Maßschuhmacher/Maßschuhmacherin Fachrichtung Maßschuhe
Auch bekannt als: Schuster/in · Schuhmacher/in · Custom shoemaker (m/f) - specialism of custom shoes
Über den Beruf
Maßschuhmacher/innen fertigen Halbschuhe, Stiefel oder Pumps exakt nach den Maßen der Kundschaft. Sie vermessen Füße mit Maßband oder 3-D-Scanner, übertragen die Daten auf Holz- oder 3-D-gedruckte Leisten und prüfen die Passform mit Probeschuhen. Auf dieser Basis entwerfen sie Modellskizzen, erstellen Schnittmuster und wählen Leder, Kork oder recycelte Stoffe. Oberleder und Bodenteile werden zugeschnitten, Schäfte genäht, über den Leisten gezogen und mit Sohlen sowie Absätzen verbunden. Nach Schleifen, Nähen, Kleben und Polieren entsteht ein Einzelstück mit hoher Passgenauigkeit. Zusätzlich passen sie Konfektionsschuhe orthopädisch an, färben Leder um und ersetzen beschädigte Absätze oder Sohlen. Im Gespräch beraten sie zu Materialien, Pflege und Reparatur, damit jedes Paar viele Jahre hält.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Ausbildungsplätze
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Maßschuhmacher/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 2.817 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.500 € und 3.166 €. Betriebsgröße, Spezialisierung und dein Kundenstamm können das Einkommen zusätzlich beeinflussen.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Maßschuhmacher/in?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Sie endet mit der Gesellenprüfung im Schuhmacherhandwerk.
Welche Schulfächer sind wichtig für Maßschuhmacher/innen?
Hilfreich sind vor allem Mathematik, Werken/Technik und Biologie. Damit berechnest du Materialzuschnitte, trainierst den Umgang mit Werkzeugen und lernst die Anatomie des Fußes kennen.
Ist der Beruf als Maßschuhmacher/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt kräftige, geschickte Hände und volle Beweglichkeit in Armen und Fingern. Du arbeitest viel im Stehen, kommst mit Klebstoffdämpfen in Kontakt und brauchst ein gutes Farbsehvermögen sowie widerstandsfähige Haut.
Wie sind die Berufsaussichten als Maßschuhmacher/in?
Die Berufsaussichten als Maßschuhmacher/in sind ausgeglichen. Aktuell ist der Fachkräftemangel hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, was deine Chancen verbessert. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Jobs frei werden. Die Beschäftigung schrumpft jedoch bis 2040, und langfristig wird es für Arbeitgeber leichter, Personal zu finden, sodass die Konkurrenz unter Bewerbern steigt.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Maßschuhmacher/in?
Du kombinierst präzise Handarbeit mit Maschinenarbeit, hast regelmäßigen Kundenkontakt und musst beim Zuschneiden und Nähen sehr sorgfältig vorgehen.
Womit arbeitet man als Maßschuhmacher/in?
Zu den wichtigsten Arbeitsmitteln zählen scharfe Messer, Scheren und Lochwerkzeuge, Klebe- und Poliermaschinen sowie Schärfgeräte. Als Werkstoffe verarbeitest du Leder, Gummi, Kork, Textilien und verschiedene Klebstoffe. Für Entwürfe kommen außerdem Softwareprogramme und ein PC zum Einsatz.
Kann man sich als Maßschuhmacher/in selbständig machen?
Ja, das Schuhmacherhandwerk ist zulassungsfrei, sodass du auch ohne Meisterbrief eine eigene Werkstatt oder ein Schuhfachgeschäft eröffnen kannst. Eine Meisterweiterbildung oder mehrjährige Praxiserfahrung erhöht aber deine Erfolgschancen bei Kundschaft und Banken.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Maßschuhmacher/in?
Du kannst die Meisterprüfung ablegen und als Schuhmachermeister/in bzw. Bachelor Professional im Schuhmacher-Handwerk Führungsverantwortung übernehmen. Ein weiterer Weg ist die Weiterbildung zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Schuhtechnik.
