Bogenmacher/Bogenmacherin
Auch bekannt als: Streich- und Saiteninstrumentenbauer/in - Schwerpunkt Bogen · Bow maker (m/f)
Über den Beruf
Bogenmacher/innen fertigen Bögen für Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabässe. Sie wählen Edelhölzer, Metalle und Rosshaar aus, übertragen Maße aus Werkzeichnungen auf den Rohling und hobeln, feilen oder fräsen die Stange. Durch Erwärmen biegen sie das Holz in die gewünschte Spannkurve, behandeln die Oberfläche mit Beize oder Lack und bringen Verzierung sowie Bewicklung an. Anschließend setzen sie Frosch, Beinchen und Justierschraube ein, bespannen den Bogen mit sortierten Pferdehaaren und befestigen Daumenleder. Mit geübtem Ohr prüfen sie Spielbarkeit und Klang und nehmen Korrekturen vor. Zusätzlich reparieren oder restaurieren sie beschädigte oder historische Modelle, nutzen dafür bei Bedarf 3-D-Scanner zur Schadensanalyse und beraten Musiker beim Kauf oder bei Pflegemaßnahmen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen1
- Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Bogenmacher/in?
Das tarifliche Bruttojahresgehalt für Bogenmacher/innen liegt zwischen 24.300 € und 26.244 € pro Jahr. Region, Betriebsgröße und Ruf der Werkstatt können das Einkommen spürbar nach oben oder unten verschieben.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Bogenmacher/in?
Die duale Ausbildung ist auf 3 Jahre angelegt. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa sehr guten Leistungen – kannst du die Dauer verkürzen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Bogenmacher/innen?
Hilfreich sind Werken/Technik, Mathematik, Physik, Musik und Deutsch. Gute Technik-Kenntnisse erleichtern dir den Umgang mit Werkzeugen, Mathe und Physik helfen beim exakten Berechnen der Maße, Musik trainiert dein Gehör und Deutsch unterstützt dich bei der Kundenberatung.
Ist der Beruf als Bogenmacher/in körperlich anstrengend?
Er verlangt vor allem eine ausgeprägte Feinmotorik sowie gesunde Hände und Arme, weil du viele Stunden präzise schleifen, sägen und polieren musst. Da beim Arbeiten Holzstaub und Lösungsmitteldämpfe entstehen, solltest du außerdem belastbare Atemwege haben; schweres Heben spielt hingegen kaum eine Rolle.
Welche digitalen Skills braucht man als Bogenmacher/in?
Digitale Kompetenzen werden vor allem beim 3-D-Laserscanning gebraucht. Du setzt Laserscanner ein, um historische Bögen millimetergenau zu vermessen und die Daten anschließend in CAD-Programmen weiterzuverarbeiten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Bogenmacher/in?
Parallel bist du immer wieder im Kundenbereich, berätst Musiker und musst trotz Geruch von Lacken extrem präzise Feinarbeit leisten.
Kann man sich als Bogenmacher/in selbständig machen?
Ja, das Bogenmacher-Handwerk ist zulassungsfrei, du kannst also auch ohne Meistertitel einen eigenen Betrieb eröffnen. Berufserfahrung oder der Meister- bzw. Bachelor-Professional-Abschluss erhöhen jedoch dein Ansehen bei Kundschaft und Geschäftspartnern.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Bogenmacher/innen?
Du kannst Lehrgänge in Holzkunde, moderner Holzverarbeitung, Restaurierung historischer Bögen oder allgemeiner Musik belegen. Solche Kurse vertiefen dein Fachwissen und halten dich handwerklich und gestalterisch auf dem neuesten Stand.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Bogenmacher/in?
Ein klassischer Karriereschritt ist die Meisterprüfung zum/zur Bogenmachermeister/in, heute häufig als Bachelor Professional bezeichnet. Mit diesem Abschluss sind Positionen wie Werkstattleitung oder die Kombination mit einem Studium im Musikinstrumentenbau erreichbar.
