Geprüfter Berufsspezialist für ambulante medizinische Versorgung/Geprüfte Berufsspezialistin für ambulante medizinische Versorgung
Auch bekannt als: Fachwirt/in - ambulante medizinische Versorgung · Arztfachhelfer/Arztfachhelferin . (Weiterbildungsberuf von 2003 bis 2010)
Über den Beruf
Berufsspezialisten und Berufsspezialistinnen für ambulante medizinische Versorgung organisieren Arztpraxen und koordinieren jeden Schritt rund um den Patientenbesuch. Sie erstellen Dienst- und Urlaubspläne, leiten das nichtärztliche Team an und begleiten die Ausbildung neuer Mitarbeitender. Für einen wirtschaftlichen Praxisbetrieb kalkulieren sie den Materialbedarf, erledigen den Einkauf und führen Quartalsabrechnungen mit Krankenkassen durch. Gleichzeitig entwickeln sie Qualitäts- und Hygienekonzepte weiter, wachen über Datenschutz sowie Arbeitssicherheit und prüfen Vorgaben zum Medizinprodukterecht. In der Sprechstunde bereiten sie Anamnesen vor, übernehmen zulässige Voruntersuchungen und informieren Patientinnen und Patienten über Prävention oder Nachsorge. Bei akuten Zwischenfällen koordinieren sie das Notfallmanagement und dokumentieren jede Maßnahme lückenlos.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen3
- I.d.R. Abschluss als Medizinische/r Fachangestellte/r oder Arzthelfer/in
- Oder Abschluss in einem anderen 3-jährigen medizinischen Fachberuf + einschlägige 3-jährige Berufspraxis
- Zusätzlich Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang
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Karriere & Weiterbildung
Häufige Fragen
Was verdient man als Berufsspezialist/in für ambulante medizinische Versorgung?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 3.014 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung und Region kannst du zwischen 2.370 € und 3.700 € verdienen.
Ist der Beruf körperlich anstrengend?
Der Beruf stellt gewisse körperliche Anforderungen. Du solltest eine robuste Gesundheit mitbringen, weil du mit infektiösen Patienten in Kontakt kommst, und über gutes Nahsehvermögen sowie Feinmotorik verfügen, etwa beim Legen von Kanülen oder bei Büroarbeiten am Computer. Auch ein sicheres Sprech- und Hörvermögen ist wichtig, um Patienten beraten und das Team koordinieren zu können.
Welche digitalen Skills braucht man als Berufsspezialist/in für ambulante medizinische Versorgung?
Berufsspezialist/innen arbeiten täglich mit Praxisverwaltungssystemen und elektronischen Patientenakten. Du solltest BPM-, ERP- und Dokumentenmanagementsysteme bedienen können, elektronische Rechnungen erstellen (E-Invoicing) und Befunde sicher in ein DMS übertragen. Kenntnisse im Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistenten (NIDA) sind ebenso hilfreich wie Routine im Umgang mit Business-Process-Management-Software zur Prozessoptimierung.
Wie sind die Berufsaussichten als Berufsspezialist/in für ambulante medizinische Versorgung?
Die Berufsaussichten als Berufsspezialist/in für ambulante medizinische Versorgung sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Es besteht hoher Fachkräftemangel – offene Stellen sind schwer zu besetzen. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern bis 2040. Allerdings gibt es weniger Altersabgänge als in anderen Berufen. Weniger Nachwuchs als Abgänge, Gesamtzahl wächst dennoch.
Womit arbeitet man als Berufsspezialist/in für ambulante medizinische Versorgung?
Zur Arbeit gehören sowohl medizinische Geräte als auch Büroausstattung. Du nutzt Blutdruckmessgeräte, EKG-Systeme, Stethoskope, Kanülen und Desinfektionsmittel, gleichzeitig aber auch PCs, Praxisverwaltungssoftware, Telefon und Kartenlesegeräte. Patientendaten, Urlaubspläne, Quartalsabrechnungen und Arbeitsschutzvorschriften liegen dir dabei digital oder in Aktenform vor.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Für Berufsspezialist/innen stehen zahlreiche fachliche Kurse offen: etwa Praxismanagement, Abrechnung und Buchführung im Gesundheitswesen, medizinische Dokumentation oder Hygiene. Du kannst dich auch in Gesundheitsmanagement, Case Management, medizinisch-technischer Assistenz oder in der betrieblichen Aus- und Fortbildung weiterqualifizieren.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Wer mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann eine Aufstiegsfortbildung zum/zur Betriebswirt/in (Fachschule) – Management im Gesundheitswesen oder Bachelor Professional in Wirtschaft anstreben. Weitere Optionen sind der Abschluss als Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen oder als Qualitätsbeauftragte/r im Gesundheitswesen. Auch Studiengänge wie Gesundheits- oder Pflegemanagement eröffnen zusätzliche Karrierewege.
Wie lange dauert die Weiterbildung zur/zum Berufsspezialist/in für ambulante medizinische Versorgung?
Die Weiterbildung dauert in Teilzeit meist 1 bis 2 Jahre. Die genaue Länge hängt vom Bildungsanbieter und von der gewählten Lernform ab.
