Pflegeberater/Pflegeberaterin – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Pflegeberater/Pflegeberaterin

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Büro-, Besprechungs-, Beratungsräumen · bei Klienten · im Homeoffice bzw. mobil
Dauer3 Monate bis 1 Jahr
Offene Stellen79

Über den Beruf

Pflegeberater/innen ermitteln bei pflegebedürftigen Menschen den konkreten Unterstützungsbedarf und erläutern ihnen sowie ihren Angehörigen Leistungen der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung. Sie entwickeln passgenaue Versorgungspläne, veranlassen Rehabilitationsmaßnahmen, Hilfsmittelversorgung oder Umbauten im Wohnumfeld und dokumentieren alle Schritte in elektronischen Patientenakten. Anschließend überwachen sie die Umsetzung, moderieren Fallkonferenzen mit Pflegekräften, Ärzt/innen und Kostenträgern und passen die Pläne bei Bedarf an. Angehörige schulen sie nach § 45 SGB XI in der häuslichen Pflege, erklären Entlastungsangebote wie Pflegeunterstützungsgeld oder Kurzzeitpflege und führen Kurse auch direkt in der Wohnung der Betroffenen durch. Im Krankenhaus übernehmen sie das Entlassungsmanagement, organisieren die nahtlose Weiterbehandlung und stimmen Anschlussheilbehandlungen ab. Pflegeberater/innen begleiten die Fälle oft über Monate und halten die Versorgung kontinuierlich auf dem erforderlichen Niveau.

Ausbildung & Zugang

BerufstypWeiterbildungsberuf
AusbildungsartWeiterbildung nach den Empfehlungen des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband)
Dauer3 Monate bis 1 Jahr
Zugangsvoraussetzungen4
  • I.d.R. Berufsausbildung z.B. als Altenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in, Pflegefachmann/-frau oder Sozialversicherungsfachangestellte/r
  • Oder Hochschulstudium z.B. im Bereich Soziale Arbeit
  • Alternativ Ausbildung in einem anderen Beruf + mehrjährige Berufserfahrung in der Beratung zu gesundheitlichen, sozialrechtlichen oder pflegefachlichen Themen bei einem Sozialversicherungsträger
  • Oder Studium in einem anderen Studienfach + mehrjährige Berufserfahrung in der Beratung zu gesundheitlichen, sozialrechtlichen oder pflegefachlichen Themen bei einem Sozialversicherungsträger

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Pflegeberater/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.496 € brutto im Monat. Mit wachsender Berufserfahrung und je nach Region kannst du zwischen 3.514 € und 5.992 € verdienen.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Pflegeberater/in?

Die Weiterbildung dauert je nach Anbieter und Lernform etwa 3 Monate bis 1 Jahr. Vollzeitkurse sind meist schneller abgeschlossen, während Teilzeit- oder berufsbegleitende Angebote entsprechend länger laufen.

Wie sind die Berufsaussichten als Pflegeberater/in?

Die Berufsaussichten als Pflegeberater/in sind ausgeglichen. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch, offene Stellen sind schwer zu besetzen – ein Pluspunkt für Bewerber/innen. Bis 2040 finden Arbeitgeber jedoch schneller Personal, sodass die Konkurrenz langfristig zunimmt. Außerdem gibt es weniger Altersabgänge als in vielen anderen Berufen, dadurch werden etwas weniger Stellen frei.

Welche digitalen Skills braucht man als Pflegeberater/in?

Digitale Dokumentations- und Verwaltungssysteme gehören zum Alltag von Pflegeberater/innen. Du solltest sicher mit Dokumentenmanagementsystemen, elektronischen Patientenakten und Formularmanagement-Tools umgehen können, um Leistungsanträge oder Versorgungspläne effizient zu bearbeiten. Zudem ist es hilfreich, Klient/innen zu Entlastungsmöglichkeiten durch Therapie- und Pflegeroboter beraten zu können.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Pflegeberater/in?

Die Arbeit verlangt viel Verantwortung und ständigen Kundenkontakt, weil du Versorgungsentscheidungen für pflegebedürftige Menschen triffst und Gespräche mit Angehörigen führst. Gefühlsmäßig belastende Situationen – etwa bei schwer kranken Klient/innen – gehören ebenso dazu wie häufig wechselnde Einsatzorte zwischen Büro, Beratungseinrichtungen und Hausbesuchen. Neben persönlichen Terminen fallen längere Phasen vor dem Bildschirm an, etwa für Dokumentation und Antragstellung.

Womit arbeitet man als Pflegeberater/in?

Du arbeitest vor allem mit Patientendaten, Versorgungsplänen und verschiedenen Softwarelösungen, um Beratungen zu dokumentieren. Richtlinien der Gesetzlichen Krankenversicherung, Pflegegesetze und Datenschutzvorschriften liegen dabei genauso griffbereit wie Telefon, PC, Videokonferenz-Tools und klassische Infomaterialien. So kannst du Termine koordinieren, Leistungen beantragen und Klient/innen auch digital beraten.

Kann man sich als Pflegeberater/in selbständig machen?

Ja, eine Selbständigkeit ist möglich. Viele Pflegeberater/innen gründen ein eigenes Pflegeberatungsunternehmen oder übernehmen einen bestehenden Betrieb und bieten ihre Dienstleistungen direkt für Pflegekassen, Einrichtungen oder Privatkund/innen an.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Pflegeberater/innen?

Fachkurse in Gesundheitsmanagement, Case Management oder Pflegedokumentation bauen dein Know-how aus und halten dich fachlich auf dem neuesten Stand. Du kannst dich außerdem zu Themen wie Versicherungs- und Sozialrecht, Konfliktmanagement oder Mediation fortbilden, um dein Beratungsportfolio zu erweitern.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Pflegeberater/in?

Für den nächsten Karriereschritt kommen Aufstiegsweiterbildungen wie Betriebswirt/in (Fachschule) – Management im Gesundheitswesen oder Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen infrage. Auch eine Qualifizierung zur/zum Qualitätsbeauftragten im Gesundheits- und Sozialwesen eröffnet Leitungsaufgaben. Wer ein Studium anschließt, kann mit einem Bachelor oder Master in Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft in die strategische Planung oder in Führungsfunktionen wechseln.

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