Beamter/Beamtin im Vermessungswesen (höherer technischer Dienst)
Auch bekannt als: Regierungsvermessungsrat/-rätin
Über den Beruf
Beamte und Beamtinnen im vermessungstechnischen höheren Dienst steuern Kataster- und Ingenieurvermessungen, entwickeln Bauleit- und Flächennutzungspläne und legen damit die Grundlage für Stadt- und Regionalentwicklung. Sie leiten Vermessungsteams, werten GPS-, Georadar- und Laserscandaten aus und pflegen geografische Informationssysteme. Zugleich prüfen sie, ob alle technischen und rechtlichen Vorgaben eingehalten werden, kalkulieren Budgets, beschaffen Hard- und Software und vertreten ihre Projekte gegenüber Behörden, Kommunen und privaten Eigentümern. Bei Bedarf erstellen sie digitale Geländemodelle, dokumentieren denkmalgeschützte Bausubstanz und ermitteln Grundstücks- und Gebäudewerte. In der Verwaltung übernehmen sie Personal- und Haushaltsangelegenheiten und beteiligen sich an der Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses. So liefern sie belastbare Geobasisdaten, auf denen Bauvorhaben und Infrastrukturplanungen aufbauen.
Ausbildung & Zugang
Zugangsvoraussetzungen2
- I.d.R. Masterstudium oder gleichwertig anerkannter Hochschulabschluss in Vermessungstechnik oder vergleichbarem Studienfach
- Ggf. je nach Bundesland Berufsbezeichnung "Ingenieur/in"
Ausbildungsplätze
Häufige Fragen
Was verdient man als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen?
Das Gehalt liegt typischerweise bei 5.421 € brutto im Monat. Je nach Erfahrung, Dienstalter und Bundesland kannst du zwischen 4.294 € und 6.613 € verdienen.
Welche digitalen Skills braucht man als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen?
Im Beruf sind umfangreiche digitale Kompetenzen gefragt. Du arbeitest mit 3-D-Laserscanning, planst Drohneneinsätze für Luftbilder und pflegst Geoinformationssysteme. Auch digitale Topografische Karten, Dokumentenmanagementsysteme, E-Akte und Open-Data-Portale gehören zum Alltag. Wer Verwaltungsprozesse automatisieren will, identifiziert zudem Abläufe für Robotic Process Automation.
Kann man sich als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen selbständig machen?
Eine Selbständigkeit ist möglich, wenn du die beamtenrechtliche Laufbahn verlässt. Mit deiner Vermessungs- oder Geodatenexpertise kannst du ein Ingenieurbüro für Vermessungsdienstleistungen gründen. Nach mehrjähriger Erfahrung im Katasterwesen lässt du dich zudem als öffentlich bestellte/r Vermessungsingenieur/in freiberuflich eintragen.
Welche Schulfächer sind wichtig für Beamte/Beamtinnen im Vermessungswesen?
Wichtige Schulfächer sind Management/Organisation, Mitarbeiterführung und -anleitung sowie Recht. Damit bringst du bereits Grundlagen für Verwaltungsaufgaben, Personalführung und den sicheren Umgang mit Liegenschafts- oder Bodenordnungsrecht mit.
Womit arbeitet man als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen?
Der Arbeitsalltag erfordert sowohl klassische Vermessungsgeräte als auch moderne Software. Du setzt Nivelliergeräte, GPS-Empfänger und kombinierte Winkel-, Strecken- und Höhenmesssysteme ein, greifst auf Katasterkarten und Luftbilder zurück und analysierst die Daten in GIS-Anwendungen. Büroausstattung wie PC, Internetzugang und Telefon runden die technische Basis ab.
Wie sind die Arbeitsbedingungen als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen?
Die Tätigkeit ist von hohem Regelungsaufwand und großer Verantwortung geprägt. Du musst zahlreiche Gesetze und Dienstvorschriften beachten, führst Mitarbeitende bei Außeneinsätzen und verwaltest wertvolle Karten- und Geodaten. Präzisionsarbeit am Bildschirm wechselt sich mit Messungen im Freien ab, oft mithilfe spezieller Geräte für Luft- und Satellitenbilder. Regelmäßiger Kundenkontakt mit Kommunen und Grundstückseigentümer/innen gehört ebenfalls dazu.
Wie sind die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen?
Die Berufsaussichten als Beamter/Beamtin im Vermessungswesen sind gut. Die Beschäftigung wächst bis 2040. Gleichzeitig sinkt die Konkurrenz unter Bewerbern, weil Arbeitgeber Stellen länger offenhalten. Viele Altersabgänge werden erwartet, wodurch zusätzliche Positionen frei werden. Genug Nachwuchs ist vorhanden, dennoch nimmt die Gesamtzahl der Fachkräfte laut Prognose ab.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten haben Beamte/Beamtinnen im Vermessungswesen?
Aufstiegschancen bestehen zuerst innerhalb des höheren Dienstes durch Beförderungen von A14 über A15 bis A16 und später sogar in eine B-Besoldung. Mit wachsender Erfahrung kannst du die Leitung eines Vermessungs- oder Katasteramts, die Führung eines Referats in einem Ministerium oder eine Sachgebietsleitung übernehmen. Eine Promotion in Geodäsie oder Geoinformatik verbessert außerdem deine Chancen auf Fach- und Spitzenpositionen sowie auf die Berufung in wissenschaftliche Beiräte.
