Klebefachkraft
Auch bekannt als: European Adhesive Specialist (EAS) (m/f) · Klebetechniker/in
Über den Beruf
Klebefachkräfte entwickeln und steuern industrielle Klebeprozesse. Sie analysieren Werkstoffe wie Metall, Kunststoff, Glas oder Keramik und berechnen, welche Kräfte später auf die Baugruppe einwirken. Daraus leiten sie Statik- und Konstruktionsvorgaben ab, wählen geeignete Klebstoffe aus und mischen Ein- oder Mehrkomponenten-Systeme. Sie veranlassen oder übernehmen selbst die Oberflächenvorbehandlung – etwa schleifen, reinigen oder grundieren – steuern Heiß- oder Kaltklebeanlagen und überwachen Temperatur, Druck und Aushärtezeiten. Nach dem Fügen prüfen sie die Qualität durch Mess- und Zugtests, erkennen Fehler und veranlassen Nacharbeiten. Regelmäßig warten sie Klebemaschinen, tauschen Düsen, beseitigen Störungen und dokumentieren alle Schritte für die Qualitätssicherung. Zudem schulen sie Mitarbeitende, Klebepraktiker/innen und Auszubildende in Theorie und Praxis des Klebens.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Oft wird für den Zugang eine Ausbildung in Metalltechnik oder Kunststoff- und Kautschuktechnik erwartet, alternativ eine Weiterbildung in Klebetechnik.
Zugangswege
Stellenangebote
Aktuelle Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Klebefachkraft?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.723 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 2.982 € und 4.421 €. Mit zunehmender Verantwortung für Qualitätssicherung oder Teamleitung kann dein Einkommen weiter steigen.
Wie sind die Berufsaussichten als Klebefachkraft?
Die Berufsaussichten als Klebefachkraft sind ausgeglichen. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen lassen sich schwer besetzen, was deine Chancen verbessert. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerber/innen, Arbeitgeber müssen länger nach passendem Personal suchen. Allerdings wird die Gesamtbeschäftigung in diesem Berufsfeld bis 2040 voraussichtlich zurückgehen. Zudem sind weniger Altersabgänge zu erwarten als in vielen anderen Berufen, sodass etwas weniger Stellen durch Ruhestand frei werden.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Klebefachkraft?
Klebefachkräfte arbeiten meist in Werk- oder Produktionshallen und bedienen dort verschiedene Klebegeräte, Maschinen und Anlagen. Der Umgang mit gesundheitsschädlichen Klebstoffen, Lösungsmitteldämpfen sowie Rauch oder Staub erfordert Schutzkleidung, Handschuhe und teils Atemschutz. Je nach Auftragslage kann es zu Mehrarbeit und unregelmäßigen Arbeitszeiten kommen.
Womit arbeitet man als Klebefachkraft?
Verarbeitet werden unter anderem Werkstücke aus Metall, Kunststoff, Glas oder Keramik sowie unterschiedliche Klebstoffsysteme. Für den Auftrag stehen automatische Dosieranlagen, Klebepistolen sowie beheizte oder gekühlte Fügeeinrichtungen zur Verfügung. Hinzu kommen Schleif- und Poliermaschinen sowie Unterlagen wie Arbeitsanweisungen, Prüfprotokolle und Arbeitsschutzvorschriften.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Klebefachkräfte?
Für Klebefachkräfte gibt es zahlreiche fachspezifische Lehrgänge rund um Klebtechniken, Kunststoffverarbeitung oder Werkstoff- und Materialwissenschaften. Du kannst dich zudem in Fügeverfahren, Metall- oder Kunststoffbe- und ‑verarbeitung sowie Produktions- und Fertigungstechnik fortbilden, um technische Abläufe zu optimieren oder neue Verfahren einzuführen.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Klebefachkraft?
Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich vor allem über anerkannte Weiterbildungen zum/zur Industriemeister/in Kunststoff und Kautschuk oder zum/zur Techniker/in Kunststoff- und Kautschuktechnik. Mit diesen Abschlüssen kannst du Produktionsabläufe leiten oder die Qualitätssicherung verantworten. Wer studieren möchte, kann ein Bachelor- oder Masterstudium in Kunststofftechnik oder Chemieingenieurwesen anschließen und so in Planung, Entwicklung oder mittleres Management aufrücken.
