Fachanwalt/Fachanwältin
Auch bekannt als: Specialist solicitor (m/f)
Über den Beruf
Fachanwälte und Fachanwältinnen beraten Mandanten in anspruchsvollen Rechtsfragen ihres Spezialgebiets, prüfen Erfolgsaussichten und vertreten deren Interessen vor Behörden, Vertragspartnern und Gerichten. Sie analysieren den geschilderten Sachverhalt, werten Gesetze, Urteile und Kommentare aus und entwickeln eine passgenaue Strategie. Schriftsätze, Gutachten und Verträge verfassen sie selbst, verhandeln Vergleichs- oder Honorarvereinbarungen und begleiten Mandanten zu Anhörungen oder Mediationen. Bei Gerichtsprozessen bereiten sie Zeugenaussagen und Beweismittel vor, führen Verhandlungen und erläutern rechtlich relevante Fakten. In Kanzleien oder Unternehmensrechtsabteilungen koordinieren sie Teamaufgaben, organisieren Akten mit Dokumentenmanagementsystemen und setzen Legal-Tech-Tools für Recherche, Textanalyse oder Smart-Contract-Prüfungen ein. Erfahrene Fachanwälte übernehmen zudem Schulungen für Mitarbeitende oder engagieren sich als Prüfer in juristischen Weiterbildungen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Mind. 3 Jahre anwaltliche Zulassung und Tätigkeit innerhalb der letzten 6 Jahre
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Fachanwalt/in?
Das Einkommen von Fachanwältinnen und Fachanwälten schwankt stark. Entscheidend sind Fachgebiet, Region, Kanzleigröße und ob du angestellt oder selbstständig abrechnest. Honorarvereinbarungen, Spezialisierungen und Berufserfahrung können das Monatsgehalt daher deutlich nach oben oder unten verschieben.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum/zur Fachanwalt/in?
Die Fachanwaltsweiterbildung hat keine einheitliche Laufzeit. Je nach Bildungsanbieter, Lernform (Vollzeit, Teilzeit, Fernlehrgang) und Vorbereitungszeit kann sie von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. Frag am besten frühzeitig bei der Rechtsanwaltskammer nach, welche Kursmodelle für dein Wunschrechtsgebiet anerkannt sind.
Wie sind die Berufsaussichten als Fachanwalt/in?
Die Berufsaussichten als Fachanwältin bzw. Fachanwalt sind eher schwierig. Die Beschäftigung in diesem Feld wächst zwar bis 2040, doch der Fachkräftemangel ist gering – offene Stellen werden meist schnell besetzt, was den Konkurrenzdruck erhöht. Zudem steigt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040 weiter, weil Arbeitgeber leichter qualifizierte Juristen finden. Wer sich abhebt, punktet mit seltenen Spezialgebieten oder Zusatzqualifikationen.
Welche digitalen Skills braucht man als Fachanwalt/in?
Digitale Kompetenz ist für Fachanwältinnen und Fachanwälte Pflicht. Du solltest mit E-Akte-Systemen und Dokumentenmanagementsoftware umgehen und Compliance-Management-Systeme beurteilen können. Text-Mining-Tools und Robotic-Process-Automation erleichtern die Suche nach Präzedenzfällen und automatisieren Routineaufgaben. Im IT- oder Datenschutzrecht berätst du Mandanten außerdem zum Einsatz von Smart Contracts oder Consent-Management-Plattformen.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Fachanwalt/in?
Die Arbeit spielt sich überwiegend am Schreibtisch sowie in Besprechungs- und Gerichtssälen ab und ist zeitlich oft wenig planbar. Neben langer Bildschirmarbeit kommen Mandantentermine mitunter abends oder am Wochenende hinzu. Du trägst juristische Verantwortung für Personen und Vermögenswerte, musst emotionale Konflikte aushalten und zahlreiche gesetzliche Vorgaben einhalten. Teamphasen in Kanzleien wechseln sich dabei mit konzentrierter Einzelarbeit ab.
Womit arbeitet man als Fachanwalt/in?
Zum juristischen Handwerkszeug gehören Gesetzestexte, Kommentare, Urteile und elektronische Akten. Ergänzend nutzt du Kanzleisoftware, Spezialdatenbanken sowie Standard-IT wie PC, Internetzugang und Telefon. Verträge, Gutachten und andere Prozessunterlagen entstehen heute meist direkt digital und werden in Recherche- und Dokumentenarchiven abgelegt.
Kann man sich als Fachanwalt/in selbständig machen?
Ja, viele Fachanwältinnen und Fachanwälte machen sich selbständig. Du kannst eine eigene Kanzlei gründen oder als freiberufliche/r Berater/in im jeweiligen Fachgebiet arbeiten und so Mandanten direkt akquirieren.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Fachanwalt/in?
Juristische Fortbildungen hören mit dem Fachanwaltstitel nicht auf. Lehrgänge in weiteren Rechtsgebieten wie Arbeits-, Wirtschafts-, Versicherungs- oder Baurecht sowie Seminare zu allgemeinen Rechtsthemen oder zur Öffentlichen Verwaltung sind gefragt. Damit hältst du dich zu neuen Gesetzen und Rechtsprechung auf dem Laufenden und erweiterst dein Portfolio.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Fachanwalt/in?
Wer wissenschaftlich arbeiten möchte, promoviert anschließend – das öffnet Türen zu anspruchsvollen Positionen oder einer Hochschulkarriere. Mit einer Habilitation ist schließlich die Professur erreichbar, während in Großkanzleien erfahrene Fachanwältinnen und Fachanwälte auch Partner- oder Managementrollen übernehmen können.
