Facharzt/Fachärztin Fachrichtung Arbeitsmedizin – Arbeitsumfeld
Weiterbildung

Facharzt/Fachärztin Fachrichtung Arbeitsmedizin

Auch bekannt als: Arbeitsmediziner/in (Facharzt/Fachärztin) · Betriebsarzt/-ärztinBetriebsmediziner/in (Facharzt/Fachärztin)Werksarzt/-ärztinFacharzt/-ärztin (Arbeits- und Betriebsmedizin)Occupational health physician (m/f)Occupational physician (m/f) ·

BerufsfeldGesundheit & Medizin
Arbeitsortein Untersuchungs- und Behandlungsräumen · in Büroräumen · in allen Räumlichkeiten und ggf. in Außenbereichen der betreuten Betriebe (z.B. bei Begehungen von Arbeitsbereichen) · in Labors (z.B. bei Forschungsvorhaben) · in Hörsälen oder Unterrichtsräumen (bei Lehrtätigkeit)
Dauer5 Jahre
Offene Stellen527

Über den Beruf

Fachärzte und Fachärztinnen für Arbeitsmedizin beurteilen, wie Lärm, Gefahrstoffe oder psychische Belastungen auf Beschäftigte wirken, und entwickeln Strategien zum Schutz der Gesundheit. Sie beraten Arbeitgeber bei der Planung, Einrichtung oder dem Umbau von Arbeitsplätzen, erstellen Gefährdungsbeurteilungen und führen Messungen zu Licht, Klima oder Chemikalien durch. Arbeitsunfall- und Fehlzeitendaten werten sie aus, leiten Präventionsprogramme wie Hautschutz- oder Suchtprävention ein und schulen Ersthelfer. Beschäftigte untersuchen sie mit Sehtests, Lungenfunktionsmessungen oder Biomonitoring, prüfen die Tauglichkeit für bestimmte Tätigkeiten und begleiten die Wiedereingliederung nach längerer Krankheit. Bei Bedarf schlagen sie einen Arbeitsplatzwechsel vor und stimmen sich mit Hausärzten, Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaften ab. Elektronische Patientenakten, telemedizinische Sprechstunden und datenbasierte Analysen unterstützen dabei, Risiken früh zu erkennen und passgenaue Maßnahmen zu planen.

Ausbildung & Zugang

BerufstypStudienberuf (nach Weiterbildung): Facharzt/Fachärztin
AusbildungsartWeiterbildung nach Regelungen der Landesärztekammern
Dauer5 Jahre
Zugangsvoraussetzungen1
  • Approbation als Arzt/Ärztin oder Erlaubnis zur Berufsausübung

Stellenangebote

Karriere & Weiterbildung

Häufige Fragen

Was verdient man als Arbeitsmediziner/in?

Das tarifliche Bruttojahresgehalt liegt zwischen 70.824 € und 82.308 € pro Jahr. Mit Berufserfahrung, zusätzlicher Qualifikation oder einer Leitungsfunktion in Konzernen kannst du auch höhere Gehälter erzielen, vor allem wenn du außerhalb des Tarifs angestellt bist.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Fachärztin für Arbeitsmedizin?

Die ärztliche Weiterbildung dauert regulär 5 Jahre. In dieser Zeit rotierst du durch arbeitsmedizinische Einrichtungen, klinische Fachabteilungen und besuchst verbindliche Kursmodule, bevor du zur Facharztprüfung zugelassen wirst.

Ist der Beruf als Arbeitsmediziner/in körperlich anstrengend?

Der Beruf erfordert eher Feinmotorik als körperliche Kraft. Du brauchst funktionstüchtige Hände und Arme, ein sicheres Farbsehvermögen sowie einen intakten Tastsinn, um Untersuchungsgeräte zu bedienen und Hautveränderungen zu erkennen. Häufiger Kontakt mit Desinfektionsmitteln setzt zudem widerstandsfähige Haut voraus.

Wie sind die Berufsaussichten als Arbeitsmediziner/in?

Die Berufsaussichten als Arbeitsmediziner/in sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Der Fachkräftemangel ist hoch – offene Stellen sind schwer zu besetzen, das spielt Bewerber/innen in die Karten. Zusätzlich sorgen viele Altersabgänge dafür, dass weitere Positionen frei werden.

Welche digitalen Skills braucht man als Arbeitsmediziner/in?

Im Arbeitsalltag nutzt du die elektronische Patientenakte, analysierst Gesundheitsdaten mit Predictive-Analytics-Tools und führst Telemedizin-Sprechstunden durch. Auch das Auswerten von Exoskelett-Nutzungsdaten, softwaregestützte Tourenplanung sowie virtuelle Patientensimulationen für Schulungszwecke gehören mittlerweile dazu.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als Arbeitsmediziner/in?

Der Job kombiniert Verantwortung für Beschäftigte mit viel Bildschirm- und Dokumentationsarbeit. Du wechselst zwischen Praxis, Labor, Büroraum und Werkshalle, trägst dabei oft Schutzkleidung und setzt Präzisions-Messgeräte ein. Emotionale Belastungen entstehen durch den Umgang mit erkrankten oder beeinträchtigten Personen, jedoch arbeitest du überwiegend zu planbaren Tageszeiten.

Kann man sich als Arbeitsmediziner/in selbständig machen?

Eine Selbständigkeit ist möglich. Du kannst eine eigene arbeitsmedizinische Praxis gründen oder als Teilhaber/in in eine bestehende Praxis einsteigen und Betriebe auf Honorarbasis betreuen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Arbeitsmediziner/in?

Beliebte Fachfortbildungen decken Themen wie Notfallmedizin, Arbeitssicherheit, Case-Management oder betriebliches Gesundheitsmanagement ab. Zusätzlich kannst du dich in Ergonomie, Forschung oder Gesundheitsberatung spezialisieren, um dein Portfolio zu erweitern.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Arbeitsmediziner/in?

Ein Masterstudium in Gesundheitsmanagement, Gesundheitsökonomie oder Public Health kann den Weg in leitende Positionen ebnen. Mit einer Promotion qualifizierst du dich für Chefarztstellen, Forschungsprojekte oder Aufgaben in Behörden. Eine Habilitation eröffnet dir zusätzlich die Aussicht auf eine Professur in der Arbeitsmedizin.

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