Fachtierarzt/Fachtierärztin
Auch bekannt als: Veterinary specialist (m/f)
Über den Beruf
Fachtierärzte und Fachtierärztinnen diagnostizieren schwierige Erkrankungen, leiten Spezialoperationen ein und verordnen passgenaue Medikamente. Abhängig von ihrer Ausrichtung – etwa Pferdeorthopädie, Kleintierdermatologie oder Schweinegesundheit – setzen sie Ultraschall, Röntgen und endoskopische Verfahren ein, entnehmen Gewebeproben und werten Labordaten aus. Sie impfen Herden, erstellen Organprofile älterer Tiere und beraten Halter zu Fütterung, Haltung oder Zucht. Im öffentlichen Veterinärwesen bekämpfen sie Seuchen, kontrollieren Tiertransporte und überwachen Schlacht- sowie Verarbeitungsprozesse, um die Lebensmittelsicherheit zu sichern. In der Industrie prüfen sie neue Wirkstoffe, begleiten Zulassungsverfahren oder unterstützen den Vertrieb tiermedizinischer Präparate. Neben der Behandlung dokumentieren sie Befunde digital, erstellen Gutachten und kalkulieren Leistungen. Ihr Fachwissen schützt Tierwohl und Verbrauchergesundheit gleichermaßen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Approbation als Tierarzt/Tierärztin oder Erlaubnis zur vorübergehenden Berufsausübung
Stellenangebote
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fachtierarzt/in?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 4.986 € brutto im Monat, je nach Erfahrung und Region zwischen 3.905 € und 6.488 €. Mit steigender Verantwortung – etwa in Leitungsfunktionen oder im öffentlichen Veterinärwesen – kann das Einkommen weiter anziehen.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Fachtierarzt/in?
Die Weiterbildung zum/zur Fachtierarzt/Fachtierärztin dauert je nach Tierärztekammer und gewähltem Fachgebiet 4 bis 6 Jahre. In dieser Zeit absolvierst du eine festgelegte Anzahl an Praxisjahren und begleitenden Kursen, bevor du die Fachprüfung ablegst.
Ist der Beruf als Fachtierarzt/in körperlich anstrengend?
Der Beruf verlangt eine gute körperliche Verfassung. Du brauchst belastbare Rücken-, Bein- und Armmuskulatur, genügend Kraft zum Fixieren von Tieren, sicheres Farbsehvermögen für Befunde und insgesamt robuste Gesundheit, weil du mit Parasiten oder Zoonosen in Kontakt kommst.
Wie sind die Berufsaussichten als Fachtierarzt/in?
Die Berufsaussichten als Fachtierarzt/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, das spricht für Jobsuchende. Bis 2040 sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern, weil Arbeitgeber länger nach Personal suchen. Zudem werden viele Altersabgänge erwartet, wodurch zusätzliche Stellen frei werden.
Welche digitalen Skills braucht man als Fachtierarzt/in?
Fachtierärzte/ärztinnen arbeiten immer häufiger mit High-Tech-Systemen. Du solltest dich mit 3-D-Laserscanning, computerassistierter Chirurgie, KI-basierter Bildauswertung sowie Praxis- und Dokumentenmanagementsystemen auskennen und keine Scheu vor Medizin-Nano- oder Mikrorobotern haben.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fachtierarzt/in?
Die Tätigkeit ist abwechslungsreich und findet in Behandlungsräumen, Ställen, Laboren und auch im Freien statt. Du trägst regelmäßig Schutzkleidung, führst präzise Arbeiten an lebenden Tieren aus, dokumentierst Befunde am Bildschirm und trägst Verantwortung für Gesundheit und Sachwerte.
Kann man sich als Fachtierarzt/in selbständig machen?
Ja, viele Fachtierärzte/ärztinnen eröffnen eine eigene Praxis oder Tierklinik oder steigen als Teilhaber/in ein. Damit kannst du Behandlungsschwerpunkte selbst festlegen und deine Arbeitszeiten weitgehend steuern, trägst aber auch das volle betriebswirtschaftliche Risiko.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Fachtierärzte/ärztinnen?
Nach der Fachanerkennung kannst du dich mit Fortbildungen etwa in Tierphysiotherapie, Tierpsychologie, Naturheilverfahren, Strahlenschutz oder Hygiene spezialisieren. Solche Kurse vertiefen dein Know-how und eröffnen neue Leistungsangebote für deine Patienten und Auftraggeber.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für Fachtierärzte/ärztinnen?
Aufstieg gelingt vor allem über akademische Qualifikationen. Mit einer Promotion in Tiermedizin kannst du leitende Funktionen in Kliniken, Forschung oder Verwaltung übernehmen. Eine Habilitation ebnet den Weg zur Professur oder zu Chefarzt-Positionen in Tierkliniken. Ein spezialisierter Master in Tiermedizin kann zusätzlich Türen zu wissenschaftlichen oder administrativen Leitungsaufgaben öffnen.
