Milchwirtschaftlicher Laborant/Milchwirtschaftliche Laborantin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Milchwirtschaftlicher Laborant/Milchwirtschaftliche Laborantin

Auch bekannt als: Dairy laboratory technician (m/f)

BerufsfeldNaturwissenschaft & Umwelt
Arbeitsortein Labors · in Produktionshallen · in Lager- und Kühlräumen · in Büroräumen
Dauer3 Jahre
Ausbildungsplätze54

Über den Beruf

Milchwirtschaftliche Laborant/innen prüfen Milch und Milchprodukte vom Rohstoff bis zum abgepackten Käse. Sie planen jede Untersuchung, wählen geeignete Verfahren und entnehmen Proben mit Schöpfkelle, Spatel oder Käsebohrer. Im Labor bestimmen sie Fett- und Eiweißgehalt per Infrarotspektroskop, zählen Keime unter dem Fluoreszenzmikroskop und suchen nach Hemmstoffen aus Reinigungs- oder Arzneimitteln. Auch Wasser, Zusatzstoffe und Verpackungsmaterial gelangen aufs Prüfprotokoll. Neben chemischen und mikrobiologischen Tests führen sie sensorische Kontrollen durch und bewerten Aussehen, Geruch und Geschmack. Alle Messwerte erfassen sie in Laborinformationssystemen, vergleichen sie mit Grenzwerten und früheren Chargen und erstellen Freigabeempfehlungen. Sie reinigen, kalibrieren und warten die Analysegeräte und beschaffen fehlende Reagenzien. Bei der Entwicklung neuer Produkte oder Prüfmethoden liefern ihre Daten die Grundlage für Rezeptur- und Prozessanpassungen. Erst wenn ihre Ergebnisse überzeugen, verlässt die Charge das Werk.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in der Landwirtschaft (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Ausbildungsplätze

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.039 € brutto im Monat; je nach Erfahrung, Tarifbindung und Region kannst du zwischen 3.382 € und 4.885 € verdienen. In großen Molkereien oder bei Schicht- und Qualitätsprämien kann das Einkommen noch etwas höher ausfallen.

Wie viel verdient man in der Ausbildung als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Im ersten Ausbildungsjahr bekommst du rund 1.313 € brutto im Monat, im zweiten Jahr 1.400 € und im dritten 1.514 €. Über alle Lehrjahre gerechnet liegt die durchschnittliche Vergütung bei etwa 1.403 €.

Wie lange dauert die Ausbildung als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Die duale Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Mit sehr guten Noten und dem Einverständnis deines Ausbildungsbetriebs kannst du sie häufig auf zweieinhalb Jahre verkürzen.

Welche Schulfächer sind wichtig für Milchwirtschaftliche Laboranten/innen?

Für die Ausbildung sind besonders Chemie, Biologie und Physik wichtig, weil du damit Analyseverfahren schneller verstehst. Auch Mathematik spielt eine Rolle, um Konzentrationen, Verdünnungsreihen und Mischungsverhältnisse korrekt zu berechnen.

Ist der Beruf als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in körperlich anstrengend?

Der Beruf ist nicht schwer körperlich, verlangt aber eine gute Sensorik und Feinmotorik. Du brauchst funktionstüchtige Arme und Hände, ein sicheres Farbsehvermögen sowie einen intakten Geruchs- und Geschmackssinn, um Proben fachgerecht zu beurteilen. Gesunde Haut und Atemwege sind ebenfalls wichtig, da du regelmäßig mit Chemikalien und Dämpfen zu tun hast.

Wie sind die Berufsaussichten als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Die Berufsaussichten als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in sind eher schwierig. Die Beschäftigung wächst bis 2040, sodass neue Stellen entstehen. Der Fachkräftemangel ist jedoch gering; offene Stellen werden schnell besetzt. Bis 2040 nimmt dieser Konkurrenzdruck weiter zu, und weil weniger Altersabgänge erwartet werden, bleibt der Arbeitsplatzwechsel vergleichsweise selten.

Welche digitalen Skills braucht man als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Du solltest sicher mit Laborinformationssystemen (LIS) umgehen können, um Messdaten digital zu erfassen und auszuwerten. Außerdem setzen manche Betriebe bereits Wearables wie Smart-Watches oder Datenbrillen ein, mit denen du Prüfanweisungen angezeigt bekommst und Laborprotokolle automatisiert erstellst.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Nach der Ausbildung bieten Fachkurse zu naturwissenschaftlichem Labor, analytischer Chemie oder physikalischer Messtechnik die Chance, dein Know-how zu vertiefen. Lehrgänge rund um Milch, Molkereiwesen, Lebensmittelsicherheit oder Qualitätsprüfung qualifizieren dich für Aufgaben im Qualitätsmanagement oder in der Produktentwicklung.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Milchwirtschaftliche/r Laborant/in?

Mit Berufserfahrung kannst du den Abschluss als Milchwirtschaftliche/r Labormeister/in (Bachelor Professional) erwerben und ein eigenes Laborteam leiten. Eine Alternative ist der Weg zum/zur Techniker/in für Milchwirtschaft und Molkereiwesen oder zum/zur Wirtschafter/in in der Agrarwirtschaft. Wer sich akademisch weiterentwickeln möchte, kann ein Bachelor- oder Masterstudium in Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie, Lebensmittelchemie oder Lebensmitteltechnologie anschließen und so in Forschung oder Produktentwicklung aufsteigen.

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