative Kunststoffteile im 3-D-Druck. Handgefertigte Einzelstücke verzieren sie mit Knöpfen, Borten oder Kordeln und veredeln Oberflächen mit Beizen oder Lacken. Abschließend kontrollieren sie Maße, Sitzkomfort und Verarbeitung, dokumentieren die Ergebnisse und optimieren Prototypen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Polsterer/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.006 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.452 € und 3.797 €. Tarifgebundene Betriebe oder Spezialaufgaben wie Prototypenbau können das Einkommen zusätzlich erhöhen.

Wie lange dauert die Ausbildung als Polsterer/in?

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. Bei sehr guten Leistungen kann die Abschlussprüfung oft um ein halbes Jahr vorgezogen werden.

Welche Schulfächer sind für Polsterer/innen wichtig?

Mathematik, Technik sowie Werken/Textiles Gestalten bilden eine gute Grundlage. Damit berechnest du Stoffzuschnitte präzise, liest technische Zeichnungen und nähst passgenaue Bezüge.

Ist der Beruf als Polsterer/in körperlich anstrengend?

Eine gewisse Belastbarkeit ist nötig, weil viele Tätigkeiten Kraft in Armen und Händen erfordern und oft im Stehen erledigt werden. Staub, Klebstoffdämpfe und Farben können die Atemwege reizen – Schutzkleidung und guter Hautschutz gehören deshalb zum Alltag.

Wie sind die Berufsaussichten als Polsterer/in?

Die Berufsaussichten als Polsterer/in sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen bleiben häufig länger unbesetzt, was deine Chancen verbessert. Zusätzlich werden viele Altersabgänge erwartet, sodass weitere Jobs frei werden. Allerdings schrumpft die Beschäftigung bis 2040 und Arbeitgeber finden dann leichter Personal, sodass der Wettbewerb langfristig zunimmt.

Welche digitalen Skills braucht man als Polsterer/in?

Gefragt ist sicherer Umgang mit vernetzten Produktionssystemen und Apps, über die du Maschinendaten in Echtzeit überwachst. In manchen Betrieben arbeitest du zudem mit Cobots oder nutzt 3-D-Druck, um Beschlag- oder Dekorelemente herzustellen.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Polsterer/in?

Du wechselst zwischen Maschinenarbeit und präziser Handarbeit, trägst Gehörschutz oder Handschuhe und kommst regelmäßig mit Staub, Klebstoffen oder Lacken in Berührung.

Kann man sich als Polsterer/in selbständig machen?

Ja, möglich ist zum Beispiel eine eigene Polsterei oder ein mobiler Polsterservice. Beratungs- und Förderangebote bietet unter anderem die Service-Gesellschaft der Holz- und Möbelindustrie in Herford.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Polsterer/in?

Nach einigen Jahren Praxis kannst du die Prüfung zum/zur Industriemeister/in Polsterei ablegen und eine Fertigungsgruppe leiten. Kaufmännisch orientierte Fachkräfte erweitern ihr Profil über den Betriebswirt/in (Fachschule) – Möbelhandel. Mit einem Bachelor oder Master in Textil- und Bekleidungstechnik oder im Textildesign eröffnen sich zudem Entwicklungs- und Konstruktionsaufgaben.

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