Biowissenschaften, Life Sciences (Bachelor)
Auch bekannt als: Biowissenschaftler/in · Bioscientist (m/f)
Über den Beruf
Biowissenschaftler/innen erforschen biologische Prozesse von der Molekülebene bis zum gesamten Ökosystem. Im Labor planen und führen sie Versuchsreihen durch, analysieren Zellen, Mikroorganismen oder Gewebe mit Methoden wie Genanalyse oder Spektrometrie und werten die Daten digital aus. Ihre Erkenntnisse nutzen sie, um neue Wirkstoffe, Diagnostika oder biotechnologische Verfahren zu entwickeln, vorhandene Medikamente zu verbessern oder Herstellprozesse in den Technikumsmaßstab zu übertragen. Dabei dokumentieren sie jeden Schritt, überwachen Qualitäts- und Umweltstandards und erstellen Berichte für Fachpublikationen sowie Behörden. In pharmazeutischen Projekten begleiten sie die Zulassung, pflegen den Austausch zwischen Forschung, Produktion und Kliniken und informieren Ärztinnen und Ärzte über neue Präparate. Manche konzipieren zudem mikrobiologische Verfahren, die Schadstoffe in Böden oder Gewässern abbauen. Durch Lehre und Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten geben sie ihr Wissen an Studierende weiter.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen5
- Hochschulreife, ggf. fachgebundene Hochschulreife, oder Fachhochschulreife
- Oder als gleichwertig anerkanntes Zeugnis der zuständigen Stelle des Bundeslandes, z.B. Kultusministerium
- Je nach Hochschule hochschulinternes Auswahlverfahren
- Bei dualen Studiengängen i.d.R. Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit geeignetem Unternehmen als Praxispartner
- Ggf. Englischkenntnisse
Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Biowissenschaftler/in?
Biowissenschaftler/innen verdienen typischerweise 4.682 € brutto im Monat; je nach Erfahrung, Branche und Region sind zwischen 3.339 € und 5.862 € möglich. In leitenden Positionen oder in stark forschungsorientierten Unternehmen kann das Einkommen noch darüber liegen.
Wie lange dauert das Studium Biowissenschaften?
Die Regelstudienzeit für den Bachelorstudiengang Biowissenschaften liegt bei 3 bis 4 Jahren. Ein integriertes Praxis- oder Auslandssemester kann die Gesamtdauer etwas verlängern.
Welche Schulfächer sind wichtig für Biowissenschaften?
Biologie, Chemie, Mathematik, Physik, Englisch und Informatik sind besonders relevant. Gute Vorkenntnisse erleichtern dir den Einstieg in experimentelle Methoden, Datenanalyse und englischsprachige Fachtexte.
Ist der Beruf als Biowissenschaftler/in körperlich anstrengend?
Der Beruf erfordert keine schwere körperliche Arbeit, verlangt aber funktionsfähige Arme und Hände für präzise Laboraufbauten. Ein gutes Farbsehvermögen, widerstandsfähige Haut und gesunde Atemwege sind wichtig, weil du regelmäßig mit Chemikalien oder potenziell allergenen Organismen arbeitest.
Wie sind die Berufsaussichten als Biowissenschaftler/in?
Die Berufsaussichten als Biowissenschaftler/in sind eher schwierig. Positiv ist, dass die Beschäftigung bis 2040 wächst und somit neue Stellen entstehen. Aktuell besteht jedoch nur ein geringer Fachkräftemangel – offene Stellen werden schnell besetzt. Zudem steigt die Bewerberkonkurrenz bis 2040 weiter an, weil Arbeitgeber qualifizierte Fachkräfte leichter finden. Hinzu kommt, dass weniger Altersabgänge erwartet werden als in vielen anderen Berufen.
Welche digitalen Skills braucht man als Biowissenschaftler/in?
Digitale Kompetenzen sind in den Biowissenschaften unverzichtbar. Du solltest 3-D-Simulationen und numerische Modelle erstellen, Laborinformationssysteme bedienen und Forschungsergebnisse über Open-Access-Plattformen veröffentlichen können. Auch der Umgang mit 3-D-Druckern sowie Blended-Learning- und MOOC-Formaten wird immer wichtiger.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Biowissenschaftler/in?
Die Arbeitsbedingungen sind vielfältig und umfassen Labor-, Büro- und Kundenkontakt. Du trägst regelmäßig Schutzkleidung, arbeitest präzise an Geräten, übernimmst Verantwortung für Personen- und Sachwerte und musst strenge Hygiene- sowie Sicherheitsvorgaben einhalten.
Womit arbeitet man als Biowissenschaftler/in?
Zum Equipment gehören u.a. Mikroskope, Zentrifugen, Chromatografie-Anlagen, Spektralphotometer, Nährmedien und Desinfektionsmittel. Ergänzt wird das durch digitale Arbeitsplätze für Dokumentation, Datenanalyse sowie Unterlagen wie Versuchsprotokolle, Gutachten und Qualitätsrichtlinien.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Biowissenschaftler/in?
Nach dem Bachelor stehen dir Fachkurse und Zertifikate in Biotechnologie, Chemie, Pharmazie, Pharmatechnik, Umwelt- und Naturschutz oder naturwissenschaftlicher Laborarbeit offen. Solche Weiterbildungen vertiefen dein Know-how in Forschung und Entwicklung und erhöhen deine Chancen auf anspruchsvollere Positionen.
