Handzuginstrumentenmacher/Handzuginstrumentenmacherin – Arbeitsumfeld
Ausbildung

Handzuginstrumentenmacher/Handzuginstrumentenmacherin

Auch bekannt als: Harmonikamacher/in · Maker (m/f) of reed-organ musical instruments

BerufsfeldDesign & Gestaltung
Arbeitsortein Werkstätten · in Verkaufsräumen
Dauer3 Jahre

Über den Beruf

Handzuginstrumentenmacher/innen konstruieren und fertigen handgezogene Instrumente wie Akkordeons oder Bandoneons sowie angeblasene Varianten wie Mundharmonikas. Sie wählen passende Hölzer, Metalle, Leder und Kunststoffe nach den Klangvorstellungen der Kundschaft aus, zeichnen Skizzen oder übernehmen digitale 3-D-Modelle. Anschließend sägen, fräsen und schleifen sie Gehäuse, falten und verleimen den Balg und montieren Klaviatur, Register und Stimmplatten. Mit feinem Gehör stimmen sie jede Zunge, passen Dichtungen an und prüfen die Intonation. Zur Oberflächenveredelung lackieren, polieren oder verzieren sie die Instrumente mit Zelluloid, Furnieren oder Ornamenten. Neben Neubauten restaurieren sie historische Stücke, fertigen fehlende Teile bei Bedarf im 3-D-Druck und dokumentieren Schäden mit Laserscans. Abschließend beraten sie Spielerinnen und Spieler zu Pflege, Wartung und individuellen Klangwünschen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypAnerkannter Ausbildungsberuf
AusbildungsartDuale Ausbildung in Industrie und Handwerk (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Dauer3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Handzuginstrumentenmacher/in?

Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 24.300 € und 26.244 € pro Jahr. Mit wachsender Erfahrung, Spezialisierungen oder einem eigenen Betrieb kann dein Einkommen darüber hinausgehen.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Handzuginstrumentenmacher/in?

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. In dieser Zeit lernst du vom ersten Entwurf bis zur finalen Stimmung alle Arbeitsschritte in Betrieb und Berufsschule.

Welche Schulfächer sind wichtig für Handzuginstrumentenmacher/innen?

Hilfreich sind Werken/Technik, Physik, Mathematik, Musik und Deutsch. Mit diesem Mix kannst du Materialien präzise bearbeiten, Maße berechnen und Kundengespräche souverän führen.

Ist der Beruf als Handzuginstrumentenmacher/in körperlich anstrengend?

Der Beruf ist handwerklich anspruchsvoll. Du brauchst kräftige, feinfühlige Hände, widerstandsfähige Haut und gesunde Atemwege, weil Schleifstaub, Lack- und Kleberdämpfe zum Alltag gehören.

Welche digitalen Skills braucht man als Handzuginstrumentenmacher/in?

Digitale Werkzeuge wie 3-D-Druck und 3-D-Laserscanning gehören inzwischen zur modernen Werkstatt. Damit stellst du passgenaue Ersatzteile her und vermisst Schäden millimetergenau.

Womit arbeitet man als Handzuginstrumentenmacher/in?

Zum Alltag gehören Sägen, Bohr- und Schleifmaschinen, Klebstoffe und Lacke sowie Werkstoffe wie Holz, Pappe, Metall oder Zelluloid. Zusätzlich nutzt du Zeichnungen, Modellskizzen und Kalkulationen als Arbeitsunterlagen.

Kann man sich als Handzuginstrumentenmacher/in selbständig machen?

Ja, das Handzuginstrumentenmacher-Handwerk ist zulassungsfrei, sodass du auch ohne Meisterbrief einen eigenen Betrieb gründen kannst. Berufserfahrung oder der Titel Handzuginstrumentenmachermeister/in erleichtern jedoch den Start erheblich.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Handzuginstrumentenmacher/innen?

Sinnvolle Lehrgänge behandeln Holzkunde, Holz- und Metallverarbeitung, Restaurierung, historische Materialkunde oder Musiktheorie. So bleibst du technisch und klanglich auf dem neuesten Stand.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Handzuginstrumentenmacher/in?

Aufsteigen kannst du vor allem über den Meistertitel Handzuginstrumentenmachermeister/in bzw. den Bachelor Professional im Handzuginstrumentenmacher-Handwerk. Ein Bachelor- oder Masterstudium im Musikinstrumentenbau eröffnet dir zudem Wege in Entwicklung, Qualitätsmanagement oder leitende Positionen.