Musiktherapeut/Musiktherapeutin
Auch bekannt als: Music therapist (m/f)
Über den Beruf
Musiktherapeut/innen nutzen Klänge, Rhythmen und Melodien, um psychische und körperliche Beschwerden zu lindern. Vor jeder Maßnahme sichten sie medizinische Gutachten, führen Gespräche mit Patient/innen und Angehörigen und erheben musiktherapeutische Befunde. Danach legen sie Ziele und Vorgehen im Therapieplan fest, wählen passende Stücke oder Instrumente aus und entscheiden, ob sie rezeptive (Musikhören) oder aktive Methoden einsetzen. Während der Sitzungen motivieren sie Einzelne oder Gruppen zum Zuhören, Singen, Improvisieren und gemeinsamen Musizieren, beobachten Stimmung, Ausdruck und Gruppenprozesse und greifen steuernd ein. Ergebnisse besprechen sie mit den Beteiligten, stimmen sich mit anderen Fachkräften ab und passen den Plan an den Therapieverlauf an. Nach jeder Einheit dokumentieren sie Verlauf und Wirkung in elektronischen Patientenakten und erledigen Verwaltungsaufgaben.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Für den Beruf wird ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Musiktherapie oder eine abgeschlossene Ausbildung als Musiktherapeut bzw. Musiktherapeutin vorausgesetzt. Für Führungspositionen oder spezialisierte Aufgaben ist meist ein Masterstudium erforderlich. In Wissenschaft und Forschung wird häufig eine Promotion verlangt, je nach Fachrichtung z.B. als Dr. phil.; für eine Professur ist darüber hinaus i.d.R. eine Habilitation nötig.
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Musiktherapeut/in?
Musiktherapeut/innen verdienen typischerweise 4.029 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Träger und Region kannst du zwischen 3.361 € und 4.785 € verdienen.
Ist der Beruf als Musiktherapeut/in körperlich anstrengend?
Der Beruf ist körperlich eher moderat belastend, verlangt aber funktionstüchtige Arme und Hände, um Instrumente sicher zu spielen und anzuleiten. Langes Sitzen, feinmotorische Bewegungen und wechselnde Körperhaltungen können ermüden – etwas Kraftausdauer und eine gute Haltung beugen Verspannungen vor.
Wie sind die Berufsaussichten als Musiktherapeut/in?
Die Berufsaussichten als Musiktherapeut/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, das spielt Bewerbern in die Karten. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden. Langfristig finden Arbeitgeber jedoch schneller Personal, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040 steigt.
Welche digitalen Skills braucht man als Musiktherapeut/in?
Digitale Dokumentation gehört zum Alltag in der Musiktherapie. Du solltest routiniert mit Dokumentenmanagementsystemen arbeiten können, um Therapiepläne anzulegen, und dich in elektronischen Patientenakten (ePA) zurechtfinden, um Diagnosen oder Laborwerte für deine Behandlung auszuwerten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Musiktherapeut/in?
Musiktherapeut/innen tragen hohe Verantwortung, weil sie mit Kindern, älteren Menschen und Patient/innen in Krisensituationen arbeiten. Gefühlsmäßig belastende Situationen, regelmäßige Bildschirmarbeit für Dokumentation und der Wechsel zwischen Therapie-, Schulungs- und Büroräumen prägen den Arbeitsalltag.
Womit arbeitet man als Musiktherapeut/in?
Zum Einsatz kommen vor allem leicht spielbare Instrumente wie Orff-Perkussion, Stabspiele und Glockenspiele, aber auch Stimme und Rhythmusinstrumente. Ergänzend arbeitest du mit standardisierten Tests, Patientenakten, Behandlungsplänen sowie typischer Büro-IT wie PC, Internet und Telefon.
Kann man sich als Musiktherapeut/in selbständig machen?
Eine freiberufliche Praxis oder mobile musiktherapeutische Angebote sind möglich. Ohne ärztliche Approbation oder Psychologieabschluss brauchst du dafür in der Regel die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung nach dem Heilpraktikergesetz.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Musiktherapeut/in?
Fachseminare zu speziellen Psychotherapieformen, zu Musik-, Rhythmus- und Bewegungsverfahren oder zu Gesundheitsförderung halten dich fachlich auf dem neuesten Stand. Supervision sowie Kurse zur Gruppenarbeit in sozialen Feldern erweitern deine Methodenkompetenz und stärken deine Berufsrolle.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Musiktherapeut/in?
Mit Berufspraxis kannst du Leitungsaufgaben in Kliniken, Reha-Einrichtungen oder musiktherapeutischen Zentren übernehmen. Ein Master- oder Promotionsstudium in Musiktherapie, Heilpädagogik, psychosozialer Beratung oder Tanz- und Bewegungstherapie eröffnet Wege in Forschung, Lehre und in übergeordnete Therapie-Konzeption.
