Kapitän/Kapitänin in der Kleinen Hochseefischerei
Auch bekannt als: Kapitän/in BK
Über den Beruf
Kapitän/innen in der kleinen Hochseefischerei steuern Hochseekutter zu ergiebigen Fanggründen, überwachen Radar und Echolot und halten den geplanten Kurs. Sie planen jede Fangreise, kalkulieren Brennstoff und Proviant und prüfen Rettungsboote, Winden und Luken vor dem Auslaufen. Während der Seewache bestimmen sie Positionen mit GPS, Kompass und Funkpeilung und dokumentieren Kurs, Wetter und besondere Ereignisse im Logbuch. Am Fangplatz koordinieren sie das Ausbringen der Netze, kontrollieren Fischortungsgeräte und achten auf Fangquoten sowie internationale Fischereiregeln. Gefangene Fische lassen sie schlachten, kühlen oder weiterverarbeiten und lagern sie fachgerecht. Zudem erledigen sie Zoll- und Behördenformalitäten, führen die Schiffskasse und planen den Personaleinsatz. Moderne digitale Karten, Sensorik und Assistenzsysteme unterstützen dabei Navigation und Nachhaltigkeit.
Ausbildung & Zugang
Zugang zum Beruf
Die Berufsausübung und auch das Führen der Berufsbezeichnung sind reglementiert und setzen den Nachweis einer festgelegten Qualifikation voraus; bei ausländischen Qualifikationen ist eine Anerkennung nötig. Erforderlich ist das Befähigungszeugnis "Kapitän BK mit den Befugnissen zum Kapitän in der Kleinen Hochseefischerei".
Stellenangebote
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.935 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Reederei und Fahrtgebiet kannst du zwischen 5.130 € und 6.899 € verdienen.
Ist der Beruf als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei körperlich anstrengend?
Ja – robuste Gesundheit ist Pflicht. An Deck arbeitest du bei Kälte, Nässe und starkem Seegang und musst dich trotzdem sicher bewegen, steuern und Entscheidungen treffen. Ein gutes Seh- und Farbsehvermögen sowie kräftige Arme und Hände sind ebenfalls notwendig.
Wie sind die Berufsaussichten als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Die Berufsaussichten als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei sind ausgeglichen. Die Beschäftigung schrumpft bis 2040. Der Fachkräftemangel ist aktuell gering, offene Stellen werden schnell besetzt – Bewerber/innen brauchen derzeit ein gutes Profil. Bis 2040 wird es für Arbeitgeber jedoch schwieriger, Fachkräfte zu finden; die Konkurrenz unter Bewerber/innen sinkt langfristig. Zusätzlich werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch weitere Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Digitale Navigations- und Planungssysteme gehören zum Alltag. Du solltest mit elektronischen Seekarten, Dokumentenmanagement- und ERP-Systemen umgehen können und in einem digitalen Logbuch Fangquoten festhalten. Auch das Fernsteuern von Schiffen über autonome Systeme und der Einsatz von Sensorik zur Fischortung oder zum Selektieren von Beifang erfordern technisches Verständnis.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Die Arbeit spielt sich überwiegend an Bord ab, oft in Mehrtageseinsätzen fernab des Hafens. Du trägst Verantwortung für Crew, Schiff und Fang, arbeitest im Schichtsystem und bist wechselnden Witterungen, Lärm und Seegang ausgesetzt. Schutzkleidung, strenge Sicherheitsvorschriften und der Umgang mit komplexer Technik prägen den Arbeitsalltag.
Womit arbeitet man als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Zum Handwerkszeug gehören neben dem Hochseekutter elektronische Fischortungsgeräte, Kreisel- und Magnetkompass sowie Funkanlagen für Navigation und Kommunikation. Du nutzt Echolot, Geschwindigkeitsmesser und digitale Sensoren, um Kurs und Fang zu optimieren. Papierunterlagen wie Seehandbücher, Ladungspapiere und das Logbuch ergänzen die Technik, damit jede Reise sauber dokumentiert ist.
Kann man sich als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei selbständig machen?
In der deutschen Hochseefischerei gibt es praktisch keine direkten Wege in die Selbstständigkeit als Kapitän/in dieses Segments. Eine eigene Existenz ist eher in der Küstenfischerei – etwa als Krabbenfischer/in – oder im Fischhandel denkbar. Für andere Gründungen in der Seeschifffahrt wären zusätzliche Befähigungsnachweise erforderlich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Fachspezifische Kurse in Schiffsverkehr, Fischwirtschaft oder Lebensmittelverarbeitung helfen dir, Wissen zu vertiefen. Du kannst dich außerdem in Rechtsfragen, Brand- und Katastrophenschutz oder Betriebssanitätswesen sowie Erster Hilfe qualifizieren, um an Bord mehr Verantwortung zu übernehmen. Solche Lehrgänge erhöhen deine Sicherheitsexpertise und machen dich für Reedereien attraktiver.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Kapitän/in in der kleinen Hochseefischerei?
Ein möglicher Karriereschritt führt zum/zur Kapitän/in in der großen Hochseefischerei oder zum/zur nautischen Schiffsoffizier/in – beide Abschlüsse werden als „Bachelor Professional in Technik“ anerkannt. Zusätzlich kannst du über Mit ausreichender Seezeit und weiterem Training rückst du so in höher dotierte Verantwortungsbereiche auf.
